Streit um Gedenken in Dresden Hilbert stellt nach Morddrohungen und Beleidigungen 50 Anzeigen

Dirk Hilbert
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Nach Morddrohungen und massiven Beleidigungen im Internet hat Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert Anzeige erstattet. Wie die Stadtverwaltung am Freitag bestätigte, hat Hilbert 50 Fälle zur Anzeige gebracht. Er habe Polizei und Staatsanwaltschaft "die heftigsten Einträge" übergeben.

Die Landeshauptstadt Dresden bringt grundsätzlich jeden Sachverhalt, der den Anfangsverdacht einer Straftat erkennen lässt, zur Strafanzeige.

Stadtverwaltung Dresden

Anzeigen werden zunächst als Komplex geprüft

Demonstranten stören vor der Skulptur
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Hilbert hatte im Vorfeld des Gedenktages an die Opfer des 13. Februar gesagt, dass Dresden "keine unschuldige Stadt" gewesen sei. Auch seine Unterstützung für das Kriegsmahnmal "Monument" auf dem Dresdner Neumarkt hatte für Unmut gesorgt. Hilbert sah sich heftigen Attacken im Internet ausgesetzt, inklusive Bedrohungen und Aufruf zum Mord. Weil im Internet auch dazu aufgerufen wurde, vor sein Haus zu ziehen, standen der Oberbürgermeister und seine Familie unter Polizeischutz.

Laut Polizei sollen die 50 Wortmeldungen zunächst als Komplex geprüft würden. Danach gebe es eine Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft. Wenn es sich um Straftaten handele, beginne "die Ermittlung der Urheber", hieß es. Und das könne sich lange hinziehen.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR 1 RADIO SACHSEN | 10.01.2017 | 13:30 & 18:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. März 2017, 10:52 Uhr

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63 Kommentare

13.03.2017 09:43 Horst 63

an frager @57: das mit den Sachargumenten habe ich von Ihresgleichen gelernt! Ihre Diskussionskultur ist nur einseitig und hasserfüllt gegen Andersdenkende. Ich glaube,dass hiermit alles gesagt ist. Nicht immer auf andere schauen,sondern immer bei sich selbst anfangen!

13.03.2017 02:52 pingu... 62

Für mich war Richard von Weizsäcker, der die Kollektivschuld ablehnte, und nur eine persönliche Schuld kannte, der beste Präsident der BRD und kein "niemand".
Wie man kollektiv die komplette Bevölkerung einer Stadt schuldig sprechen kann iSv "Kinderlein, dass ihr und eure Mamas jetzt gleich im Feuersturm verbrennt, ist eure eigene Schuld." ist mir unverständlich.
In einer Demokratie die Meinung der Regierenden wiederholen, kann jeder. In einer Diktatur, die noch ganz andere Mittel hat, um das Verhalten der Bevölkerung zu steuern als eine demokratisch gewählte Regierung wie etwa Herr Hilbert, Kritik zu üben, ist etwas anderes. Hitler hat sich nie wieder einer demokratischen Wahl gestellt, es gab nicht die Option des Zivildienstes, keine Meinungsfreiheit. KZs gab es, für kritische Stimmen oder Bevölkerungsteile, die man mit Kollektivbezeichnungen wie zB Juden zusammenfasste. Ihre Schuld? Die Zugehörigkeit zum Kollektiv einer Volksgruppe?

12.03.2017 20:57 Shazia Celik 61

Lieber "hmueller", das OB Hilbert Morddrohungen erhält, erwähnen Sie mit keiner Silbe. Dafür fordern Sie seine Entlassung, weil er etwas gesagt hat, was niemand ersthaft leugnen kann: Das die deutsche (Dresdner) Bevölkerung, die die NSDAP gewählt, den 2. Weltkrieg und alle damit verbundenen Vernichtungsaktionen durchgeführt haben, nicht als unschuldige Opfer betrachtet werden können. Es ist ja nicht so, als hätten die Deutschen damals kapituliert, im Gegenteil: es wurde immer noch für Führer und Endsieg gekämpft. Das ist schlicht ein historischer Fakt und keine "Imageschädigung". Im Gegensatz zu manch Rechtem hat der Rest der Welt die Verbrechen des NS nicht vergessen.

12.03.2017 20:13 Saskia L.@hmüller (54) 60

Wo hat Herr Hilbert den bitte Dresden schlecht gemacht? Nur Kleingeister bezeichnen die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte als "schlecht machen". Dass Herr Hilbert dem bereits von Goebbels erdachten und von Rechtsradikalen über Jahrzehnte gepflegten Opfermythos des Dresdner Untergangs einige zur Wahrheit gehörende wesentliche Fakten entgegen stellt, dass ist wichtig und richtig!

