Turnweltmeisterin Pauline Schäfer nach WM-Triumph beim MDR Jubel, Tränen, Olympia-Traum

Auf dem zehn Zentimeter schmalen Schwebebalken hat sich Pauline Schäfer zum Weltmeistertitel geturnt. Nach einer fröhlichen Party-Nacht im kanadischen Montreal ist die Sportlerin nun wieder zurück in Sachsen. Als sie ihre Chemnitzer Trainerin Gabi Frehse, Mutter und Geschwister am Flughafen wiedersieht, fließen die Tränen. Über die Emotionen und all die Aufregung hat die Weltmeisterin bei MDR SACHSEN im Sachsenspiegel und Sachsen-Radio gesprochen.

von Kathrin König

Pauline Schäfer
Gleich als erste im Finale turnte Pauline Schäfer auf dem Schwebebalken. Ihr Wettkampf-Auftritt überzeugte die Kampfrichter und schockte die Konkurrentinnen. Bildrechte: IMAGO
Turnerin Pauline Schäfer bei ihrer Ankunft am Flughafen Dresden.
Fest umarmt von Geschwistern und der Mutter wurde Pauline Schäfer am Flughafen Dresden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Direkt nach dem WM-Sieg am Schwebebalken im kanadischen Montreal war Pauline Schäfer sprachlos und so glücklich, dass die Tränen flossen. Einen Tag nach dem Triumph hat die 20-Jährige zwar ihre Sprache wiedergefunden - richtig fassen kann sie ihren Erolg noch immer nicht. "Ich muss erst sacken lassen, was da in der Halle passiert ist. Es war ein großer emotionaler Moment für mich", sagte die Turnerin MDR SACHSEN während ihres Besuches im Landesfunkhaus.
Schäfer war am Nachmittag auf dem Flughafen Dresden gelandet und - umringt von Kamerateams und Journalisten - zuerst von ihren engsten Vertrauten begrüßt worden.
"Ich war überglücklich, dass ich meine Tochter endlich drücken und umarmen konnte", sagte Paulines Mutter Liane Betz. Sie schätzt ihre Tochter als eher zurückhaltend ein. Daher sei Pauline inmitten des Medienrummels froh gewesen ihre Familie wieder zu sehen.

Das Finale habe ich nur im Auto mitgehört.

Gabriele Frehse Turn-Trainerin
Turnerin Pauline Schäfer zu Besuch im Landesfunkhaus Sachsen/Dresden
Pauline Schäfer zeigt im Studio des MDR-SACHSENSPIEGEL ihre WM-Goldmedaille. Moderator Tino Böttcher gratulierte der 20-Jährigen zum historischen Sieg. Bildrechte: MDR/Kathrin König

Auch Schäfers Trainerin in Chemnitz, Gabriele Frehse umarmte stolz ihren Schützling. Aus der Ferne hatte sie mit ihrer Leistungsturnerin mitgezittert, war selbst aber nicht nach Kanada mitgeflogen. "Es ist für einen Trainer immer schlimm, wenn er nicht direkt dabei sein kann. Ich hatte Pauline so sehr gewünscht, dass sie ins Finale kommt. An den Titel habe ich nicht geglaubt", meinte die Chemnitzerin. Umso mehr freue sie sich über diese Goldmedaille. "Sie ist wichtig für Pauline, für ihre Familie und für uns in Chemnitz und alle Turner. Der Titel ist das Größte, was wir bis jetzt erreicht haben."

Olympia 2020 wäre für mich das Größte. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Pauline Schäfer Turn-Weltmeisterin

Dabei soll es nicht bleiben, meint die gebürtige Saarländerin Pauline Schäfer, die als 15-Jährige ins Turn-Zentrum Chemnitz gekommen war. Als großes Ziel stehen für sie die Olympischen Spiele 2020 an. Auch wenn sie jetzt am Schwebebalken Bestnoten bekommen habe, das Gerät sei für sie noch lange nicht ausgereizt. "Mal sehen, was ich gestalten kann, damit es für ein Olympia-Finale reicht." Pauline Schäfer versucht für ihr großes Ziel ihre vier Jahre jüngere Schwester Helene mit ins Boot zu nehmen. Helene trainiert ebenfalls im Chemnitzer Turn-Zentrum.

Turnerin Pauline Schäfer zu Besuch im Landesfunkhaus Sachsen/Dresden
Frauenpower rings um Weltmeisterin Pauline Schäfer (2. v. li.): ihre Trainerin Gabriele Frehse (li.), Mama Liane Betz und die jüngere Schwester und Turnkollegin Helene Schäfer. Bildrechte: MDR/Kathrin König

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Fernsehen : MDR SACHSENSPIEGEL| 10.10.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2017, 18:44 Uhr

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