Drei ausrangierte Busse stehen senkrecht vor der Dresdner Frauenkirche.
Bildrechte: MDR/xcitePRESS

Skulptur an der Dresdner Frauenkirche Streit um Aleppo-Kunstwerk geht weiter

Drei ausrangierte Busse stehen senkrecht vor der Dresdner Frauenkirche.
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Die Debatte am Aleppo-Kunstprojekt vor der Dresdner Frauenkirche hält an. Auslöser ist ein Foto von drei aufgerichteten Buswracks aus der zerstörten syrischen Stadt Aleppo. Auf dem mittleren Bus weht die Fahne der Gruppe Ahrar al-Sham, die in Deutschland als Terrororganisation gilt. Ein ähnliches Motiv – allerdings ohne die Flagge – hatte dem Dresdner Künstler Manaf Halbouni als Vorlage für sein Kunstwerk gedient.

Halbouni: Die Botschaft bleibt die gleiche

Halbouni wies im Gespräch mit dem MDR die Kritik zurück. Er habe das Foto mit der Flagge am Mittwoch das erste Mal gesehen. An der Botschaft seines Kunstwerkes ändere das nichts. Die Skulptur aus drei aufgerichteten Bussen erinnere an den syrischen Bürgerkrieg. Er selbst distanziere sich von jeder politischen Strömung in Syrien.

Kunsthaus: Barrikade zum Schutz der Bevölkerung

Wie der Veranstalter des Projekts, das Kunsthaus Dresden, mitteilte, diente Halbouni ein 2015 in der englischen Tageszeitung "The Guardian" abgedrucktes Bild der Nachrichtenagentur AFP als Vorlage. Das Foto in der Zeitung sei abgeschnitten, eine Fahne darauf nicht zu erkennen gewesen. Außerdem habe der Künstler mit Aufnahmen eines syrischen Fotografen gearbeitet, die die Bus-Barrikade aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen. Eine Fahne sei nicht erkennbar gewesen. Nach Angaben des Kunsthauses bestätigen verschiedene Quellen, dass die Barrikade zum Schutz der Zivilbevölkerung in der umkämpften Stadt errichtet wurde.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio : MDR 1 RADIO SACHSEN | 08.02.2017 | Nachrichten | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Februar 2017, 21:01 Uhr

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292 Kommentare

10.02.2017 19:46 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 292

@ Eulenspiegel:

Vllt. hat der Künstler genau solch eine Diskussionsbreite und -tiefe erreichen wollen:

Die Kontroverse aus Syrien - dort kriegerisch - hierher transportiert als Streit der Geister nur durch ein paar Busse - und selbst hier so erbittert geführt, daß eingehende Kommentare gar nicht veröffentlicht wurden:

das 'Krieg führen' - gefüttert durch Langeweile?

10.02.2017 19:29 MiSt 291

Mal an die ganzen kunstverständigen Müller, Meier und Krauses. Wer kann mir denn sagen, welche Diskussion es mit welchem Ergebnis um die Errichtung im Vorfeld der Installation gab. Und ist es richtig, dass jeder, der diese Skulptur nicht gut findet, ein Neonazi ist? Hieße das dann, dass jeder, der sich nicht als Neonazi (der Einfachheit halber subsummiere ich hier mal AfDler und Pegidisten) sieht, diese Skulptur gut finden muss? Was ist eigentlich mit den über 30 weiteren derzeitigen Kriegen weltweit, welches Engagement darf hier in nächster Zeit erwartet werden, oder gehen die uns nichts an bzw. sind die nicht so schlimm? Bin ich nun Rechts oder eher neutral/orientierungslos wenn ich über Eppers Müllmänner lache: "Ist das Kunst oder kann das weg?" Bitte nur ernstgemeinte Zuschriften;-)

10.02.2017 19:26 nasowas 290

Das "Kunstwerk" spaltet. Einerseits exportieren wir Waffen in die Welt und diese werden manchmal von beiden Konfliktparteien, so auch in Syrien eingesetzt. Andererseits sezen wir ein Denkmal gegen den Krieg in die Stadt. Sind wir dann nicht Heuchler? Auf dem mittleren Bus fehlt auch die Flagge der Miliz, die gegen den rechtmäßig gewählten Präsident Assad kämpft. Für die einen sind es Terroristen und die anderen sagen dazu Freiheitskämpfer. In Syrien kochen viele ihr eigenes Süppchen, da würde ich mich nicht auf eine Seite schlagen, auch dann nicht, wenn das Image von Dresden damit aufpoliert werden soll.

