Offener Brief Semperoper wehrt sich gegen Pegida

Die Semperoper will die Kundgebungen der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung vor ihrem Haus nicht länger hinnehmen. Sie hat deshalb einen eindringlichen Hilferuf an die Stadt Dresden und das Land Sachsen gerichtet. "Lassen Sie nicht zu, dass die Plätze unserer Stadt mit Hetzparolen gefüllt werden", heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Offenen Brief an Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

Wir, die wir nicht nur mit unserer Kunst, unseren Gewerken und unseren Fertigkeiten, sondern auch aus tiefster Überzeugung für demokratische und humanistische Werte eintreten, sind in unserer täglichen Arbeit inzwischen auf unzumutbare Weise eingeschränkt und belastet.

Aus dem Offenen Brief

Semperoper: Viele Besucher abgeschreckt

Jeden Montag müsse man auf dem Weg zur Arbeit an Menschen vorbei, die aggressive und diskriminierende Parolen skandierten. Die Oper erinnerte daran, dass sich das Ensemble aus Menschen vieler Nationen zusammensetze. Doch die Stimmung in den eigenen Reihen werde zunehmend bedrückter. "Viele von uns fühlen sich durch die Versammlungen von Pegida auf dem Theaterplatz unwillkommen und ausgegrenzt, werden beleidigt und bedroht. Wir fühlen uns dabei nicht nur unwohl, sondern vor allem nicht mehr sicher."

Die Mitarbeiter der Semperoper und der Sächsischen Staatskapelle Dresden erwarten von der Landesregierung und der Stadt, dass sie "alle zur Verfügung stehenden Mittel" nutzen, um die Arbeitsplätze zu sichern und dem Publikum einen ungestörten Zugang zur Oper zu ermöglichen. Viele Besucher hätten dem Haus mitgeteilt, dass sie einen Besuch der Semperoper meiden.

Die Semperoper hat sich bereits mehrfach an Protesten gegen Pegida beteiligt, unter anderem mit LED-Anzeigen, bunten Fahnen auf dem Vorplatz oder Videoprojektionen.

Chor der Semperoper singt Ode an die Freude
Am 21. Dezember hat sich der Chor der Semperoper am Protest gegen Pegida beteiligt. Es erklang die "Ode an die Freude". Bildrechte: Semperoper Dresden

Zuletzt aktualisiert: 22. Dezember 2015, 14:15 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

318 Kommentare

24.12.2015 14:08 Kritischer Bürger 318

@311. Klaus: Also was liegt hier nun näher mit der Semper-Oper? Es ist sicherlich die Einstellung der Leitung gegen diese zu sein um jene zu unterstützen. Werden oder können nur hoffen das man da nicht heute die falsche Seite unterstützt hat, doch das wird sich erst in einigen Jahren herausstellen.

24.12.2015 14:04 Kritischer Bürger 317

@311. Klaus: aber im Grunde frage ich mich hier. Was hat das mit dem Artikel oben NOCH ZU TUN? Aber eines kann ich noch anführen was gerade erst vor einem halben Jahr in Dessau von statten ging und mit Theater und Belegschaft zu tun hatte. Auch MDR schrieb darüber damals Artikel. Das Anhaltische Theater bekam einen neuen Chef weil man dem alten Chef, der wirklich in seiner Amtszeit aus diesem Haus etwas gemacht hatte, höfflichst nahe gelegt hat, sich bitte um eine neue Amtszeit neu zu bewerben, denn man konnte es in der betreffenden Stadtverwaltung nicht dulden "Querdenker" weiter in Amt und Würden zu belassen. Für diese Arbeit bekam nun ein ganz Anderer die Lorbeeren für 5,3 Mio Euro Zusagen, weil man die gesellschaftlich relevanten Themen in diesem Haus mehr einbringen will, als Oper, Operette, Musical oder Schauspiel.

24.12.2015 13:53 Kritischer Bürger 316

@311. Klaus: Immer wieder die Leier.... man hätte ja in der Schule, man kann ja aus seinem Beruf ... usw. Ich hatte doch erst vor kurzem versucht das Ausbildung vielleicht noch für jeden möglich sei, aber später in Arbeit zu kommen das liegt nicht an den, welcher Arbeit sucht sondern an den der als Arbeitgeber auftritt und mit jedem Wort schon im Hinterkopf darüber nachdenkt, was könnte dieser Bewerber für unser (mein) Unternehmen an Gewinn sein. Müssten Sie doch am besten wissen wie es in Ihren ebenen zugeht. Da ist nichts mit ... was man aus seinem Leben macht... sondern eher...wie kommt man über den Alltag des Lebens, selbst mit Einkommen, wenn man es geschafft haben sollte in Arbeit zu kommen. Nicht umsonst hatte ich in dem Zusammenhang angeführt das Unternehmen wo ich noch arbeite hat inzwischen 3 neue Eigentümer gehabt und be jedem ist es schlechter geworden. Ähnlich wie Zwickau wird es auch uns bald gehen. Zu und dicht.

