Woods of Birnam bei MDR Sachsen.
Philipp Makolies und Christian Friedel komponierten gemeinsam das Lied für den Vorentscheid. Bildrechte: MDR/Cindy Baumgart

Eurovision Song Contest Woods of Birnam wollen nach Stockholm

Dem Dresdner Theaterpublikum ist er als Hamlet bekannt - doch Schauspieler Christian Friedel steht auch als Musiker auf der Bühne. Woods of Birnam heißt seine Band - auf sie wartet nun eine ganz große Aufgabe.

Woods of Birnam bei MDR Sachsen.
Philipp Makolies und Christian Friedel komponierten gemeinsam das Lied für den Vorentscheid. Bildrechte: MDR/Cindy Baumgart

Wenn am 25. Februar in Köln der deutsche Teilnehmer für den Eurovision Song Contest in Stockholm gesucht wird, fiebern Dresden und Magdeburg ganz besonders mit. Schauspieler Christian Friedel wird mit seiner Band Woods of Birnam gegen neun weitere Musik-Acts antreten, um Deutschland bei Europas größtem Musikereignis zu vertreten. Das gab der Norddeutsche Rundfunk am Dienstag bekannt.

"Eine ziemlich schmissige Diskonummer"

Woods of Birnam bei MDR Sachsen.
Friedel sieht den ESC auch kritisch: Zu sehr werde auf die Inszenierung gesetzt, weniger auf das Lied selbst. Bildrechte: MDR/Cindy Baumgart

Der gebürtige Magdeburger Friedel steht seit 2012 als Hamlet auf der Bühne des Dresdner Staatsschauspiels, live begleitet von seiner Band Woods of Birnam. 2014 veröffentlichte die Band, die neben Friedel aus Musikern der ehemaligen Dresdner Band "Polarkreis 18" besteht, ihr erstes Album, derzeit ist das zweite in Arbeit. Den musikalisch bisher größten Coup landete Woods of Birnam mit "I´ll call thee Hamlet". Der Song war Titellied im Til-Schweiger-Streifen "Honig im Kopf".

Beim ESC-Vorentscheid wird Woods of Birnam auf der Bühne stehen - ins Rennen geschickt von MDR Sputnik. Sie treten mit dem Song "Lift me up (from the underground)" an. Die Vorzüge des Liedes fasste Christian Friedel so zusammen: "Es ist eine ziemlich schmissige Diskonummer. Und für unsere Verhältnisse auch extrem tanzbar." Das Lied wird derzeit noch fertig produziert und soll voraussichtlich ab dem 21. Januar bei MDR SPUTNIK laufen.

Man kann sich wunderbar zu diesem Song bewegen - die Hüften bewegen sich schon allein, wenn das Schlagzeug einsetzt. Und ich glaube Hüften, die sich bewegen wollen, finden wir weltweit.

Christian Friedel, Sänger und Schauspieler

Angst davor, gnadenlos zu scheitern haben die Musiker nicht. Gitarrist Philipp Makolies sagte MDR 1 RADIO SACHSEN: "Wenn man so intensiv Musik macht, kann man tagtäglich an allen möglichen Dingen scheitern. Bei Konzerten, künstlerischen Entscheidungen… Da kommt es darauf auch nicht mehr an. No risk, no fun!" Friedel fügte hinzu: "Wir sind Außenseiter - das sehe ich als Vorteil. Wir können quasi nur überraschen."

Musik aus Dresden

Woods of Birnam bei MDR Sachsen.
Philipp Makolies ist der Gitarrist der "Woods" - wie sie sich selber nennen. Bildrechte: MDR/Cindy Baumgart

Angesprochen auf die geplante Bühnenshow, geben sich die "Woods" zurückhaltend: Es solle mehr um die Musik gehen als um die Show. Friedel ergänzte: "Wir werden noch nicht viel verraten, aber ich werde mich auf jeden Fall sehr viel bewegen. Und ich hoffe dabei nicht stürzen - aber das kann ja auch ganz lustig sein." Friedel hofft, "dass der Funke überspringt und die Leute genauso viel Spaß an dem Song haben wie wir". Ein Platz unter den letzten drei beim Vorentscheid ist das erklärte Ziel. Friedel fügte an: "Ich glaube, wenn man jetzt von uns Notiz nimmt und ein anderes Signal sendet aus dieser Stadt, ist das eine große Freude."

