Grippevirus Elbe
Bildrechte: IMAGO/MDR.DE

GlaxoSmithKline Dresden Grippeviren in der Elbe

Grippevirus Elbe
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In Dresden sind Grippeviren aus der Impfstoffproduktion des Pharmaherstellers GlaxoSmithKline über insgesamt 14 Jahre in das öffentliche Abwassersystem gelangt. Das teilten das Umweltministerium und die Stadt Dresden am Mittwoch mit. Ursache sei ein fehlerhafter Anschluss, der bei Bauarbeiten entdeckt worden sei. Eine Gefährdung für Mensch und Umwelt sei aber nicht entstanden. Dies ergebe sich aus der vorläufigen Risikobewertung, die das Unternehmen den zuständigen Behörden vorgelegt hat.

Das Sächsische Umweltministerium hat den Fall dennoch zur Prüfung dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit vorgelegt.


Darum geben die Behörden vorläufig Entwarnung*:

  • Grippeviren waren teilweise inaktiv
  • Viren werden in der Elbe und im Abwassersystem stark verdünnt
  • geringe Stabilität der Viren in der Umwelt
  • beim Verschlucken würden die Viren durch Magensäure deaktiviert

* Quelle: Umweltministerium Sachsen/Stadtverwaltung Dresden


Baufehler nach Jahren entdeckt

Am 10. Juli 2017 hatte das Pharmaunternehmen den Behörden gemeldet, dass wegen eines fehlerhaften Anschlusses mehrerer Bodenabläufe in zwei Reinigungsräumen über Jahre unbehandeltes Abwasser in das öffentliche Abwassersystem gelangt war. Der Baufehler sei sofort behoben worden.

Es kam heraus, dass es keine Aktivitäten von Influenza-Viren in Dresden gab, die Anlass geben könnte, mit den Viren aus der Anlage von GSK in Verbindung gebracht zu werden. Insbesondere außerhalb der Influenza-Saison sind die Fallzahlen völlig unauffällig.

Kai Schulz Pressesprecher Stadt Dresden

Stärkere Kontrollen geplant

Das Sächsische Umweltministerium hat nach eigenen Angaben den Vorfall zum Anlass genommen, Firmen, die mit gentechnisch veränderten Organismen arbeiten, auf die gesetzlichen Vorgaben zur Inaktivierung von Abwässern und Abfällen hinzuweisen. Das Ministerium kündigte an, die Entsorgungswege stärker zu kontrollieren. GlaxoSmithKline sei nun in der Pflicht, in einem Konzept darzulegen, wie künftig solche Vorfälle verhindert werden sollen.

GlaxoSmithKline GlaxoSmithKline (GSK) produziert an seinem Standort in Dresden für den globalen Markt Impfstoffe gegen Grippe. Bei dem Impfstoff handelt es sich um sogenannte Totimpfstoffe, die aus Bestandteilen abgetöteter Viren bestehen. Entstehende Abwässer, die aktive Viren enthalten, werden zunächst in einer firmeneigenen Anlage behandelt und dort mit Peressigsäure inaktiviert, bevor sie in das öffentliche Abwassersystem abgegeben werden. Bei GSK werden sowohl konventionelle Grippeimpfstoffe als auch solche Impfstoffe produziert, die unter Einsatz gentechnischer Methoden hergestellt werden. Mit diesen Methoden können im Einzelfall schneller und gezielter als bei gewöhnlicher Züchtung die Virengenerationen erzeugt werden, die für die Immunisierung in der bevorstehenden Grippesaison oder bei einer Influenza-Pandemie erforderlich sind.

Quelle: SMUL

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Hörfunk: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.08.2017 | ab 17:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. August 2017, 19:07 Uhr

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27 Kommentare

05.08.2017 11:12 Gehts noch 27

Seltsamerweise weiß anscheinend keiner, welche Firma die Arbeiten vor 14 Jahren (falsch) erledigt hat und wer das Alles abgenommen hat. Auf jeden Fall wird der Firmenname bisher geheimgehalten. Eigenartig ist auch der Spruch, "Es hat in den 14 Jahre keine Gefahr bestanden". Warum hat man da sofort (?) bei der Fehlerfeststellung reagiert"?

05.08.2017 10:38 Pattel 26

@Barni, der Unterschied ist der das es keinen gibt.

