Region Dresden

Katholische Kirche : Bischof Reinelt geht in den Ruhestand

Aus Altersgründen hat sich Bischof Joachim Reinelt nach 24 Dienstjahren am Montag in den Ruhestand verabschiedet. Wie das Bistum Dresden-Meißen mitteilte, nahm Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch des 75-jährigen Bischofs an. Der Vatikan verkündete am Montag diese Entscheidung. Das Bistum selbst sprach davon, dass "eine Ära zu Ende geht". Reinelt galt in seiner Kirche und bei den Gläubigen als volksnah, bodenständig und bescheiden. Gemäß der kirchenrechtlichen Bestimmungen hatte Reinelt dem Papst vor seinem 75. Geburtstag seinen Amtsverzicht aus Altersgründen angeboten. Dieser hatte zunächst aber abgelehnt. Unter anderem sollten die seinerzeit vakanten Bischofsstühle in den benachbarten Bistümern Berlin und Görlitz besetzt werden, hieß es in Dresden. Nachdem dies geschehen ist, habe der Vatikan Reinelt nun in den wohlverdienten Ruhestand entlassen.

Berufung: 1961 zum Priester geweiht

Bischof Reinelt als junger Pfarrer
Altbischof Reinelt als junger Pfarrer

Seit 1988 leitete Reinelt als Nachfolger von Gerhard Schaffran das in Sachsen und Ostthüringen gelegene Bistum mit knapp 140.000 Katholiken. Nach der Wende engagierte er sich vor allem für den Aufbau katholischer Schulen und Akademien sowie karitativer Einrichtungen. Auch trat er dafür ein, dass sich die in der DDR aus der Öffentlichkeit verdrängten Kirchengemeinden zur Gesellschaft hin öffneten.

Reinelt war für seine klaren Worte zu aktuellen Fragen bekannt. So verurteilte er die Präimplantationsdiagnostik als "Kultur des Todes", weil dabei Embryonen vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auf mögliche Krankheiten untersucht und gegebenenfalls vernichtet werden. Vor wenigen Tagen erst wandte sich Reinelt einmal mehr vehement gegen die alljährlichen rechtsextremistischen Aufmärsche um den 13. Februar, dem Gedenktag der Bombardierung Dresdens. "Nationalsozialistisches Gedankengut vernichtet Frieden in den Köpfen und Herzen", sagte er in einem Interview.

Der im schlesischen Neurode geborene Reinelt wuchs in Radeberg auf. Nach seiner Priesterweihe 1961 war er Seelsorger in Gera, Freiberg, Dresden und Altenburg. 1986 wurde er Caritasdirektor der Diözese, bevor er 1988 zum Bischof geweiht wurde. Reinelt, dessen Amtszeit nach seinem 75. Geburtstag am 21. Oktober 2011 zunächst vom Papst verlängert wurde, war der 48. Bischof des 968 gegründeten Bistums Meißen.

Ruhestand: Mehr Zeit für Reisen, Kultur und Wandern

Nach Angaben des Bistums wird Reinelt seine freie Zeit nun zum Reisen, zum Wandern und Radfahren nutzen. Zudem gilt er als Liebhaber von Kunst, Kultur und guten Büchern. Zudem werde er auch in Zukunft als Seelsorger für die Menschen da sein, hieß es. Er werde weiterhin an der Gestaltung von Gottesdiensten beteiligt sein. Reinelt hat Dresden als Altersruhesitz gewählt.

Für das Bistum Dresden-Meißen beginnt nun die Phase der sogenannten Sedisvakanz, in der das Bischofsamt nicht besetzt ist. Das Kirchenrecht legt dazu fest, dass das Domkapitel innerhalb von acht Tagen einen Diözesanadministrator wählen muss. Dessen Befugnisse entsprechen im Wesentlichen denen eines Bischofs. Zur Wahl eines neuen Bischofs für das Bistum Dresden-Meißen wird dem Domkapitel ein Vorschlagsrecht eingeräumt. Dazu legen die Domkapitulare in Rom eine aktuelle Liste geeigneter Kandidaten vor. Darüber hinaus war der Bischof von Dresden-Meißen bereits angehalten, dem Vatikan alljährlich eine Zusammenstellung geeigneter Nachfolger zuzusenden.

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2012, 21:03 Uhr

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