24.12.2015 13:46 TANTRIS 315

Danke, lieber MEDIATOR für Ihre hervorragenden Beiträge! Ich befürchte nur, daß bei vielen verblendeten Bloggern hier die besten Argumente nichts nutzen. Wer Bachmann und seinen Rednern folgt und sich dann auch noch als "rechts der Mitte" bezeichnet, weiß nicht, wo Wilders, Pirinçci, Bearth, Dewinter usw. politisch positioniert sind. Man will es nicht wissen. Wie immer, wurden die rechten Hetzreden bejubelt. Ich kenne viele Muslime und einige Flüchtlinge. Ich wohne in einem Umfeld mit vielen Ausländern. Hier gibt es nicht den Ansatz von Pegida. Pegida gibt es nur dort, wo man vor dem Fremden Angst hat. Und bei Pegida wird diese Angst kultiviert. Man redet vom Abendland, vom Heimatland, welche es zu retten gilt und hat keine Ahnung von der eigenen und vor der fremden Kultur. Man redet von Demokratie, will aber andere mit anderer Meinung wie die Mitglieder der Semperoper zum Schweigen bringen. Flüchtlinge, laßt uns mit diesen Deutschen nicht allein! Frohe Weihnachten!

24.12.2015 13:44 MEdiator an 307. Kritischer Bürger: 314

Weil Sie es sich so wünschen und ja bald Bescherung ist noch eine Antwort extra für Sie. Was bitte ist konkret an den Worten des Amtseides nicht abstrakt? <Wohle, Nutzen, Schaden>? Was der eine als Nutzen empfindet ist dem anderen ein Schaden. Letztendlich muss es immer eine Abwägung geben was für den Staat und seine Bürger als Ganzes und auf lange Sicht wichtig und richtig ist. Dass von mir angeführte Beispiel „Agenda2010“ ist so etwas Abstraktes. Sicherlich hat es eine Polarisierung vorangetrieben, doch was wären die Alternativen gewesen? In der Globalisierung kann man sich nicht von der Welt abkoppeln und so tun als wären soziale Leistungen ohne staatliche / wirtschaftliche Leistungsfähigkeit möglich. Viele Länder haben eine „Agenda2010“ noch vor sich um nicht wirtschaftlich abgehängt zu werden.

24.12.2015 13:43 Gabi63 313

@Mediator, @Klaus, möchte nicht als unhöflich gelten, deshalb kurze Info. Mein Sohn ist krank Norovirus, hat bereits Infusion bekommen und hoffe auf Ihr Verständnis deshalb keine Zeit zu haben um weiter auf Ihre Antworten einzugehen.

24.12.2015 12:53 V2Knut 312

@311. [Klaus]: Der Klaus aus dem Altre.. dem Altbundesgebiet: Jeder gefühlt dritte Satz geht mit "Bei uns hier..." los. Schön wäre es, wenn er denn "bei sich bleiben" würde... Aber da bleibt es wohl bei meinem Wunsch, nicht wahr, Klausi? So werden wir wohl auch künftig die Last der überheblichen und nicht sonderlich intelligenten, aber dreisten Verbalien dieses Menschen noch zusätzlich schultern müssen...

24.12.2015 12:34 Klaus 311

{306. Ichich:} - Ich selbst kenne hier keine Einwandererviertel und auch keine konfessionellen Privatschulen. Staatliche Schulen sind m. E. vollkommen ausreichend, es kommt halt darauf an, was man später im Beruf daraus macht. Man lernt ja nicht nur in der Schule und mit dem Berufseinstieg hört das Lernen auch nicht auf. Aber dennoch schön, dass es bei uns keine PEGIDA gibt und wir mit den vielen Ausländern wunderbar auskommen. Daran kann man erkennen, dass die PEGIDA vollkommen überflüssig ist und für nichts gut ist. Die machen einfach nur Probleme, die ansonsten nicht da wären. Also, uns geht es gut und schöne Weihnachten für alle.

24.12.2015 12:24 Werner 310

@Mediator: "war es eine harte, bittere aber absolut NOTWENDIGE Maßnahme, der Deutschland seine aktuelle gute Situation verdankt?" Welche gute Situation? Die Armut, die Kinderarmut? Das Manipulieren = Fälschen des Armustsberichtes? Die massenhaft präkären Arbeitsverhältnisse, die daraus entstanden sind? Brutalste Werksverträge mit "freier Kost und Logie" wie im Feudalismus? Die Absaugung der Altersvorsorge und des Wohlstandes durch Aufbrauchen allen Vermögens? Die "Umleitung" der Renten über private Versicherungsfirmen mit medialer Kampagne? Das waren lobbygesteuerte, politische Verbrechen. "..Reform, die für viele sicherlich.." Sie kennen ganz sicher Hartz-Empfänger nur vom Schreibtisch aus. Was halten Sie als offensichtlicher Jurist von der aufgedeckten Wahlfälschung in Bremen? Nur wenige Medien wie "Welt Online" hatten vorgestern berichtet. Ehemalige DDR-Bürger können zwischen den Zeilen lesen und erkennen Nebelgranaten schon im Anflug.

24.12.2015 12:01 Kritischer Bürger 309

In diesem Sinne gesegnete Weihnachtsfeiertage und ein wenig mehr Besinnung bei allen.