Und das sind die weiteren Teilnehmer:

  • Avantasia - "Mystery Of A Blood Red Rose"
  • Alex Diehl - "Nur ein Lied"
  • Ella Endlich - "Adrenalin"
  • Gregorian - "Masters Of Chant"
  • Jamie-Lee Kriewitz - "Ghost"
  • Joco - "Full Moon"
  • Keøma - "Protected"
  • Laura Pinski - "Under The Sun We Are One"
  • Luxuslärm - "Solange Liebe in mir wohnt"

Die Teilnehmer wurden von Vertretern der jungen ARD-Radios, des NDR, der Musiklabels und Independents sowie der Produktionsfirma Brainpool ausgesucht. Kriterien waren das jeweilige Lied, dessen Erfolgschance in dem internationalen Wettbewerb und die Genrevielfalt.

Was bedeutet der Bandname? Man bemerkt darin die Theaternähe der Band: Der Name entspringt einem Shakespeare-Stück: Macbeth. Darin hält die gleichnamige Hauptfigur in den Wäldern von Birnam ihren Schlussmonolog und stirbt.

Bandgeschichte Ihre Geburtsstunde haben Woods Of Birnam 2011. Christian Friedel heuert vier Musiker der Dresdner Band Polarkreis 18 an, ihn bei einer kleinen Solotour zu begleiten. Das läuft so gut, dass sie sich im Anschluss als Band zusammentun. Im Gegensatz zu ihrem Frontmann sind Gitarrist Philipp Makolies, Bassist Uwe Pasora, Schlagzeuger Christian Grochau und Keyboarder Ludwig Bauer zu dem Zeitpunkt als Musiker bereits erfolgsverwöhnt. Mit "Allein Allein", dem Titelsong der Märchenverfilmung "Krabat", haben Polarkreis 18 im Jahre 2008 einen Nummer-eins-Hit. Ein Jahr später macht die Band für Sachsen den zweiten Platz beim Bundesvision Song Contest. 2012 löst sich Polarkreis 18 auf und die vier Musiker widmen sich voll und ganz den Woods Of Birnam. Um mehr Zeit für die Band zu haben, kündigt Christian Friedel 2013 seinen festen Vertrag am Staatsschauspiel Dresden und tritt dort seither nur noch als Gast auf. (Quelle: eurovision.de)

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2016, 19:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

4 Kommentare

12.01.2016 17:00 gabriela 4

Ich denke der Phillip kann sicher auch etwas Schlagzeug spielen, aber am besten spielt er immer noch Gitarre in der Band. Bitte nicht solche Fehler!!!!
Ansonsten bin ich mir sicher die Woods rocken das Ding!!!

12.01.2016 16:23 Anne 3

Nur zur Info, der Philipp ist der Gitarrist und nicht der Schlagzeuger, lg

12.01.2016 13:24 annerose will 2

Ich finde es einen Skandal, einen so großen Künstler mit internationalem Bekanntheitsgrad wie Xavier Naido wegen persönlicher politischer Ansichten, welche die Souveränität Deutschlands betreffen, vom ESC zurückzuziehen und stattdessen Außenseiter dorthin zu schicken. Schön für letztere aber schlecht für die Erfolgsaussichten - und es läßt auf die Toleranz der herrschenden politischen und medialen Eliten gegenüber anderen Meinungen schließen. Künstlern wird offenbar keine vom Mainstream abweichende Meinung im öffentlichen Raum zugestanden. Ähnlichkeit zum Künstlerleben zu DDR-Zeiten sind erkennbar...

12.01.2016 12:37 h2o 1

Wenn die Band nach Stockholm möchte, muß sie sich aber gewaltig anstrengen um dort mit zumichen.