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Galerie Neue Meister : "Entartetes" Kunstwerk kehrt nach Dresden zurück

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden haben ein Gemälde erworben, das während des Nationalsozialismus als "entartet" eingestuft und beschlagnahmt worden war. Erich Heckels 1916 entstandenes Bild "Männer am Meer" ist das erste der damals aussortierten Werke, das in die Galerie Neue Meister zurückkehrt. Die Kunstsammlungen erklärten am Montag, damit könne eine für Dresden noch immer empfindlich spürbare Lücke geschlossen werden.

Gemälde "Männer am Meer" von Erich Heckel (1916)

Das etwa 70 mal 80 Zentimeter große Heckel-Gemälde "Männer am Meer" zeigt Soldaten eines Sanitätszugs beim Baden in Ostende in Westflandern. Es enthält Elemente der Formensprache des Kubismus und des Expressionismus. 1920 wurde das Bild mit Hilfe des Freundeskreises für die Gemäldegalerie gekauft und war im Semperbau am Zwinger zu sehen. 1937 erklärten die Nationalsozialisten dieses und rund 50 weitere Werke zu "entarteter Kunst", konfiszierten es und verkauften es 1940 an einen privaten Kunsthändler. Durch die Aussonderung büßte die Galerie auch Bilder von Emil Nolde, Max Beckmann und Oskar Kokoschka ein.

"Es ist eine ganz besondere Bereicherung, nach nunmehr rund einem Dreivierteljahrhundert erstmals wieder ein Bild in Empfang nehmen zu dürfen, das einstmals unter so schmählichen Umständen das Museum verlassen musste."

Ulrich Bischoff, Direktor der Galerie Neue Meister in Dresden

Ende der 1980er-Jahre scheiterte ein erster Versuch, das Heckel-Gemälde aus westedeutschem Privatbesitz zu erwerben. Jetzt konnte es mit Hilfe des sächsischen Kunstministeriums zurückgekauft werden. Zum Preis wurden keine Angaben gemacht. "Männer am Meer" ist jetzt das einzige Hauptwerk von Erich Heckel in der Galerie Neue Meister. Der 1883 in Döbeln geborene Expressionist gehörte neben neben Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff zu den Mitbegründern der berühmten Dresdner Künstlergruppe "Brücke".

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2012, 16:50 Uhr

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Entartete Kunst

Als "Entartete Kunst" stuften die Nationalsozialisten Kunstwerke und -richtungen ein, die ihrer Ideologie, ihrem Kunstverständnis und Schönheitsideal widersprachen. Dazu zählten beispielsweise Werke des Expressionismus, Impressionismus und abstrakte Kunst. Insgesamt wurden rund 16.000 moderne Kunstwerke als entartet eingestuft, beschlagnahmt und zerstört oder verkauft. Einige Exponate wurden in einer Wanderausstellung zusammen mit Fotos verkrüppelter Menschen gezeigt und mit Zeichnungen geistig Behinderter verglichen.

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