Gerhard Ehninger
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Ausgezeichnet: Erich-Kästner-Preis für Gerhard Ehninger

Gerhard Ehninger
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In Dresden ist der Medizinforscher Gerhard Ehninger mit dem Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden ausgezeichnet worden. Er erhält die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen großen Einsatz gegen Fremdenfeindlichkeit und Verdienste um die Stadt Dresden. Ehnninger werde für seine gelebte Toleranz und praktizierte Völkerverständigung ausgezeichnet, hieß es bei der Preisverleihung, damit erfülle er zwei der wichtigsten Kriterien für die Vergabe des Erich Kästner-Preises.

Wer ist der Preisträger?

Eine Frau und zwei Männer sitzen hinter einem Tisch. Vor ihnen stehen Mikrophone.
Gerhard Ehninger, der Initiator von "Dresden.Respekt" mit Eva Sturm von der Cellex-Stiftung und dem Generalsekretär der CDU Sachsen, Michael Kretschmar Bildrechte: MDR/Karsten Wolf

Ehninger ist nicht nur gesellschaftlich äußert umtriebig. Anfang 2015 hatte er den Verein "Place to be" gegründet und ein großes Konzert für Weltoffenheit auf dem Dresdner Neumarkt organisiert - als zivilgesellschaftliche Antwort auf die fremdenfeindliche "Pegida"-Bewegung. Neben seinem Engagement gegen Pegida stieß er 2016 das Bündnis "Dresden Respekt" mit Vertretern aus Politik, Kultur, Religion, Wissenschaft, Wirtschaft und bürgerlichen Initiativen an. Beruflich hat sich Ehninger der Medizin verschrieben: Er ist Direktor der Uniklinik Dresden, Spezialist für Blutstammzellenforschung und Knochenmarktransplantationen. Außerdem gründete er 1991 in Tübingen, wo er Medizin studierte und sich auf Knochnemarktransplantation spezialisierte, die Deutsche Knochenmarkdatei (DKMS).

Seit wann gibt es den Preis?

Porträt von Rafal Dutkiewicz, Stadtpräsident von Wroclaw (Breslau)
Letzter Kästner-Preisträger: Rafael Dutkiewicz Bildrechte: Presseclub Dresden/Maciej Kulszynski

Der Erich-Kästner-Preis wird seit 1994 an Persönlichkeiten verliehen, die für Toleranz, Humanität und Völkerverständigung einsetzen. Erster Preisträger war der frühere Präsident des Zentralrats der Juden, Ignatz Bubis, der 1999 starb. Zuletzt war der Oberbürgermeister des polnischen Wroclaw ( Breslau ), Rafal Dutkiewicz mit dem Preis geehrt worden. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Geld wird jeweils für künstlerische, kulturelle oder karitative Zwecke gespendet.

Quelle: dpa/mdr

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 22.10.2017 | ab 15:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017, 08:09 Uhr

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4 Kommentare

25.10.2017 15:03 Na so was 4

Hallo MDR.DE Redaktion,

danke für die Veröffentlichung meines Kommentars.

Viele Grüße

25.10.2017 12:36 Na so was 3

Sehr geehrter Herr Ehninger, herzlichen Glückwunsch zur Verleihung des Erich-Kästner-Preises. Der Presseclub Dresden hat Sie für Ihre Arbeit in Willkommensinitiativen, Toleranz und Respekt geehrt. Was ich persönlich an Ihnen bewundere, ist, dass Sie nicht scheuen, klare Worte zu finden, auch wenn Sie sich da Feinde gemacht haben. Bei der Preisverleihung war auch Herr Kretschmer (CDU) zugegen. Sinngemäß sagten Sie in den Raum hinein, dass eine Stärkung der inneren und äußeren Sicherheit, mehr Polizei und weniger Flüchtlinge, schnellere Abschiebungen, mehr Lehrer und Ärzte auf dem Land nicht ausreichen werden, um die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben nicht Pegida und AfD in Sachsen erfunden. Die Wurzeln liegen tiefer, die Politik habe bei Abgrenzung und Gegenstrategien versagt.

24.10.2017 01:33 Historiker 2

Sollte AfD und Pegida jemals die Möglichkeit erhalten für politische Dominanz, dann werden sie das Erbe ihrer geistigen Väter antreten. Das Erbe bedeutetete für Menschen wie Ehninger seinerzeit Verächtlichmachung, Verhöhnung, Berufsverbot und Schutzhaft. Egal wie sehr kompetent sie in ihrem Beruf eigentlich sind. Ich wüsste sogar schon einige aufstiegsorientierte Ärzte hier in SA./DD, die sogar in Behandlungsgesprächen seit jüngerer Zeit mehr oder weniger offen mit rechtem Gedankengut glänzen oder sonst naiv glauben, mit einer rechtskonservativen Partei würde sich an ihrem Job oder der Lage ihrer Patienten irgendwas ändern...

24.10.2017 00:58 Rufer 1

"2. Rufer: Gegen Dekadenz und moralischen Verfall! Für Zucht und Sitte in Familie und Staat! Ich übergebe der Flamme die Schriften von Heinrich Mann, Ernst Glaeser und Erich Kästner." Die damals das Aufgehen von Manns und Kästners Werken bejubelten, sind die jeder deutschen Kultur fernstehenden Hetzer von heute bei Pegida und AfD-rechtsaußen, die Merkel- und Fremdenhasser....