Bahnverkehr in Dresden unterbrochen Offenbar verzweifelter Iraker protestiert in 30 Meter Höhe

Ein offenbar verzweifelter Asylbewerber hat in der Nacht zum Sonnabend in Dresden einen Einsatz von Bundespolizei und Feuerwehr ausgelöst. Wie der Sprecher der Bundespolizeidirektion Dresden, Holger Uhlitzsch, auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, war der Mann gegen 22.27 Uhr auf einen Oberleitungsmast am Dresdner Hauptbahnhof geklettert.

Ersten Erkenntnissen zufolge wollte der Iraker kurdischer Abstammung gegen die europäische Asylpolitik protestieren. "Er war zuletzt aus Finnland nach Dresden überstellt worden", sagte Uhlitzsch. Möglicherweise sei er unzufrieden damit, von einem Land ins andere geschickt zu werden. Die genauen Umstände der Tat seien aber noch nicht geklärt.

Ein Mann sitzt auf einem Oberleitungsmast.
Zwei Stunden harrte der Iraker auf dem Mast aus. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

24 Züge hatten Verspätung

Die Bundespolizei forderte die Feuerwehr und einen Dolmetscher an, um den 35-Jährigen dazu zu bewegen, den 30 Meter hohen Mast zu verlassen. "Der Dolmetscher konnte ihn nach etwa zwei Stunden schließlich überzeugen, dass das nicht die Lösung sein kann", so der Polizeisprecher.

Weil für den Rettungseinsatz der Strom in dem Bereich komplett abgestellt werden musste, gab es auch Einschränkungen im Zugverkehr. Insgesamt hatten laut Bundespolizei 24 Züge Verspätung. "Das waren 1.200 Minuten". Der Mann wurde anschließend in ein Fachkrankenhaus gebracht, wo sein gesundheitlicher Zustand überprüft wird.

Zuletzt aktualisiert: 23. Juli 2016, 12:11 Uhr

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33 Kommentare

24.07.2016 22:32 Janes 33

@Jochen: zur Erpressung brauchts eine Geldforderung. Andere blockieren montags die Straßen der Stadt, wieder andere den Zugverkehr. Sollte man den Störer immer in Rechnung stellen! @wwdd: Nu klar. Wie gesagt. Wenns so leicht wäre, sollte man die Holzweggänger und Mitläufer von Pegida auch jeden Montag fleiíg zur Kasse bitten. Was die schon den Steuerzahler für Millionen gekostet haben (Polizeieinsätze/Straßenblockade/Umsatzeinbußen) ist schon unfassbar. Und trotzdem werden die Montag wieder ihren Unsinn der Allgemeinheit aufzwingen.

24.07.2016 15:33 Hoffnung 32

Eigentlich hoffe ich immer noch auf eine Antwort von @Mediator auf meine Frage, die ich ihm in meinem Beitrag 18 gestellt habe. Wird hier etwa gekniffen, noch kein Beispiel zur Verfügung?

24.07.2016 13:12 walter 31

Aber der Mann hat doch nur gemacht, was RRG vormacht, an Eisenbahnschienen ketten, Straßen aus "zivilen Ungehorsam" blockieren ... Damit haben diese Parteien doch nur Nachwuchs.

24.07.2016 13:10 wwdd 30

Hoffentlich bekommt er bald einen Aufenthaltsstatus und vor allem Arbeit. Damit die Allgemeinheit nicht auf den Kosten der sehr wahrscheinlichen Strafe (schwerer Eingriff in den Eisenbahnbetrieb) sitzen bleibt.

24.07.2016 12:06 Christian Harten 29

Da gab's doch mal'n Lied von Hauff und Henkler?

24.07.2016 10:32 jochen 28

Erpressung ! Und die Feuerwehr ist natürlich auch vor Ort.
Da führt ein verrückter Iraker die deutschen Behörden vor und die lassen sich gerne vorführen.
Soll er doch im Irak einen Mast besteigen.
Nur dort wird er garantiert nicht von der Feuerwehr "gerettet".

24.07.2016 10:02 Erzistar 27

@mediator12: Für wie dumm halten Sie sie Leute ??!
Selbstverständlich weis ich das den Asylanten die Arbeitsaufnahme nicht so einfach möglich ist. In meinem Komentar ging es aber um ganz grundlegende Sachen der Asylanten. Sie warten auf jeglicher Hilfe hier, können oder wollen sich kein bisschen selber helfen. Das sehe ich auch täglich in unserer Stadt: außer den Weg ins Landratsamt für Soziales und ins Netto finden sie nichts, und die restliche Zeit sitzen sie auf dem Markt ab und trinken Büchsenbier (der Müll bliebt liegen)...Sie können gerne herkommen um sich ein Bild zu machen !! Und dann lamentieren sie noch es sei hier nix los, das Essen schmeckt nicht, es ist nicht sauber genug und die Behörden sprechen kein Englisch.)
In den 40-er Jahren haben sich die Flüchtlinge aber noch sehr vieles selber organisiert: sie haben in den Unterkünften mitgeholfen, und was die Integration anging haben sie auch das meiste in die Hand genommen, um schnellstens auf eigenen Beinen zu stehen.

24.07.2016 09:55 Ein Liberaler 26

Hier kann man ja viel lernen. Schutz vor Krieg, etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf: schon ist der normale Mensch zufrieden und glücklich. Das dürfte der Grund dafür sein, warum wir Deutschen den ganzen Tag glücklich sind. Und falls doch mal einer von uns unglücklich ist, dann vermutlich weil er zu wenig zu essen hatte oder weil er seine Wohnung verloren hat.

24.07.2016 08:22 D.o.M. 25

Was ist jetzt eigentlich sein konkretes Problem das er mit Mastbesteigungen lösen möchte? Dass er in Sicherheit vor den Bomben ist? Dass er jeden Tag was zu essen hat? Dass er ein Bett und ein Dach über dem Kopf hat?

23.07.2016 01:39 Hallenser 24

Der Gag ist...Er hat vorher in Erfahrung bringen können dass man sich damit hier in Deutschland Gehör verschaffen kann. In seinem Land hätte das ja wohl keine sau interessiert. Er war sogar davon überzeugt dass man ihm zuhört und hilft! Nun versteht er dass wir so gern in Deutschland leben! Das kann er ja dann seiner Familie vermitteln wenn wir sie in folge seines Handelns nach germany einladen. Oh du wunderbares Deutschland!!!