Dresden : Kleiner Geldsegen für großes Kulturprojekt
Dresden bekommt für den Umbau des früheren Kraftwerks Mitte finanzielle Unterstützung vom Freistaat und vom Bund. Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Sachsens Innenminister Markus Ulbig unterzeichneten dazu am Montag eine Vereinbarung. Sie sichert Dresden zehn Millionen Euro aus dem Programm "Stadtumbau Ost" zu, speziell aus dem Teilprogramm zur Aufwertung von Brachflächen. Die Aussicht, eine solche aus dem Angesicht der Landeshauptstadt zu tilgen, löste Freude auf beiden Seiten aus.
Stadt hofft auf weitere Fördergelder
Angesichts der Gesamtkosten von mehr als 90 Millionen Euro für das Projekt Musikerviertel mit dem Kernstück Kulturkraftwerk hatte Dresden jedoch durchaus auf mehr Geld gehofft. Das gibt Orosz offen zu. Immerhin waren 33 Millionen Euro beantragt worden. Allerdings müsse man realistisch sein, meinte das Stadtoberhaupt. Zudem sind die jetzt bereitgestellten jeweils fünf Millionen Euro von Bund und Freistaat Sachsen ausschließlich für ein Teilprojekt gedacht – den Umbau des alten Kraftwerksgebäudes zu Spielstätten für die Sächsische Staatsoperette und das Theater Junge Generation.
Minister Ulbig ließ bei der Vertragsunterzeichnung offen, ob weitere Teilprojekte des Gesamtvorhabens gefördert werden können. Orosz wiederum verwies auf Gespräche über die Förderung weiterer städtischer Projekte. So hofft die Stadt beispielsweise auf Zuschüsse für Sanierung und Umbau des Schwimmhallenkomplexes Freiberger Straße. Allerdings können sich solche Hoffnungen schnell zerschlagen. So erhielt Dresden vergangenes Jahr beim Kulturpalastumbau von der EU einen Korb.
Eine große Kulturinsel im Westen der Dresdner Innenstadt
Beim künftigen Kulturkraftwerk ist die Stadt deshalb schon mit dem Spatz in der Hand zufrieden, handelt es sich Orosz zufolge doch um eines der größten Stadtentwicklungsprojekte. Zudem stand das Projekt, mit dem die riesige Brachfläche westlich des Zentrums belebt werden soll, mehr als einmal auf der Kippe. Dresden will hier nicht nur die in den 1920er-Jahren errichteten Backsteingebäude des früheren Kraftwerks zu Bühnen für Operette und Theater umbauen. Anderen Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden soll damit zudem ein Anstoß gegeben werden, sich ebenfalls in dem geplanten Musikerviertel anzusiedeln. Die Stadt macht sich damit die Vision der Interessengemeinschaft Kraftwerk Mitte zu eigen. In dieser haben sich mehr als 70 Firmen und Vereine zusammengeschlossen, die sich für diesen Kulturstadtteil einsetzen. Während ihre Vision noch vom Jahr 2015 ausgeht, erwartet Dresdens Oberbürgermeisterin, dass das Projekt im Wesentlichen bis 2016 vollendet sein wird. Ein wichtiger Schritt dahin - die Abstimmung über die Vergabe der Bauaufträge – soll Orosz zufolge noch vor der Sommerpause des Stadtrats erfolgen.
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