Gedenken Dresden Stolperstein
Archivbild Bildrechte: Deborah Manavi/MDR

Vorfall in Dresden Heftige Kritik an Polizeieinsatz bei Pogromgedenken

Gedenken Dresden Stolperstein
Archivbild Bildrechte: Deborah Manavi/MDR

Die Polizei in Dresden sieht sich nach einer Gedenk-Veranstaltung zur Reichspogromnacht heftiger Kritik ausgesetzt. Dabei geht es um den Einsatz von Polizisten am Donnerstagabend an Stolpersteinen in der Seestraße. Teilnehmer hatten Kerzen und Grablichter neben die Stolpersteine gestellt, um an die ermordeten jüdischen Dresdner zu erinnern. Im Kurznachrichtendienst Twitter berichteten Anwesende schließlich, ein Polizist habe sie darauf hingewiesen, das "unbeaufsichtigte Feuer" zu löschen. Die Kerzen seien ein Verstoß gegen die Polizeiverordnung.

Seitdem wird in den sozialen Netzwerken heftig über den Vorfall diskutiert. Der Vorsitzende des Stolpersteine-Vereins Dresden, Claus Dethleff, forderte von der Polizei eine Stellungnahme. Die Dresdner Polizei reagierte auf Twitter und kündigte an, den Vorfall "nachbereiten" zu wollen:

Die Twitter-Gemeinde konnte das kaum beruhigen. Sie kommentierten den Tweet der Polizei unter anderem so:

  • "Allein die Tatsache, dass die Beamten die korrekte Schreibweise des Wortes Pogrom nicht kennen..."
  • "Sinnvoll wäre Vorbereitung in Form von politischer Bildung, Entnazifizierung etc."
  • "Offenbart sich etwa in der deutschen Polizei antisemitismus mal wieder"
  • "Die Aufforderung ist nicht nur nicht nachvollziehbar - sondern auch ein Schlag ins Gesicht. Nicht nachbereiten, sondern mal Konsequenzen daraus ziehen. Z.B. solche, dass der eingesetzte Beamte solchen Veranstaltungen fern zu bleiben hat."
  • "Ich würde mal vermuten, 'nachbereiten' heißt in diesem Fall 'mit nem Feierabendbier drauf anstoßen'."

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.11.2017 | Regionalnachrichten ab 14:30 Uhr

Quelle: MDR/Twitter/kk

Zuletzt aktualisiert: 10. November 2017, 20:58 Uhr