Andreas Huhn
Andreas Huhn war jahrelang für die Jugendfeuerwehren in Sachsen erster Ansprechpartner. Jetzt gibt er sein Jugendwarts-Amt ab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Delegiertenkonferenz der sächsischen Jugendfeuerwehren Jugend fördern, nicht reingrätschen

Sie arbeiten in Dörfern und Städten, um tausende Jugendliche für Sachsens Feuerwehren zu motivieren. Die Ehrenamtlichen der Jugendfeuerwehren müssen sich dafür auch fortbilden. Genau da hapert es in Sachsen, ärgert sich der Landesjugendfeuerwehrwart Andreas Huhn. Er wünscht sich, dass Bildungsurlaub für Jugendarbeiter endlich auch im Freistaat zugelassen wird.

Andreas Huhn
Andreas Huhn war jahrelang für die Jugendfeuerwehren in Sachsen erster Ansprechpartner. Jetzt gibt er sein Jugendwarts-Amt ab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Dresden kommen an diesem Wochenende Sachsens jugendfeuerwehren zusammen. Am Sonntag werden dazu mehr als 100 Delegierte im Sächsischen Landtag erwartet. Sie wollen mit Beschlüssen die Marschrichtung für die kommenden vier Jahre festlegen und einen neuen Vorstand wählen. Zum letzten Mal als Landesjugendfeuerwehrwart ist Andreas Huhn dabei. Er gibt sein Amt ab. Im Gespräch mit MDR SACHSEN zieht er Bilanz und erklärt, was ihn in Sachsen besonders ärgert.

Wie entwickelt sich die Nachwuchsarbeit bei der Jugendfeuerwehr?

Andreas Huhn: Wir können in dem Bereich zufrieden sein. Wir haben mit vielen Kampagnen und viel Arbeit vor Ort durch die ehrenamtlichen Jugendwarte erreicht, dass wir einen Zuwachs von 3.500 Mitgliedern in den letzten vier Jahren hatten. Wir sind jetzt bei mehr als 13.000 Mitgliedern. Die Entwicklung in diesem Jahr sieht auch sehr positiv aus.

Die Arbeit der Ehrenamtlichen braucht Zeit und auch Freistellungen von Schule oder Job. Wie sieht es damit aus?

Jugendfeuerwehr
Mehr als 13.000 junge Sachsen engagieren sich für die Feuerwehren im Land. Bildrechte: MDR JUMP

Wir haben positive und auch negative Erfahrungen machen können. Es gibt Arbeitgeber und auch Schulen, die freistellen. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit den Handwerkskammern in Sachsen, die durch Kooperationsvereinbarungen voll mit im Boot sind. Aber insbesondere für die Ehrenamtlichen ist es ein Problem, dass sie in Sachsen keinen Bildungsurlaub bekommen. Immer noch nicht, leider. Wir verlangen, dass auch in Sachsen Bildungsurlaub für Ehrenamtliche im Jugendbereich normal wird. Denn wir kämpfen immer damit, dass unsere ehrenamtlichen Jugendwarte ihren Erholungsurlaub nehmen, um die Maßnahmen der Jugendfeuerwehr abzusichern. Das kann nicht sein.

Besonders ärgerlich ist zudem, dass der Kommunale Sozialverband KSV das sechste Mal in Folge unseren Antrag auf einen hauptamtlichen Bildungsreferenten abgelehnt hat. Aber unser Verband wird es weiterhin versuchen und Anträge stellen.

Sie werden nach vielen Jahren nicht wieder als Landesjugendfeuerwehrwart antreten. Was geben Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg?

Zum einen: immer die Basis beachten. Das ist ganz wichtig. Das ist unsere Arbeit, die wir als ehrenamtlich gewählte Leitung zu vollziehen haben. Ohne die Basis geht gar nichts. Dann ist mir ganz wichtig - und ich denke auch in Zukunft soll es so sein, dass die Jugendfeuerwehr Sachsen als eigenständiger Jugendverband im Landesverband arbeiten kann. Dass man da nicht reingegrätscht, sondern die Jugend fördert, denn sie ist der Nachwuchs. Wir geben sieben bis neun Prozent der jungen Feuerwehrleute jedes Jahr an aktive Wehren ab. Ohne Jugendfeuerwehr keine Feuerwehr.

Quelle: MDR/kk

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.11.2017 | 18:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2017, 17:16 Uhr

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