Nach der Klinik-Fusion : Elblandkliniken entlassen Catering-Mitarbeiter
An den Elblandkliniken werden etwa 60 Stellen im Catering gestrichen. Wie Sprecherin Daniela Bollmann dem MDR sagte, werden die Kündigungen voraussichtlich bis zum Jahresende erfolgen. Betroffen seien die Mitarbeiter der Wirtschaftsgesellschaft mbH, die komplett aufgelöst wird. Die Tochtergesellschaft hatte unter anderem das Catering der Standorte Meißen und Radebeul organisiert. Die knapp 80 Reinigungsmitarbeiter sollen von der zweiten Tochtergesellschaft "Elbland Service und Logistik GmbH" übernommen werden.
In der Folge sollen künftig an drei Standorten externe Anbieter das Catering übernehmen, nur am Standort Meißen bleibt die Küche erhalten. Bollmann erklärte, es sei denkbar, dass Meißen auch eine Teilversorgung der anderen Standorte übernimmt. Eine endgültige Entscheidung stehe aber noch aus.
Kliniken müssen wirtschaftlicher arbeiten
Mit Blick auf die geplanten Kündigungen drückte Bollmann ihr Bedauern aus. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber es sei kein anderer Weg denkbar. Nach der Fusion der vier Kliniken in Meißen, Radebeul, Riesa und Großenhain im Jahr 2008 seien zwei eigene Service-Unternehmen wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Bollmann verwies darauf, dass die Elblandkliniken als kommunales Unternehmen des Landkreises Meißen keine Zuschüsse vom Land erhalten und es deshalb umso schwieriger sei, sich finanziell selbst zu tragen.
Die Ausgaben in den kommenden Jahren sind laut Bollmann so hoch, dass es dringend notwendig ist, die Strukturen effizienter zu gestalten und so die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Bollmann geht von Ausgaben in Höhe von etwa 100 Millionen Euro an allen vier Standorten aus. Damit sollen unter anderem der Klinik-Neubau in Riesa und der Neubau der Reha-Klinik in Großenhain finanziert werden. Zudem seien Investitionen in die medizinische Technik aller vier Standorte notwendig.
Gewerkschaft will über Zukunft der Mitarbeiter verhandeln
Wie es mit den rund 60 Beschäftigten des Catering-Unternehmens nun weitergeht, ist noch unklar. Ver.di-Bezirksgeschäftsführer Frank Fischer sagte, sie hätten natürlich Existenzangst, gerade kurz vor Weihnachten. Die Gewerkschaft will sich für Umschulungen und Beschäftigungssicherung einsetzen und die Betroffenen bei Kündigungsschutzklagen unterstützen. Verhandlungen mit der Geschäftsführung sollen am 15. Dezember beginnen.
Die Geschichte der Elblandkliniken geht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals entstanden in Riesa, Meißen, Großenhain und Radebeul erste Einrichtungen für die medizinische Versorgung. 2002 schlossen sich die Häuser Meißen und Radebeul zu den Elblandkliniken zusammen, 2007 wurden Riesa und Großenhain zu einem Plankrankenhaus zusammengeführt. Seit April 2008 bilden alle vier Häuser gemeinsam die heutige Elblandkliniken-Gruppe. Die Elblandkliniken haben einschließlich aller Tochtergesellschaften derzeit rund 2.300 Mitarbeiter.

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