Erinnerung an nationalsozialistische Verbrechen : Dresden gedenkt ermordeter Juden
Rund 100 Menschen haben am Donnerstag der von den Nationalsozialisten ermordeten Dresdner Juden gedacht. An der Gedenktafel für die deportierten Männer, Frauen und Kinder am Bahnhof Dresden-Neustadt wurden Blumen und Kränze mit Mahnungen wie "Nie wieder Faschismus" niedergelegt. Der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, appellierte: "Lassen Sie uns niemals wieder gleichgültig sein, denn nur dann haben Gedenken und Erinnerung einen Sinn."
Luftangriffe verhinderten Abtransport der letzten Juden
Kramer sagte, an dem Tag, an dem 1945 der letzte Deportationszug aus Dresden abfahren sollte, werde der Menschen gedacht, die von diesem Bahnhof aus in Konzentrationslager gebracht wurden. Die schweren alliierten Luftangriffe einige Tage zuvor hatten den Abtransport der letzten 230 Juden aus der Stadt verhindert. Nach Angaben der Jüdischen Gemeinde wurden insgesamt mehr als 2.000 Dresdner Juden deportiert. Vor dem Zweiten Weltkrieg zählte die Jüdische Gemeinde in Dresden etwa 5.600 Mitglieder, 1945 waren es nur noch 200.

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