Dresden : Notabdeckung für Eishalle
Das Dach der Eishalle in Dresden wird seit Dienstag provisorisch abgedichtet. Wie der zuständige Sportstätten- und Bäderbetrieb mitteilte, werden für 150.000 Euro Folienbahnen aus Spezialkunststoff verlegt und miteinander verschweißt. Sie sollen das ganze Dach abdecken und das weitere Eindringen von Wasser verhindern, bis die Schadensursache endgültig geklärt ist und die abschließende Reparatur beginnen kann.
Angespannte Lage, aber keine Einsturzgefahr
Die provisorische Abdichtung dauert voraussichtlich zehn Tage, kann allerdings nur bei trockenem Wetter und Plusgraden stattfinden. Um unnötigen Zeitverzug zu vermeiden, soll im Schichtsystem gearbeitet werden. Im Inneren der Arena sind Bauarbeiter damit beschäftigt, schwer beschädigte und nasse Gipskartonplatten im VIP-Bereich und den Räumen der Geschäftsstelle abzunehmen. Wie Sportstättenchef Sven Mania erklärte, ist die Standfestigkeit der Halle nicht gefährdet. Aufgrund des Regens bleibe die Lage aber gespannt. Die sensible Elektronik im Nachrichtentechnischen Betriebsraum soll mit zusätzlichen Planen vor Nässe geschützt werden.
Risse im Dach, Baufirma pleite
Die Dresdner Eisarena war erst im Sommer 2007 eröffnet worden. Ihr Bau kostete 30 Millionen Euro. Mit der Schneeschmelze vergangene Woche einsetzenden Schneeschmelze drang Wasser in das Gebäude ein. Bei einer Untersuchung des Weichdachs wurden Risse entdeckt, die zum Teil mehrere Zentimeter breit sind und sich über die gesamte 8.000 Quadratmeter große Dachfläche erstrecken. Wie sie entstehen konnten, ist bisher unklar. Die Standfestigkeit der Halle ist Statikern zufolge aber nicht gefährdet, weil die Dämmung bisher nur einen Bruchteil des Tau- und Regenwassers aufgesogen hat. Die Lage bleibe aber aufgrund erneuter Regenfälle am vergangenen Wochenende angespannt.
Leidtragende sind die Vereine
Auf den Kosten für die provisorische und die endgültige Reparatur bleibt die Stadt möglicherweise sitzen. Die damals für die Dacharbeiten zuständige Firma ist pleite und die Gewährleistungsfrist abgelaufen. Außerdem können Vereine nicht auf der großen Eisfläche trainieren, sondern müssen auf die Trainingseishalle und die nicht überdachte Eisschnelllaufbahn ausweichen. Damit entgehen der Stadt Eintrittsgelder, weil das öffentliche Eislaufen eingeschränkt werden muss.
Besonders prekär ist die Lage beim Eishockeyverein Dresdner Eislöwen. Das eindringende Wasser hat auch in der Geschäftsstelle Schäden verursacht. Zudem muss der abstiegsbedrohte Zweitligist seine Heimauftritte eine Ausweichspielstätte finden. Zunächst werden die Dresdner am Freitag in Chemnitz gegen Landshut antreten, Bremerhaven wird in der Trainingseishalle empfangen, wo allerdings nur 450 statt der möglichen 4.400 Zuschauer Platz finden. Der Verein spricht von Verlusten in fünfstelliger Höhe und fürchtet um seine Existenz.
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