Wahl 2017 Sächsische Lieblingswörter gekürt

Sächsische Wörter des Jahres
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Schmieche, Reformande und andadschn - das sind die sächsischen Wörter des Jahres 2017. Zum zehnten Mal sind sie am 3. Oktober gekürt worden. Die Gala zur feierlichen Verkündung fand im Dresdner Schauspielhaus statt - mit dabei waren unter anderem SZ-Autor Peter Ufer und MDR-Sachsenradio-Moderator Andreas Berger. Sie präsentierten die diesjährigen Gewinner.

Die sächsischen Wörter des Jahres 2017 Das schönste Wort: Schmieche
Die Schmieche bezeichnet in Sachsen einen Gliedermaßstab, einen Meterstab oder Zollstock.

Das bedrohte Wort: Reformande
Eine Reformande ist eine Strafpredigt, eine Zurechtweisung, ein Verweis.

Das beliebteste Wort: andadschn
Andadschn heißt antasten, anfassen, etwas oder jemanden berühren. Und wer sein Smartphone bedient, der tut genau das.

Diese Wörter standen zur Auswahl für das beliebteste sächsische Wort:
Sächsisch heißt auf Hochdeutsch ...
Ämmes für seine Verhältnisse ein großes Ding
andadschn anfassen
Bäbe Rührkuchen
dambern        warten, stehen, unruhig sein
driem drüben, auf der anderen Seite
ergaddern etwas Seltenes bekommen, gerade noch so etwas kriegen
kaubeln tauschen
fänsn weinen
forhäddern sich versprechen, in Schwierigkeiten geraten
Geigl Spiel, sinnlos beschäftigt sein

Rettung der sächsischen Mundart

Seit 2008 kürt die Ilse-Bähnert-Stiftung die Sächsischen Wörter des Jahres. Sinn der Aktion ist es, aussterbende sächsische Wörter zu retten und die sächsische Mundart als wichtigen Teil der deutschen Sprache zu fördern.

Jährlich kürt eine Jury die Sächsischen Wörter des Jahres. Als Mitglieder sitzen Kabarettist Tom Pauls, Journalist Peter Ufer und MDR-Sachsenradio-Moderator Andreas Berger seit vielen Jahren im Gremium. In diesem Jahr zum ersten Mal dabei, ist die Leipziger Kabarettistin Elisabeth Hart, die Tochter von Jürgen Hart.

Immer im Frühjahr werden die Sachsen aufgerufen, ihre Wort-Vorschläge einzureichen. Gekürt wird das Wort des Jahres immer am Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober, bei der großen Sachsen-Wort-Gala im Dresdner Schauspielhaus.

Tafel mit vielen verschiedenen Sächsischen Worten.
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Die bisherigen Sächsischen Wörter des Jahres:
Jahr Beliebtestes Wort Schönstes Wort Bedrohtestes Wort
2016 diggschn (eingeschnappt sein) Bibbus (kleines Teil) Mäffdl (kleines Auto)
2015 Blaadsch (ungeschickter Mensch) Dämmse (drückende Hitze, Schwüle) Eiforbibbsch (etwa wie "Ach Gott")
2014 Gelumbe (nutzlose Dinge) Däschdlmäschdl (Liebschaft) forblembern (trödeln, Zeit vergeuden)
2013 Hitsche (Fußbank) forhohnebibln (verspotten) schnorbslich (köstlich)
2012 didschen
(Lebensmittel in Flüssigkeit eintunken)
plumbn
(Wasser pumpen, heftiger Starkregen, schnell und viel trinken)
Renfdl
(Brotkanten)
2011 katschn
(laut kauen oder schmatzen)
bomforzionös
(großartig, aber etwas pompös)
Haderlump
(Taugenichts/ Landstreicher in abgerissener Kleidung)
2010 Hornzsche
(Rumpelkammer oder altes, verwahrlostes Haus)
bäbbeln
(Fußballspielen/ Kicken als Freizeitvertreib
dschidschoriengrien
(kräftige, "giftige" Grüntöne)
2009 färdsch
(fertig)
fischelant
(clever, rührig, auf Zack)
Asch
(Aufwaschschüssel oder große Waschschüssel)
2008 nu
(als Lückenfüller oder Synonym für "ja")
muddln
(vor sich hin arbeiten, sein Ding machen, etwas ziel- und lustlos bei der Sache sein)
lawede
(instabil, ausgeleiert, marode)

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2017, 22:15 Uhr