05.08.2017 10:12 Barni 25

@Pattel
Wo ist da der Untersied zur BRD?
Hier wurde und wird auch mehr verschwiegen, solange nicht Vater Zufufall für eine Offenlegung sorgt.

05.08.2017 06:22 Pattel 24

Macht es doch so wie früher in der DDR verschweigt es (kehrt es unter den Teppich)und schon ist Ruhe bei den Bürgern......lach.
Berichtet doch nur über positives und alle sind glücklich ............

04.08.2017 22:30 Dark-breed 23

Die letzten 14 Jahre waren weltweit die schlimmsten Grippewellen.
In Deutschland sind die letzten 14 Jahre massive Vogelgrippefälle gewesen, entlang der Elbe.

Wollt ihr uns verarschen ? Keine Gefahr ? wo kommt den die Risikobewertung her ? Das Risiko ist zwangsläufig nicht abschätzbar, da weder bekannt ist was da eigentlich 14 Jahre in die Elbe lief noch ob es lebende oder tote Erreger gab noch ob gentechnisch verändertes Material oder sonst wie getrimmte Virus DNA in die Umwelt gelangt ist.

Ist die Verbreitung von Viren nicht ans Gesundheitsamt zur Risikobewertung zu geben und ein Fachinstitut für Biowaffen ?

Normalerweise muss das doch an das Bundesamt für Risikobewertung und nicht vom Sächsischen Umweltministerium bearbeitet werden, die haben ja offensichtlich versagt schon bei Inbetriebnahme der Anlage vor 14 Jahren.
Mal abgesehen davon das eine Firma die mit potenziell gefährlichen Stoffen hantiert sofort feststellen müsste, dass das System im Betrieb ein Leck hat.

04.08.2017 13:41 Ha. 22

Wirklich keine Signifikanz?

Grippewelle 2017 erwischt Sachsen besonders hart

"Die Zahl der Erkrankungen sinkt, bleibt aber weiter deutlich über dem Vorjahresniveau," schreibt das Blatt. An Influenza sind seit Oktober 2016 bereits 45 Menschen gestorben. Das kleine Bundesland mit seinen knapp vier Millionen Einwohnern ist damit insgesamt deutlich schlimmer von der Grippewelle 2017 betroffen als Bayern, das bisher 32 Todesfälle bei etwa 12,8 Millionen Bewohnern zu beklagen hat."

04.08.2017 07:41 Fritzsche 21

eine vorläufige Risikobewertung sollte von einer außenstehenden Institution erstellt werden, falls es noch eine unbestechliche Institution gibt, aber doch nicht vom Verursacher selbst.
Baumaßnahmen sind teuer, wenn es so unbedenklich für Mensch und Natur ist, na dann kann es doch so bleiben, was soll schon passieren?

03.08.2017 22:24 Hannes 20

Impfskeptiker mit Reichsbürgern zu vergleichen hat schon was genaues.... wie wäre es, sich mal mit dem Thema intensiv auseinander zu setzen und nicht nur immer die gleichen schnöden Schlagworte von Pharma & CO rauszuposausen ... empfehle den Film Vaxxed. und den sollte man sich mal unvoreingenommen ansehen. Dann versteht man Impfskeptiker (nicht Gegner) vielleicht besser... fraglich auch warum viele Skeptiker aus der "gebildeten Klasse" kommen. Hat vielleicht auch was damit zu tun, weil das selbstdenkende Menschen sind... mainstream Hallo
PS: Durchimpfungsrate bei den Erwachsenen? mal drüber nachdenken ... bekommt glaxo eigentlich jetzt ne gehörige Strafe aufgebrummt? Wer hat denn den Bau und alles abgenommen und freigegeben? Wohl bekomms..

03.08.2017 22:03 Meyer,Beate 19

Ja, 14 Jahre könnten es jetzt sein,daß ich jedes Jahr Januar/Februar eine schwere Grippe wie nie zuvor in meinem Leben bekomme. Aber,aber lieber Ottonormalverbr. das hat damit überhaupt nichts zu tun...Wir werden wie immer sowieso für dumm verkauft...
(Trinke viel Leitungswasser,da es ja für Qual.mäßig gut befunden wurde in DD)

03.08.2017 20:17 Mogentau 18

Also in Zukunft statt Grippeimpfung, einfach mal in der Elbe schwimmen gehen, oder Fisch aus der Elbe essen... Hatschi! Wie gut, dass keine Biokampfstoffe hergestellt wurden. ODER?