Dresdner Frauenkirche Ökumenische Andacht für Opfer und Angehörige des Busunglücks

Kerzen
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Mit einer ökumenischen Andacht ist in der Dresdner Frauenkirche am Sonnabend der 18 Opfer des schweren Busunglücks in Bayern gedacht worden. Zu der Gedenkveranstaltung hatten die evangelische und katholische Kirche unter Mitwirkung des Freistaats Sachsen und der Stadt Dresden eingeladen. Die Andacht fand in der Unterkirche des Gotteshauses statt.

Der Pfarrer der Frauenkirche, Sebastian Feydt, bei der Andacht für die Opfer des Busunglücks.
Der Pfarrer der Frauenkirche, Sebastian Feydt, bei der Andacht für die Opfer des Busunglücks. Bildrechte: MDR

Unter Glockengeläut hatten sich rund 250 Besucher zu der Andacht eingefunden. Neben den Angehörigen der Opfer und Verletzten nahmen Vertreter von Kirche, Politik sowie der Einsatzkräfte an der Gedenkveranstaltung teil. Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt erinnerte bei der Begrüßung der Besucher daran, wie unbeschwert die Menschen zu ihrer Reise aufgebrochen waren und wie plötzlich sie aus dem Leben gerissen wurden. Er sprach den Angehörigen der Verstorbenen und den Überlebenden des Unglücks sein tiefes Mitgefühl aus. Außerdem brachte er seine Verbundenheit mit den Einsatzkräften zum Ausdruck. Es tue gut zu wissen, nicht auf sich allein gestellt zu sein.

Ein Licht in der Finsternis

Der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing ging in seiner Predigt unter anderem auf die Situation am Unglücksort ein. Er mahnte, das eigene Verhalten auf der Straße im Blick zu halten.

Wir können uns im Straßenverkehr vernünftig verhalten, ohne unnötige Risiken einzugehen. Wir können dafür sorgen, dass wir Rettern nicht im Wege stehen. Für all dies und manches mehr tragen wir Verantwortung. In all dem sind wir aktiv und selbst die Handelnden. Auf all dies haben wir tatsächlich selbst Einfluss. Aber: es bleibt ein Rest. Es bleibt das Unwägbare, das Unberechenbare. Es bleibt das was man gemeinhin Schicksal nennt.

Carsten Rentzing Evangelischer Landesbischof

Gleichzeitig fand er tröstende Wort für die Angehörigen: "Es erschüttert uns in Mark und Bein, wenn Menschen aus dem lichten Leben herausgerissen werden - und es erweckt unser tiefes Mitgefühl", sagte Rentzing. Die große Anteilnahme würdigte er als etwas "Lichthaftes" im Dunkel der Trauer. "Etwas zutiefst Menschliches und Göttliches scheint durch diese Tragödie hindurch." Dazu zähle auch der Einsatz der Helfer.

Carsten Rentzing, sächsischer Landesbischof, spricht in der Frauenkirche bei der Andacht für die Opfer des Busunglücks in Bayern.
Der evangelische Landesbischof Carsten Rentzing spricht während der Andacht zu den Angehörigen der Opfer und den Überlebenden des Busunglücks. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Andacht wurde vom evangelischen Landesbischof Carsten Rentzing und dem katholischen Domdekan Klemens Ullmann gestaltet. Gemeinsam mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich, dem Generalsuperintendent der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg, Martin Herche, sowie Vertretern der Rettungskräfte und der Polizei wandten sie sich in einer Fürbitte an die Angehörigen und Opfer des Busunglücks. Anschließend hatten die Besucher der Andacht Gelegenheit, eine Kerze für die Verstorbenen zu entzünden.

Weiterer Gedenkgottesdienst geplant

Am Montagmorgen war auf der Autobahn 9 im oberfränkischen Münchberg ein Reisebus aus Sachsen auf einen Lkw aufgefahren und in Brand geraten. Bei dem Unfall kamen 18 Menschen ums Leben, 30 weitere wurden verletzt. Aktuell befinden sich laut Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch noch acht Menschen in Krankenhäusern. Von den Überlebenden kommen 26 Personen aus Sachsen und vier aus Brandenburg. Der Bus war auf dem Weg zum Gardasee.

Für die Einsatzkräfte des Busunglücks soll es am 19. Juli einen ökumenischen Gottesdienst in Münchberg geben. "Der Gottesdienst soll helfen, das Geschehene aufzuarbeiten. Wir bieten seelsorgerische Hilfe an", sagte der evangelische Dekan von Münchberg, Erwin Lechner. Der Termin des Gottesdienstes sei ganz bewusst in zeitlichem Abstand zum Unfalltag gewählt worden, so Lechner weiter. An der Unfallstelle waren am Montag zahlreiche Helfer von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Technischem Hilfswerk im Einsatz.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Fernsehen: MDR Extra| 08.07.2017 | 14:00 Uhr

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.07.2017 | ganztägig

MDR SACHSENSPIEGEL | 08.07.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2017, 21:28 Uhr

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2 Kommentare

08.07.2017 00:19 Kritiker 2

Der Freistaat Sachsen möge doch bitte Trauerfeiern für alle seine Bürger organisieren - auch für die große Mehrheit, die keiner Kirche angehört! Die sehe ich bei einem Gottesdienst nicht vertreten und deren (negative) Glaubensfreiheit nicht respektiert.
Unabhängig davon brauchen wir zeitgemäße, alltäglichere, angemessene Trauerarbeit, die vom Staat entsprechend unterstützt wird.

07.07.2017 20:33 Agnostiker 1

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