Trauerfeier in der Semperoper : Dresden verabschiedet sich von Ulrike Hessler
Mit einer öffentlichen Trauerfeier in der Semperoper hat sich Dresden am Freitag von Ulrike Hessler verabschiedet. Die 57-jährige Intendantin der Semperoper war vor einem Monat an einer Krebserkrankung gestorben. Am Vormittag wurde die Urne im Familiengrab ihres Mannes auf dem Friedhof Dresden-Tolkewitz beigesetzt. Bereits seit Montag liegt in der Schinkelwache am Theaterplatz ein Kondolenzbuch aus.
Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat in seiner Trauerrede das Wirken der Verstorbenen für die Semperoper gewürdigt. Die erste Frau an der Spitze der Sächsischen Staatsoper in 375 Jahren habe in sehr kurzer Zeit sehr große und deutliche Spuren hinterlassen. Hessler habe das Haus in nur zwei ihr vergönnten Jahren nachhaltig geprägt. Ihr viel zu früher Tod sei ein großer Verlust für das Haus, Dresden und die Welt des Musiktheaters. Ihre großen Pläne zu verwirklichen, sei ihr Vermächtnis.
Das Programm während der Trauerfeier gestalteten Mitglieder der Staatskapelle, des Balletts und der Staatsopernchor. Der neue Chefdirigent der Staatskapelle, Christian Thielemann, begleitete einen Gesangsbeitrag am Klavier. Im Gespräch mit MDR 1 RADIO SACHSEN sagte Thielemann, Hessler habe auf einzigartige Weise Intelligenz, Musikalität, Stilempfinden und Freundlichkeit miteinander verbunden. An der Semperoper habe sie sich einen unglaublichen Respekt erworben.
Hessler hatte erst 2010 die Leitung des Hauses übernommen. Zuvor arbeitete sie viele Jahre an der Bayerischen Staatsoper in München. Dort wurde bereits am 8. August der Verstorbenen in einer Trauerfeier gedacht.
Kurzbiografie Ulrike Hessler
Ulrike Hessler wurde 1955 in Kassel geboren. Sie studierte Neuere deutsche und französische Literatur und hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Eichstätt gearbeitet. 1984 promovierte sie mit einer Arbeit zur deutschen Exilliteratur. Bis 1988 war Hessler freie Journalistin, ehe sie Pressesprecherin der Münchner Staatsoper und später Chefin der Öffentlichkeitsarbeit wurde. Von 2006 an war sie als Mitglied des Direktoriums an der kommissarischen Leitung des Opernhauses beteiligt.
Nach 26 Jahren in München wechselte sie 2010 an die Elbe. Zuvor hatte sie bereits einen Zweitwohnsitz in der Stadt, in der ihr Mann an einer Klinik arbeitet. Neben zahlreichen Ehrenämtern und Kuratoriumsmitgliedschaften war Ulrike Hessler Honorarprofessorin der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Mitglied des Sächsischen Kultursenats. Sie etablierte während ihrer Intendanz die Sparte "Junge Szene", engagierte den Regisseur Stefan Herheim regelmäßig an der Dresdner Oper und setzte sich für die Verpflichtung von Christian Thielemann als Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle ein. Die Zusammenarbeit der Sächsischen Staatskapelle mit den Osterfestspielen Salzburg geht auf ihre Initiative zurück.

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