Explosion in Dresden Ermittler prüfen Spuren zur linksextremen Szene

Nach einer Explosion in einem leerstehenden Haus in der Dresdner Neustadt prüft das Landeskriminalamt auch Verbindungen zur autonomen Szene. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel.

Abgesperrtes Fabrikgelände, Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor einem Gebäude.
Unbekannte haben am Dienstag in einem Haus in Dresden einen Sprengsatz gezündet. Das Gebäude stand zum Glück leer. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

Berliner Immobiliengruppe will Wohnungen bauen

Demnach gehört das Gebäude der Berliner CG-Gruppe. Das Unternehmen will auf dem Areal der ehemaligen Brandversicherungsanstalt in der Dresdner Neustadt bis 2019 für 85 Millionen Euro 250 Wohnungen bauen. Die CG-Gruppe war in der Vergangenheit mehrfach Ziel von Anschlägen, die autonomen Gruppierungen zugeordnet werden. Widerstand gibt es seit Jahren vor allem gegen das geplante Bauvorhaben in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain. Nach Angaben des Unternehmens wurden Fahrzeuge angezündet, ein Wachmann verletzt und Mitarbeiter bedroht.

Auch auf dem Leipziger Firmengelände der CG-Gruppe brannten im Juni 2016 Fahrzeuge des Unternehmens. Kurz darauf tauchte im Internet ein Bekennerschreiben auf, in dem sich Linksextremisten auf Solidarität mit der Rigaer Straße als Motiv für den Anschlag beriefen.

Sprengsatz offenbar per Funk gezündet

Wie der Spiegel berichtet, haben Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes den Dresdner Sprengsatz untersucht. Sie gehen demnach davon aus, dass die Ladung aus den Inhaltsstoffen sogenannter Polenböller gebaut und offenbar per Funk gezündet wurde. Der Fall ist den Ermittlern zufolge besorgniserregend. Eine derartige Sprengkraft habe man bei vergleichbaren Fällen noch nicht gesehen, heißt es in der Online-Ausgabe. Auch gehe die Polizei der These nach, dass eine bisher unbekannte Gruppe in dem Haus einen Sprengversuch unternommen habe.

Bei der Explosion am Dienstag waren Wände eingestürzt und Fenster geborsten. Parkende Autos wurden durch herumfliegende Trümmer beschädigt.

Zerstörte Scheiben an einem Pkw.
Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.08.2017 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

Quelle: MDR/Spiegel/jr

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2017, 18:08 Uhr

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10 Kommentare

13.08.2017 20:02 Nelly 10

@ 8: Sie tun genau das was Sie anderen Foristen vorwerfen. Verharmlosen, herunterspielen. Ihre diesbezüglichen Beiträge , quer durch die Foren, sind primitiv und lebensfremd. Kleiner Tip: Ein wirklicher Mediator tut das nicht. Nur wissen Sie nicht was Mediation bedeutet.

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13.08.2017 18:12 Torsten 9

Ist es nicht schön wie die rotrotgrünen über das Stöckchen springen und behaupten ich würde relativieren und das von Dresden runter spielen ?
Leute, obwohl Leute ..., es ging mir nicht um die Tat selbst. Es ging mir um den Umgang der Medien mit den Taten und deren einseitige Skandalisierung einerseits und verschweigen andererseits.
Aber das kann ja nicht sein. Schon klar.
Und Mediator. Gerade du . Lass es einfach.

13.08.2017 17:05 Mediator 8

Liebe Kommentatoren, hier wurde in einem leerstehendem Haus ein Sprengsatz gezündet. Das sind die Fakten und ansonsten ist wenig bekannt. Die suche nach den Tätern ist laut Bericht völlig offen und geht in verschiedenste Richtungen.

Wenn man mit einer Sprengung einer Immobiliengruppe schaden will, dann ist das eh zum Abriss vorgesehene Gebäude dieser Gruppe doch ein selten dämliches Ziel.

Ansonsten finde ich es wieder sehr interessant, wie die rechtsextreme Unterstützerszene den Pegidabombenleger von Dresden hier wieder mit Reativierungen seiner Tat in Schutz nimmt.

Wie DDay(7) geschrieben hat sollten diese Leute erst einmal das Gutachten über die Sprengkraft der dort eingesetzen BOMBE lesen bevor sie ihre verharmlosenden Kommentare hier schreiben. Wer die Taten von solchen Terroristen verharmlost, der muss sich fragen lassen, was er wohl selbst darstellt! Kleiner Tip: Demokrat und Patriot scheidet schon mal aus.

13.08.2017 12:57 DDay 7

Torsten (Kommentar 3) Sie scheinen nicht viel zu lesen. Spiegel online berichtete bereits vor 3 Tagen von eventuellen Verbindungen zur linksextremen Szene in Berlin. Und den "Polenböller", der ganz nebenbei vor einem bewohnten Haus zündete, können Sie sich sparen. Polizeiberichte und Gutachten können sie anscheinend auch nicht lesen und verstehen. Schlimm. Sechs! Setzen.

13.08.2017 12:42 Jindřich Holoubek 6

@Torsten
Exakt meine Gedanken.
Genau so ist es!

Auch wenn Mediator es sicher wieder besser weiß...

13.08.2017 11:16 Feststellung 5

Auch hier fehlen die empörten Stellungsnahmen der des Ob und seines RRG Stadtrates , Kasseks usw..@3 hat recht !! Wenn zwei das Gleiche tun ist nie das Selbe !!

13.08.2017 11:15 MuellerF 4

@3: Schwaches Erinnerungsvermögen? Damals gab es ein gefälschtes Bekennerschreibens "von links" und es WURDE berichtet. Im Unterschied zu diesem Fall hier ging es damals aber um ein bewohntes Gebäude.

12.08.2017 20:22 Torsten 3

Als an einer Moschee in Dresden ein Polenböller gezündet wurde und außer einer schwarz verfärbten Tür kein weiterer Schaden eingetreten ist hat sich die Presse bundesweit kaum einbekommen.
Wenn ich nicht zufällig gezielt die Seite vom MDR Sachsen aufgerufen hätte, hätte ich nicht mitbekommen das in Dresden ein Sprengsatz mit enormer Sprengkraft gezündet wurde. Zu hören oder in Nachrichten zu sehen ist davon jedenfalls nichts.
Kann der Grund dafür sein das der Verdacht besteht das es sich bei den Tätern um rotrotgrüne Linksextreme handelt und nicht um Rechte ?

12.08.2017 18:32 Über die Aktivitäten... 2

.. der Berliner CG-Gruppe hätte ich gerne mehr und präzise Informationen. Auch wenn derartige Anschläge zu verurteilen sind, kommt mir da ein ganz bestimmter Verdacht, zumal man in Berlin etwa exemplarisch studieren kann, wie die Immo-Spekulation sich pilzartig in den Städten vernetzt und breitmacht. In Berlin ist die halbe SPD-Spitze in der Nähe dieser "Branche" zu verorten; um es mal so zu formulieren.

Eine breite gesellschaftliche Diskussion, wie sie im Westen in den 60er/70ern geführt worden ist, ist dringend erforderlich, bevor das spekulierende Verwertungsinteresse den Städten die Politik und den Umgang mit öffentlichen Ressourcen diktiert. Auch das ist in Berlin schon zunehmend der Fall - siehe Tempelhofer Feld.

12.08.2017 18:20 Agnostiker 1

"Besorgte Buerger" und "Falschmeiner" zu veraengstigen ist ja ok, aber bei "Investoren" und anderen potenziellen Parteispendern hoert der Spass auf! XD