Ein Ortsschildausgangsschild von Dresden.
Bildrechte: dpa

Heidenau Fremdenfeindlicher Übergriff - Drei Afghanen verletzt

Ein Ortsschildausgangsschild von Dresden.
Bildrechte: dpa

Am Freitagabend sind in einem Park in Heidenau drei Flüchtlinge aus Afghanistan angegriffen worden. Wie die Polizeidirektion Dresden am Samstag mitteilte, waren die drei jungen Männer im Alter von 17 und 18 Jahren aus einer Gruppe von etwa 30 Leuten zunächst beleidigt und dann tätlich angegriffen worden. Die Flüchtlinge wurden dabei leicht verletzt. Die Polizei nahm später zwei junge Männer als Tatverdächtige fest. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Laut Polizei wurden Parolen wie "Macht euch wieder nach Hause" und "Was wollt ihr hier?" gerufen. Die Ermittler gehen deshalb von Fremdenfeindlichkeit als Motiv der Tat aus.

Bürgermeister kündigt Konsequenzen an

Der Bürgermeister von Heidenau, Jürgen Opitz, kündigte Konsequenzen an. Opitz sagte MDR SACHSEN, er werde mit der Polizei über mehr Streifen in dem Bereich in Heidenau sprechen.

Ich werde am Montag mit der Polizei sprechen und sie auffordern, in diesem Bereich, insbesonderen in den Abendstunden dort Streife zu fahren, um zu beobachten, was sich dort für Leute treffen.

Bürgermeister Jürgen Opitz

Er kritisierte, das ihn die Behörde erst heute Nachmittag über den Angriff informiert hat. Das könne nicht sein, so Opitz. Die Polizei sollte in so einem Fall sensibilisiert sein.

Zugleich bedauerte er den Vorfall. "Es ist schlimm und absolut zu verurteilen", sagte er MDR SACHSEN. Dies sei der erste Fall dieser Art seit den Ereignissen im Sommer 2015. Ein Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen bestünde jedoch nicht. Heidenau habe kein Problem mit Rassismus, sagte Opitz weiter, Alltagsrassismus wäre in der ganzen Bundesrepublik Deutschland verbreitet.

Manche Leute fühlten sich durch verschiedenste Dinge provoziert. "Das kann durch Ausländer sein, aber genau so gut durch die Polizei, was oft genug der Fall ist. Oder man fühlt sich durch Leute provoziert, die einen zur Ordnung ermahnen."

Park als Treffpunkt

Es handle sich um eine Gruppe, die sich öfter in dem Park gemeinsam Bier trinke. Es befinde sich ein Supermarkt in der Nähe, wo man sich bis in den Abend hinein mit Alkohol versorgen könne. Der Park sei aber kein Brennpunkt, an dem sich Leute mit die rechter Gesinnung träfen oder Nazis oder Rassisten. Die Polizei und ein Sicherheitsdienst wären regelmäßig dort unterwegs, um die Stadtordnung durchzusetzen. Am Freitagabend sei das wohl nicht der Fall gewesen.

Tagelang massive Ausschreitungen im August 2015

Heidenau stand zum letzten Mal im August 2015 wegen fremdenfeindlicher Übergriffe im Fokus. Damals kam es zu tagelangen massiven Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft. Rechte Gruppen und Anwohner warfen Böller und Steine, über 30 Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt. Zahlreiche Politiker, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, wurden bei ihrem Besuch in Heidenau von Demonstranten massiv angepöbelt.

Zuletzt aktualisiert: 05. November 2016, 18:21 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

129 Kommentare

07.11.2016 18:27 Poltenstilk 129

Die Fremdenfeinde in Heidenau und Umgebung sägen am eigenen Ast, auf dem sie sitzen. Mit ihrem Rassismus versauen sie den Ruf der ganzen Region.

Beklagt euch bitte nicht, wenn es in eurer Heimat wirtschaftlich abwärts geht und ihr keine Arbeit mehr findet. Welcher Fremde soll denn bitte in einer fremdenfeindlichen Gegend Arbeitsplätze schaffen?

So wird das nichts, Leute. Ihr macht keine gute Werbung für euer Land. Wer sich abkapselt und einmauert, braucht sich nicht zu wundern, wenn es abwärts geht. Selber Schuld.

07.11.2016 17:38 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 128

@ 122:
Zitat "Dort jedoch schwadroniert man mit nicht aufhörenwollender Aktivität lieber über Sachsen oder den Osten generell, die westlichen Länder scheint es nicht zu geben."

