Region Dresden

Fähren eingestellt, Wasserrohr geplatzt, Skihänge voll : Sachsen frösteln bei zweistelligen Minusgraden

Bei Nachtwerten von bis zu minus 26,4 Grad haben die Sachsen ein frostiges Wochenende erlebt. In Deutschneudorf im Erzgebirge wurde in der Nacht zum Sonntag diese Temperatur gemessen, das war die zweitniedrigste in ganz Deutschland nach Oberstdorf, wo minus 28 Grad gemessen wurden.

In Leipzig hielt ein Wasserrohr der Kälte offenbar nicht mehr stand. In der Antonienstraße kommt es deshalb seit Sonntag Nachmittag zu Behinderungen. Wie die Leipziger Verkehrsbetriebe mitteilten, muss der Bus der Linie 60 zwischen Adler und der Haltestelle Naumburger Straße eine Umleitung fahren. Die Haltestellen Antonien-/Gießerstraße und Siemensstraße können derzeit nicht bedient werden. In welchem Umfang auch Haushalte von dem Rohrbuch betroffen sind, ist derzeit noch unklar.

Eisbrecher auf der Elbe fahren nicht mehr

Auf der Elbe haben die Binnenschiffer zunehmend mit den zahlreichen Eisschollen zu kämpfen. Während am Sonnabend der Eisbrecher "Alberthafen" zwischen Riesa und Dresden noch im Einsatz war, lief er am Sonntag nicht mehr aus. Wie die Wasserschutzpolizei mitteilte, ist auf dem Fluss kaum noch Betrieb, da die meisten Güterschiffe den Hafen Hamburg ansteuern, denn in Magdeburg geht es seit Sonntag nicht mehr weiter.

Die ersten Fähren wie Coswig-Gauernitz und Diesbar-Seußlitz hatten wegen des Eisgangs bereits am Sonnabend ihren Betrieb eingestellt. Am Sonntag meldeten die Dresdner Verkehrsbetriebe, dass auch in der Landeshauptstadt keine Fähre mehr fährt. Unterdessen waren am Sonntag zahlreiche Spaziergänger am Dresdner Elbufer unterwegs, um sich die treibenden Eisschollen anzusehen. Viele fütterten auch die am Fluss angesiedelten Wasservögel, die zunehmend Probleme mit der Nahrungssuche bekommen.

Perfekte Wintersportbedingungen

Fichtelbergbaude im Winter auf dem Fichtelberg.
Ein Traum in Weiß - Oberwiesenthal ist in diesen Tagen wieder das reinste Wintermärchen.

Sonne, Schnee und knackige Kälte bescheren Sachsens Skigebieten dagegen perfekte Bedingungen. So herrschte am Sonnabend am Fichtelberg in Oberwiesenthal großer Andrang. Trotz der Tagestemperaturen von minus zehn Grad lassen sich die Wintersportler nicht abhalten, auf Ski, Schlitten oder Snowboard zu steigen. Wie der Geschäftsführer der Schwebebahn, René Lötzsch, dem SACHSENSPIEGEL sagte, herrscht in Oberwiesenthal derzeit so viel Andrang, dass der verspätete Winterbeginn wieder aufgeholt werden kann. "Wir haben nicht mehr viel Rückstand von den Gästen und den Beförderungen. Also der Zuspruch im Skigebiet ist dieses Jahr auf alle Fälle höher als im vergangenen Jahr." Bis zu 5.000 Wintersportfans waren in der vergangenen Woche in Oberwiesenthal unterwegs, darunter auch viele Besucher aus anderen Bundesländern, die bereits Winterferien haben.

In Oberwiesenthal warten auf die Wintersportfreunde 15,5 Kilometer Abfahrtspiste, 30 Kilometer gespurte Loipen und ebenso viele Ski- und Wanderwege.

Andrang in der Oberlausitz, Skigaudi am Markkleeberger See 

Auch an der Lausche, einem der größten Wintersportgebiete der Oberlausitz, herrscht großer Andrang. Wie die Touristinformation mitteilte, ist es rund um den 800 Meter hohen Berg zwar "eiskalt, aber dafür wunderbar sonnig." Alle drei Lifte seien in Betrieb und sämtliche Loipen gespurt. Auch rund um Oybin herrschen derzeit gute Wintersportbedingungen. Die Gesamtschneehöhe beträgt bis zu 30 Zentimeter, die zwölf Kilometer langen Skiwanderwege sind gespurt.

Kupfer: Eis vielerorts nicht tragfähig

Unterdessen sprach Sachsens Umweltminister Frank Kupfer noch mal eine eindringliche Warnung aus, zugefrorene Eisflächen nicht zu betreten. Wegen des schwankenden Wasserspiegels sei das Eis vielerorts nicht tragfähig. Auf Flüssen, Seen und Talsperren hätten sich Eisschichten gebildet, die zudem zu Eishochwasser führen könnten. Aufbrechendes und angeschwemmtes Eis könne den Abfluss behindern und zu Überschwemmungen führen. Vor allem Engstellen wie Brücken oder Wehre seien gefährdet. Die Landestalsperrenverwaltung verstärkte landesweit ihre Kontrollen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ist bis Mitte kommender Woche kein Ende der Frostperiode in Sicht.

Zuletzt aktualisiert: 02. März 2012, 11:45 Uhr

1. Max:
"Sibirische Kälte" - das ist doch eine Übertreibung! In Deutschland ist weder -50°C noch -40°C wie in Sibirien. Am Tag lediglich -10°C, durch die Nacht meistens -17°C - -20°C. Wenn bei so milder Kälte schon alles absagt - so ist nicht die Kälte schuldig, sondern die Ämte, die das Land für Winter schlecht vorbereitet haben!
05.02.2012
13:15 Uhr

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