Zu hohe Altlasten : Druckguss Heidenau meldet Insolvenz an
Der Autozulieferer DGH Group Heidenau hat beim Amtsgericht Dresden Insolvenz angemeldet. Das bestätigte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Franz-Ludwig Danko. Der Dresdner IG-Metall-Chef Willi Eisele sagte MDR 1 RADIO SACHSEN, Grund für die Pleite seien Altlasten des Unternehmens. Berichte über Bankschulden in Höhe von 40 Millionen Euro konnte Eisele nicht bestätigen. Die "Dresdner Neuesten Nachrichten" hatten zuvor gemeldet, Druckguss Heidenau habe trotz Millionenbürgschaften der Länder und weitgehender Zugeständnisse von Kunden rote Zahlen eingefahren.
Geschäftsführer und Gewerkschaft optimistisch
Der erst seit vier Monaten amtierende Vertriebs-Geschäftsführer Michael Bormann sagte, er sehe trotz der Insolvenz eine Chance für das Unternehmen. Er glaube, dass sich viele Investoren für das Geschäft melden werden. Auch Gewerkschaftsvertreter Eisele äußerte sich optimistisch zum Fortbestand der DGH Group. Er erklärte bei MDR 1 RADIO SACHSEN, es gebe bereits einen Investor. Die Beschäftigten wurden Freitagnachmittag vom Insolvenzverwalter oder dessen Vertretern auf Betriebsversammlungen über die Lage des Unternehmens informiert. Danko teilte dabei mit, die Produktion laufe ohne Einschränkungen weiter, sämtliche Aufträge würden wie gewohnt erfüllt. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter seien zunächst über das Insolvenzgeld bis Ende August gesichert.
Zur DGH Group gehören sechs Firmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern mit fast 700 Mitarbeitern. Allein bei Druckguss Heidenau arbeiten nach Gewerkschaftsangaben 430 Beschäftigte. Das Werk ging aus dem DDR-Betrieb VEM Druckguß Heidenau hervor. Das Unternehmen ist ein hoch spezialisierter Automobilzulieferer und zählt zu den modernsten Gießereien Europas. Es stellt Druckgussteile für Getriebe und Kupplungen her. Zu den Kunden zählen beispielsweise VW, Audi, Daimler und BMW. Für das laufende Jahr peilt DGH einen Umsatz von gut 120 Millionen Euro an.

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