Region Dresden

Nach Krebsleiden : Intendantin der Semperoper gestorben

Die Intendantin der Semperoper Dresden, Ulrike Hessler, ist tot. Wie das sächsische Kunstministerium mitteilte, ist die 57-Jährige am Morgen des 30. Juli in München verstorben. Ulrike Hessler hatte im Mai ein Krebsleiden selbst öffentlich gemacht. Nach sofortiger Operation eines bösartigen Tumors im Januar 2011 und nachfolgender Betreuung habe die Erkrankung einen wechselhaften Verlauf genommen, hieß es damals.

Ulrike Hessler
Ulrike Hessler wurde nur 57 Jahre alt.

Hessler hatte die Semperoper 2010 übernommen. Zuvor war sie viele Jahre an der Bayerischen Staatsoper München tätig. Hessler hatte Neuere deutsche und französische Literatur studiert und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Eichstätt gearbeitet. Sie promovierte 1984 mit einer Arbeit zur deutschen Exilliteratur. Bis 1988 war sie freie Journalistin, ehe sie Pressesprecherin der Münchner Staatsoper und später Chefin der Öffentlichkeitsarbeit wurde. Von 2006 an war sie als Mitglied des Direktoriums an der kommissarischen Leitung des Opernhauses beteiligt. Nach 26 Jahren in München wechselte sie 2010 an die Elbe, zuvor hatte sie allerdings bereits einen Zweitwohnsitz in der Stadt, in der ihr Mann an einer Klinik arbeitet.

Neben zahlreichen Ehrenämtern und Kuratoriumsmitgliedschaften war Ulrike Hessler Honorarprofessorin der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Mitglied des Sächsischen Kultursenats. Sie etablierte während ihrer Intendanz die Sparte "Junge Szene", engagierte den Regisseur Stefan Herheim regelmäßig an der Dresdner Oper und setzte sich für die Verpflichtung von Christian Thielemann als Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle ein. Die Zusammenarbeit der Sächsischen Staatskapelle mit den Osterfestspielen Salzburg geht auf ihre Initiative zurück.

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2012, 16:18 Uhr

1. Dr. Gerhard Heldt:
Ulrike Hessler holte ich 1984 als meine Assistentin und Leiterin des Pressebüros an die Bayerische Staatsoper. In den vier Jahren unserer Zusammenarbeit hat sich Ulrike Hessler als fachlich höchst kompetent und versiert, aber auch als menschlich wertvoll gezeigt. Die Münchner Jahre mit ihr haben eine gegenseitige Vertrauensbasis aufgebaut, die bis zu ihrem überraschend frühen Tod ungebrochen blieb. Ihre Ausstrahlung wird unvergessen bleiben! Meine Gedanken sind bei Ihrer Familie. Dr. Gerhard Heldt, 1984-1988 Pressesprecher und Leiter des Bereichs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Bayerischen Staatsoper München
30.07.2012
23:17 Uhr

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