Was soll den bitte ein Osthasser sein? Denken sie einfach einmal differenzierter und weniger scherenschnittartig über das Thema nach!
Es gibt keinen Grund den Osten zu hassen, jedoch sehr viele Gründe gegen Neonazis und deren politische Ableger Stellung zu beziehen.

Nach 70 Jahren Krokodilstränen um die Luftkriegstoten von Dresden vergießen, die Verantwortung Deutschlands an diesem Leid völlig zu ignorieren und völlig kalt und empathielos gegenüber dem Leid der Menschen in Syrien zu sein, zeigt wie verlogen die angebliche Trauer von Rechtsradikalen und Rechtspopulisten am 13.02 ist!

12.03.2017 19:28 Dresdner an hmüller 59

Mal abgesehen davon, dass es hier um 50 (!) Morddohungen etc. ging. Wo bitte schön hat er (?) der Stadt Schaden zugefügt? Der Schaden geht doch viel mehr von den Unverständigen aus, über die in der Tat der Hunderttausende Dresdner und Millionen Deutsche bestenfalls mit dem Kopf schütteln. Aber die können schon differenzieren...

12.03.2017 19:12 Nesrin 58

Es wird ja immer besser: Jetzt kann ein der "Dresdner1" nicht mal mehr Familie und Freunde nach Dresden einladen wegen dem Kunstwerk! ;)
Da wird es dann langsam wieder schwierig ernst gemeinte Beiträge der besorgten Patrioten von Satire zu unterscheiden.
Und ein anderer faselt von der herausragenden Widergutmachung, die Deutschland für seine Verbrechen geleistet hat. Welche das gewesen sein soll, wird leider nicht erwähnt. Jüdische ZwangsarbeiterInnen mussten ewig für Renten streiten und z.B. die Griechen haben nie etwas an Entschädigungen gesehen... Aber der gute Patriot will eben gern auch Weltmeister in der Geschichtsbewältigung sein- und das muss er sich ständig selbst bescheinigen.

12.03.2017 18:42 Frager an Horst 57

Wie halten Sie´s denn so mit der Diskussionskultur? Ich lese immer nur dümmliches Rummgepolter, aber von Sachargumenten keine Spur. Aber passt schon...

12.03.2017 18:31 Mediator an B(53) 56

Da meine Beiträge eine konstante Linie besitzen muss ich mir, im Gegensatz zu manchem Lügner, nicht umständlich merken, was ich wem wann und wo gesagt habe.

Selbstverständlich können oder wollen Sie nicht erläutern, wo Frau Merkel angeblich unser Geld VERSCHENKT und warum Diplomatie und der Austausch von Leistungen sich wiedersprechen sollen. Dilomatie hat im übrigen etwas damit zu tun, dass man miteinander redet. Wer gerne mit der Faust auf den Tisch hauen würde, der sollte zumindestens vorher daüber nachdenken, welchen Effekt man damit erzielen will, ob dieser Effekt damit zu erreichen ist und welche schädlichen Nebeneffekte sich daraus ergeben und ob dieser Schaden den angestrebten Nutzen wert ist.

Strengen Sie sich bitte nicht an entsprechende Informationen nachzuliefern oder über meine Fragen nachzudenken.

Frau Merkel verschenkt ihr Geld und dass finden sie blöd. Nur was hilft uns das nun weiter?

12.03.2017 18:06 Steiner 55

Weshalb die braunen Mistkäfer anzeigen? Besser ist, sie öffentlich in den Medien "anpinkeln", noch besser ist auch "verarschen", damit jeder sehen kann , wie "wichtig" solch erbärmliche Figuren sind. Nazis verstehen keinen Spass, denn sie sind selbst die schäbigsten Karrikaturen.

12.03.2017 17:43 hmüller 54

Aber Fakt ist, wenn ich meinen Betrieb in der Öffentlichkeit so schlecht gemacht hätte und ersetzbar gewesen wäre-ich hätte die Kündigung bekommen. Dieser Mann hat doch mit diesem Unfug vor der Frauenkirche den Osthassern in den Medien und den Osthassern in der Politik und Gesellschaft Sprengstoff geliefert. Er müsste entlassen werden. Der Schaden für Dresden ist doch wieder gross genug. Wieso zögert da Tillich???