10.02.2017 19:03 jochen 289

Mir ist aufgefallen, das die deutschen Staatsmedien seit Wochen keine

aktuellen "Meldungen" über Syrien und die syrische Stadt Aleppo bringen.
Das ist ein Zeichen, das die russischen und die syrischen Streitkräfte die Terroristen verjagt haben.
Also gibt es dort keine Kampfhandlungen mehr.
Trotzdem lässt die Merkel weiterhin Syrer nach Deutschland holen !
Da es über Syrien nichts zu berichten gibt, wird nun in den deutschen Staatsmedien mit den "flüchtenden" schwarz/Afrikanern ein neues Fass aufgemacht.
Unser Land bekommt durch die Merkel alles aufgedrückt, während sich andere europäische Staaten immer mehr verweigern.

10.02.2017 18:52 BH60 288

Warum Dresden? Wo dort die Pegida Hochburg ist? Das ist doch wieder Zündstoff, vielleicht auch gewollt??? Eins kann ich aber immer noch nicht nachvollziehen. Wie wurden die Busse in Aleppo zwischen den Trümmern aufgerichtet? Auch mit Kran? Bisschen komisch oder???

10.02.2017 18:51 rolf 287

Gottseidank gibt es unter uns Dresdnern auch noch eine gute Reihe von anständigen Leuten, die sich die Dummheiten der Pegida-Querulanten nicht gefallen lassen. Beim Anblick dieser drei "Ausgebrannten" könnten einem auch die verlogenen Behauptungen dieser durchgängig rückständigen rechtsradikalen Banausen einfallen samt den Ruinen der deutschen Großstädte, die ihr einstiger GröFaZ nach seinem feigen Selbstmord zurückließ.

10.02.2017 17:42 Eulenspiegel 286

Also ich muss schon sagen selten hat ein Kunstwerk ein der Art breites Publikum zum Denken und zum Diskutieren angeregt. Da wird darüber diskutiert ob es die Fahne auf den Bussen nun gab oder nicht und die Leute merken gar nicht genau das ist der Krieg in Aleppo und Syrien. Da blick keiner durch wer gegen wen kämpft. Von den Bussen weiß man eigentlich nur eins das sie von der Zivilbevölkerung als Schutz genutzt wurden. Überall nur Kaos und jeder kämpft gegen jeden. Und das mit äußerster Brutalität und die Zivilbevölkerung mitten drin. Ich finde besser kann man das gar nicht darstellen.

10.02.2017 17:32 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 285

Für den aufgeklärten Bürger liegt der Reiz der Kunst in deren Provokation.

10.02.2017 16:54 Patrick Stuhldreyer 284

Es ist der völlig falsche Ansatz die Dresdner Innenstadt mit Schrott auf Kosten des Steuerzahlers zu verschandeln. Zudem handelt es sich nicht um Kunst, sondern um die Nachbildung einer Barrikade, welche die Terrororganisation Ahrar al-Sham ursprünglich errichtet hatte. Kunst ist das Schöpferische Gestalten von Werken, hier wurde nichts selber gestaltet, sondern eine Barriere von einer Terrororganisation, welche in der BRD verboten ist, wurde kopiert. Das hat nicht mit Kunst und Frieden zu tun, sondern stellt eine Provokation für jeden aufgeklärten Menschen dar.

10.02.2017 16:48 Jens der Lausitzer 283

Ich denke diese "Businszenierung" mit dem ganzen Drumherum hat letztendlich den gleichen Charakter wie das Märchen "Des Kaisers neue Kleider".