Amtsgericht Dresden Haftstrafe nach fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Heidenau

Im Zusammenhang mit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen vor zwei Jahren in Heidenau ist ein junger Mann vom Amtsgericht Dresden zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Wie die Generalstaatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, muss der 20-Jährige wegen besonders schweren Landfriedensbruchs für zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Außerdem seien ihm weitere Straftaten wie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen worden. Das Urteil vom 29. September ist noch nicht rechtskräftig.

Ausreichend Beweise

Der junge Mann hat nach Überzeugung des Gerichts bei den Protesten gegen die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in einem ehemaligen Heidenauer Baumarkt Polizisten angegriffen. Er warf Gegenstände in deren Richtung, mehrere Beamte wurden dabei verletzt. Der Beschuldigte, der in Untersuchungshaft ist, konnte den Angaben nach durch zahlreiche Hinweise, Fotos und Videos sowie Zeugenaussagen eindeutig identifiziert werden.

41 Ermittlungsverfahren eingeleitet

Bereits im November 2016 hatte das Amtsgericht Pirna zwei Männer im Alter von 26 und 32 Jahren wegen Angriffen auf Polizisten zu Gefängnisstrafen verurteilt. In vielen weiteren Fällen gab es entweder Geldstrafen oder die Vorfahren wurden eingestellt.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden wurden insgesamt 41 Ermittlungsverfahren geführt. In 22 Fällen sei Anklage erhoben worden, unter anderem wegen schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Quelle: dpa/dk

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 06.10.2017 | Nachrichten ab 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2017, 18:54 Uhr

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20 Kommentare

07.10.2017 17:24 Berichtigung 20

Gemeint ist #Ullrich 17, #falsch ist andre 41

07.10.2017 17:21 @ andre 41 19

Welche Fake News meinst du?
Oder ist es einfach nur Gewohnheit, dieses "Modewort" zu benutzen?

07.10.2017 12:17 Mediator an REXt (7) 18

Was ist den bitte für sie die "linke Szene"?

Hier wurde ein Rechtsradikaler erwischt wie er schwere Straftaten begangen hat und das Urteil schickt ihn gottseidank nun ins Gefängsnis wo er hingehört. Da nutzt auch ihre Ablenkung und Relativierung nichts.

Wie immer sollte man der Welt mit offenen Augen entgegen treten und sich nicht von irgendeiner Propaganda oder Zweckdarstellung blenden lassen.

Alle die immer wieder auf dem G20 Gipfel als angeblichen Gewaltexzess einer linksextremistischen Szene herumreiten , solltens ich fragen woher sie eigentlich wissen wer da wirklich seine Gewaltfantasien ausgelebt hat. Dort tobten sich Täter aus ganz Europa und Deutschland aus. Was noch 2 Wochen nach dem Gipfel als Gewissheit halt wackelt inzwischen auch bereits gewaltig. Der NDR berichtet heute z.B. "G20-Krawalle: Kritik an Polizeiangaben".
Die Fragen werden immer bohrende, warum die Polizei die Gewalttäter auf der Schanze gewähren liesen!

07.10.2017 11:24 Ullrich 17

Klar darf verglichen werden - dann aber richtig!
G20 laut Wikipedia
7 Urteile, davon 3 Haftstrafen, 3 Haft auf Bewährung, 1 weitere Strafe wird weiter Verhandelt.
Jetzt dürfen einige hier weiter Fake News verbreiten!
Gewalttäter gehören verurteilt auch und vor allem in Sachsen Rechte kriminelle!

07.10.2017 11:09 Mediator 16

Schön, dass nach und nach imemr mehr Rechtsextremisten und Rassisten, die sich von ihrer kranken Ideologie zu Straftaten haben hinreisen lassen, hinter Gitter verschwinden.

Leider kommen diese Urteile reichlich spät, den gnau solche Aktionen wie in Heidenau oder die unzähligen Brandanschläge, denen lange keine juristischen Konsequenzen folgten, haben das Klima in unserem Land vergiftet. Schnelle ermittlungen und Verfahren sind hier in meinen Augen ungeheuer wichtig.

Wie blöd muss man sein für fremdenfeindliche Randale nun mehrere Jahre ins Gefängnis zu gehen. Ich gönne es diesen Kriminellen von Herzen!

07.10.2017 10:44 real_silver 15

@Nr13 Frauke Ohne mich mit der Arbeit der Juristen auszukennen würde ich behaupten, dass ein Vermittlungsverfahren, von mir aus auch mit den selben Anklagepunkten, nicht das selbe ist und den selben Ermittlungsaufwand aufweist wie ein anderes. Das MDR schrieb weiter oben, dass es schon andere Verurteilungen vorher gegeben hat. Du sagst ja selbst "ein linker Randalierer wurde nach 2 Monaten verurteilt" - kannst du ausschließen, dass noch gegen weitere "linke Randalierer" ermittelt wird, und deren Urteil auch erst in 2 Jahren feststeht? Bei dem Ermittlungsalptraum gegen derart viele vermummte Personen ist das alles andere als abwegig.

07.10.2017 10:21 Steffen GM 14

Tatsächlich, nach über zwei Jahren „schon“ ein Urteil?
Wir dürfen nun gespannt sein wie lange das bei den Legida-Schlägern dauert, die im Januar 2016 Leipzig-Connewitz verwüstet haben und alle Mann durch die Polizei festgesetzt wurden. Ähnliches gilt für die 150 Kameraden, die am 1. Mai in Apolda die Polizei und deren Fahrzeuge mit Steinen und Flaschen beworfen haben.
@1 und 2. (Falki&Phrasi): Trotz eures Kindergartenspieles „ABER DIE ANDEREN HABEN DOCH AUCH…“ muss man euch zugute halten, dass ihr euren Kommentar gerade noch rechtzeitig vorm Sandmännchen abgegeben habt.

07.10.2017 08:28 Frauke Garstig 13

In Hamburg hat man ein ähnliches Urteil gegen einen linken Randalierer in nur 2 MONATEN gefällt! In Sachsen braucht es über 2 JAHRE gegen einen rechten Randalierer?

06.10.2017 23:39 Rittersgrün 12

Es ist lächerlich, wie die Sympathisanten des rechtsextremen Gewalttäters hier wieder alles schönreden wollen. Nach dem Motto: "Aber andere Leute auf der Welt sind auch kriminell".
Na und? Mit dieser Masche versuchen sich schon Kleinkinder in der Vorschule heraus zu reden. Wenn sie etwas böses getan haben und erwischt worden sind, sagen sie: Aber der "Peter", der hat auch mal etwas schlimmes getan. Na und?
Hier geht es nicht um "Peter" und auch nicht um andere Straftäter. Sondern um einen Rechtsradikalen, der bei einer Gewalttat erwischt worden ist.
Der bekommt jetzt seine Strafe. So wie alle geschnappten Kriminellen. Da hilft auch kein Rausreden mehr. Anstatt die Gewalttaten schönzureden sollten seine "Freunde" lieber mal eingestehen, dass er wirklich großen Mist gebaut hat.

06.10.2017 22:32 Typisch? 11

Es gibt weder falsche Fragen, noch handelt es sich um Ablenkungsmanöver.
Vergleiche dürften doch wohl gestattet sein.
Die linke Fraktion stellt sie doch umgekehrt genau so an!
Wie viel wurden denn außer dem Niederländer nach G20 verurteilt? Könnt ihr da Beispiele benennen?
Der junge Mann wurde für seine Straftaten in Heidenau verurteilt, das ist ohne Frage gerechtfertigt.