Oder aber in Sachsen (oder im Osten generell) haben 'nicht aufhören wollende Aktivitäten' von fremdenfeindlichen Angriffen dazu geführt, daß man diese Gegenden mit solchen Angriffen verbindet. Und zwar in einem Maße, daß andere Gegenden bei der Betrachtung solcher Probleme 'tatsächlich' nicht vorkommen.

Vllt. wäre die Beobachtung anderer Regionalsender und deren Foren - oder gar der ARD - gar nicht so uninteressant, um mal einen Eindruck von 'anderen Gesellschaften' in Deutschland zu bekommen.
Das, was hier im Forum manchmal zu lesen ist, ist schon sehr speziell.

Hass ist so etwas ähnlich intensives wie Liebe. Und was kann das Land dafür, daß auf ihm ein paar Nazis rumrennen??

07.11.2016 17:36 1683 127

@ Bernd 117: Das ist doch grober Unfug. Angesichts des ausgesprochen hohen Niveaus von weit über 4 Millionen Übernachtungen ist es geradezu lächerlich, sich an Auf- und Abwärtsschwankungen im geringen einstelligen Prozentbereich hochzuziehen. Die Übernachtungen betrugen 2013 4.127.980 und 2015 4.308.631. Das ist eine Steigerung um 4,4%. Und nun? Sie müssen schon unterscheiden zwischen dem, was manche Presse herbeischreibt und dem, was Realität ist.

07.11.2016 17:21 #79+#107 an Krause #115 126

Na so ein Quark. Seit wann unterstützen/ finanzieren Oettinger oder Gauland die AfD oder Pegida? Seit wann gehört ein einfacher Polizeibeamter zur wirtschaftlichen oder politischen Elite? Ich hoffe, Sie als Verschwörungstheoretiker haben wenigstens Ihren Aluhut auf. Soll ja helfen.

07.11.2016 16:42 RZille 125

Schade, das sich manche Eingeborenenstämme in Sachsen wohl nie demokratisieren lassen werden. Da ist einem jeder Flüchtling umso mehr willkommen.

07.11.2016 15:22 ralf meier 124

@06.11.2016 10:49 Bernd: hallo Bernd, 'Mister tausendjähriges Reich' sprach nicht vom tausendjährigen Reich, sondern von
1000 Jahre Deutschland und deutscher Kultur. Letzteres ist unbestritten, auch wenn manchen Menschen scheinbar nur 13 Jahre Nazidiktatur geläufig sind. Sollten sie zu diesen Menschen gehören, empfehle ich Ihnen wärmstens die Dokumentationsserie 'Wir Deutschen': Da können Sie in der Episode: 'Die Deutschen 01: Otto und das Reich lernen: 'Spätere Generationen werden die Schlacht König Ottos des großen gegen die Ungarn auf dem Lechfeld die Geburtsstunde der Deutschen nennen. Die Schlacht auf dem Lechfeld fand übrigends am am 10. August 955 statt.

07.11.2016 14:56 @ Bernd 117: 123

Sicher können Sie für Ihre Behauptungen auch konkrete Quellen benennen.
Übrigens, "Hauptübel" in Dresden ist die hohe Bettensteuer, Spitzenreiter in Deutschland!

07.11.2016 14:40 interessant 122

Krause 115: "Der MDR ist auch nur ein regionales Medium - im Gegensatz zum Spiegel."
.........
Ich behaupte ja nicht, der MDR hätte darüber berichten müssen.
Betonung meinerseits lag auf "Medienpräsenz auf Bundesebene", wozu auch die meisten Fernsehanstalten gehören.
Dort jedoch schwadroniert man mit nicht aufhörenwollender Aktivität lieber über Sachsen oder den Osten generell, die westlichen Länder scheint es nicht zu geben.
Ergebnis dessen kann man hier besonders gut beobachten, Hass auf Sachsen scheint Programm zu sein.

07.11.2016 14:37 ralf meier 121

@05.11.2016 18:30 Der Ulrich, Hallo Ullrich, Da lobt jemand sein großes soziales Engagement für meist junge kräftige Männer, die hier manchmal auch 'Schutzbefohlene' genannt werden. Auf der anderen Seite habe ich sehr praktisch und in beklemmender Weise erfahren müssen, wie verlassen wirklich schutzbefohlene alte Menschen in Deutschland sind. Reicht Ihnen das als Antwort ?

07.11.2016 13:49 ralf meier 120

@07.11.2016 11:38 Bernd, hallo Bernd, beinahe hätte ich es vergessen. Können Sie mir auch ein zwei wichtige Wissenschaftler , ich betone Wissenschaftler nennen, die aus Angst (vor wem?) nicht nach Dresden komen wollen oder Dresden verlassen?