Region Dresden

Dresden : Genossenschaften haben kaum noch freie Wohnungen

Die Dresdner Wohnungsgenossenschaften können auf den niedrigsten Leerstand in ganz Sachsen verweisen. Nach Angaben des gemeinsamen Arbeitskreises liegt die Quote bei den Mitgliedsunternehmen zwischen 0,7 und 4,8 Prozent. Zum Vergleich: Sachsenweit steht jede elfte Wohnung leer. In Dresden habe sich damit ein positiver Trend fortgesetzt, der auch für die kommenden Jahre erwartet werde, teilte der Arbeitskreis am Mittwoch mit.

Leichter Anstieg bei Mieten, großer bei Investitionen

In der sächsischen Landeshauptstadt sind demnach vor allem große oder seniorenfreundliche Wohnungen gefragt. Dank des niedrigen Leerstands sowie höherer Mietpreise bei Neuverträgen oder nach Sanierungen konnten die Genossenschaften beim Umsatz um 1,8 Prozent zulegen. Insgesamt seien die Kaltmieten im Jahresvergleich aber nur um wenige Cent gestiegen. Mit Quadratmeterpreisen zwischen 4,60 und 5,19 Euro liegen die Genossenschaftswohnungen den Unternehmen zufolge bei den jeweiligen Ausstattungsklassen im Mittelfeld des Dresdner Mietspiegels.

Auch wegen der hohen Nachfrage stocken die Dresdner Genossenschaften in diesem Jahr ihre Investitionen um 18 Prozent auf. Ein Großteil der insgesamt 82 Millionen Euro soll in die Sanierung fließen, aber auch Neubauten sind geplant. Einige Genossenschaften halten zudem Bauland für mögliche weitere Projekte vor. Abgerissen werden dagegen nur noch Häuser, die nach Ansicht der Unternehmen nicht mehr sanierungsfähig sind.

Jeder dritte Dresdner wohnt genossenschaftlich

Allerdings betonte ein Vertreter der Genossenschaften, dass sie trotz Sanierung und Neubau den für Dresden vorhergesagten wachsenden Wohnungsbedarf nicht decken könnten. Im Arbeitskreis Dresdner Wohnungsgenossenschaften haben sich acht Unternehmen zusammengeschlossen. Sie repräsentieren mit knapp 60.000 Wohnungen etwa ein Drittel des Bestandes und sind damit der größte Anbieter in der Stadt. Das älteste Mitgliedsunternehmen, die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Dresden-Ost, feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Zu den größten "Gegenspielern" des Genossenschaftsverbunds gehört die Gagfah. Der private Immobilienriese verwaltet in Dresden etwa 38.000 Wohnungen, die er der Stadt 2006 abgekauft hatte.

Zuletzt aktualisiert: 23. Mai 2012, 17:24 Uhr

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