Nach Augenerkrankung Schneeleoparden-Nachwuchs im Zoo Dresden eingeschläfert

Traurige Nachrichten aus dem Zoo Dresden: Der erst vier Wochen alte Nachwuchs der Schneeleoparden musste eingeschläfert werden. Wie Zootierarzt Dimitri Widmer sagte, wurde die Entscheidung "schweren Herzens" getroffen. Die drei kleinen Raubkatzen litten an einer Augenerkrankung, einem sogenannten Kolobom, die zur Erblindung der Tiere führen kann.

Zuchtbuchhalter stimmt Erlösung zu

Schneeleoparden im Zoo Dresden
Derzeit ist offen, wie es mit dem Leoparden-Pärchen "Istari" und "Askin" im Zoo Dresden weitergeht. Bildrechte: Zoo Dresden

Die Erkrankung ist etwa eine Woche vorher aufgefallen, da Teile des Augenlids fehlen. Dadurch ist die empfindliche Hornhaut ungeschützt und es können Reizungen, Entzündungen und Infektionen auftreten. Die Ergebnisse der ersten Untersuchung wurden umgehend der Leitung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Schneeleoparden und einem auf Augenheilkunde spezialisierten Tierarzt weitergeleitet. Die Experten empfahlen zunächst weitere Untersuchungen.

Der spezialisierte Tierarzt stellte bei seiner Kontrolle am vergangenen Freitag fest, dass auch der Sehnerv der Tiere beschädigt war. Dadurch sei die Sehfähigkeit eingeschränkt und es können Folgeerkrankungen auftreten. Bei einem der drei kleinen Schneeleoparden wurde zudem eine veränderte Hornhaut diagnostiziert. In Abstimmung mit dem Zuchtbuchhalter wurde daraufhin beschlossen, die Tiere von ihrem Leid zu erlösen.

Offene Fragen

Das Krankheitsbild tritt weltweit bei Schneeleoparden auf. Die Erkrankung ist angeboren und möglicherweise genetisch bedingt. Die genaue Ursache ist allerdings nicht bekannt. Auch ein nutritiver, toxischer oder infektiöser Hintergrund wird nicht ausgeschlossen.

Die Tierkörper werden nun am Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin eingehend pathologisch untersucht, um einer Aufklärung der Krankheit möglicherweise einen Schritt näherzukommen.

Dimitri Widmer Zootierarzt in Dresden

Der Zoo weiß auch noch nicht, wie es mit der Schneeleoparden-Zucht in Dresden weitergehen wird. Man müsse die Empfehlung des Zuchtbuchhalters abwarten, heißt es. Möglich wäre, dass die Eltern "Istari" oder "Askin" mit Tieren anderer Zoos getauscht werden. Das passiere im Rahmen der Zuchtprogramme sowieso häufiger, erklärt der Tierarzt auf Nachfrage von MDR SACHSEN.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.07.2017 | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden ab 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2017, 17:11 Uhr

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3 Kommentare

26.07.2017 10:14 Bernd Naier 3

Dresden fällt immer wieder mit selbstherrlichen Entscheidungen auf. Bei den Tieren hätte man beruhigt die weitere Entwicklung abwarten können und zum späteren Zeitpunkt eingreifen können. Völliger Blödsinn - auch aus Tierärztlicher Sicht - und kaum zu glauben, das ein Zoodirektor so was unterschreibt !

25.07.2017 13:37 Mi 2

Einschläfern aufgrund einer Augenerkrankung, "um die Tiere von ihrem Leid zu erlösen"? Klingt für mich nach einer billigen Lösung.

25.07.2017 06:36 Ralf Rothmann 1

SCHADE,das stimmt ein traurig.Hoffentlich klappt es ja irgendwann.Ich wünsche viel Glück.