Region Dresden

Dresden am 13. Februar : Stilles Gedenken gegen rechts

Dresden will am 13. Februar, dem Jahrestag der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg, wieder ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzen. Oberbürgermeisterin Helma Orosz hat auch in diesem Jahr wieder zu einer Menschenkette rund um die Altstadt aufgerufen, um die Innenstadt symbolisch vor rechten Eindringlingen zu schützen.

Vor der Dresdner Frauenkirche bilden am Montag (13.02.2012) Einwohner und Gäste eine Menschenkette.
Rund 13.000 Menschen hatten sich im vergangenen Jahr in der Menschenkette eingereiht.

Laut Orosz soll mit dem stillen Gedenken ein "klares und sichtbares Zeichen" gesetzt werden. Auch wenn in diesem Jahr mit deutlich weniger Rechtsextremen zu rechnen sei, dürfe das Engagement gegen sie nicht nachlassen. Angemeldet wurde die Menschenkette vom Rektor der TU Dresden, Hans Müller-Steinhagen. Auch seiner Ansicht nach müssen sich die Dresdner auch weiterhin gegen Intoleranz und radikales Gedankengut zur Wehr setzen.

Im vergangenen Jahr beteiligten sich an der Aktion rund 13.000 Menschen. Auch in diesem Jahr werden wieder mehrere tausend Menschen erwartet. Eine Kundgebung soll am 13. Februar um 17 Uhr vor dem Rathaus abgehalten werden. Der Zusammenschluss der Menschenkette ist von 18 Uhr bis 18:10 Uhr geplant. Im Vorfeld wird bereits am Nachmittag auf dem Dresdner Heidefriedhof der Opfer des Krieges und der Bombenangriffe gedacht.

Rechtsextreme demonstrieren wieder

Neben der Menschenkette sind nach Angaben der Stadt sechs weitere Veranstaltungen am 13. Februar in Dresden angemeldet, darunter eine Demonstration, zu der rund 1.000 Neonazis erwartet werden. Das Bündnis "Dresden-Nazifrei" hat deswegen unter dem Motto "Nicht lange fackeln – Nazis blockieren!" zu Blockaden aufgerufen. Eigenen Angaben zufolge soll auch in diesem Jahr jeder Aufmarschversuch der Neonazis blockiert werden. Eskalation werde aber vermieden.

Dresden Oberbügermeisterin Helma Orosz am 4. Mai bei der Aufzeichnung des MDR FIGARO-Cafés in den Staatlichen Kunstsammlungen Chemnitz.
Oberbürgermeisterin Orosz fordert friedliches Gedenken.

Die Arbeitsgruppe 13. Februar, die 2009 von Oberbürgermeisterin Orosz gegründet wurde, lehnt Blockaden ab. Laut deren Moderator Frank Richter betrachten sich das Bündnis "Dresden-Nazifrei" und die AG aber nicht als politische Gegner. Bei einem kürzlich geführten Gespräch habe es Einigkeit gegeben, die jeweiligen Positionen und Protestformen zu respektieren.

Oberbürgermeisterin Orosz forderte noch einmal eindringlich ein friedliches Gedenken. Gewalt, egal in welcher Form auch immer sie stattfinde, sei immer ein Sieg der Nazis. Nach wie vor lehnt die Stadtverwaltung Blockaden rechtsextremistischer Demonstrationszüge ab.

Gedenken 2012 verlief weitgehend friedlich

Am 13. Februar 1945 hatten alliierte Bomber kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges das Dresdner Stadtzentrum weitgehend zerstört, 25.000 Menschen kamen um. Rechtsextremisten missbrauchen den Gedenktag seit Jahren für ihre Zwecke. In den vergangenen Jahren ist der Widerstand dagegen gewachsen. So wurden mehrfach Aufmärsche Rechtsextremer blockiert. Im vergangenen Jahr verlief der Gedenktag trotz eines Demonstrationszuges mit etwa 1.600 Rechtsextremen weitgehend friedlich. 2011 war es bei Protesten gegen die Rechtsextremen zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen sogenannten Autonomen und der Polizei gekommen.

Geschichte: Die Bombardierung Dresdens im Februar 1945

Im Februar 1945 kamen bei den Luftangriffen auf Dresden 25.000 Menschen ums Leben. In der Innenstadt befanden sich damals auch Tausende Flüchtlinge aus dem Osten. Die barocke Stadt wurde zum großen Teil zerstört. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2013, 16:12 Uhr

2. Schlichter:
An welcher Stelle steht im Grundgesetz, dass Demonstrationen und Veranstaltungen langfristig anzumelden sind? An keiner Stelle? Wenn sie dennoch aus anderem Grunde anzumelden wären, z.B. dass das stille Gedenken der Bürger gestört würde, oder Gewalt davon ausgeht, würde doch die Möglichkeit bestehen, diese begründet zu untersagen,...da gibt es auch dann keine Notblockaden, meiner Meinung nach, besteht hier große Rechtsunsicherheit in jede Himmelsrichtung.Auch mal über die Ursachen von Unzufriedenheit nachdenken!!!
16.01.2013
17:36 Uhr
1. daweed:
Hallo Frau Orosz, ich soll Sie grüßen von Herrn Freud, Codewort: SYMBOLPOLITIK!
16.01.2013
17:14 Uhr

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