Havarierter Schlepper Elbe bleibt weiter gesperrt

Am Elbkilometer 54,45 war Schluss für die "Albis".  Seit Montag steckt der tschechische Frachter quer zur Strömung an der Dresdner Albertbrücke fest und blockiert die Fahrrinne. Nichts geht mehr, weder vor noch zurück. Zu stark ist die Strömung des Flusses, als dass sich das Schiff mit eigener Kraft aus dieser Lage befreien könnte. Deshalb arbeiten Spezialisten fieberhaft an der Lösung des Problems.

Wenn das Salz aber nun mal feucht ist ...

Havarierter Schlepper in Dresden
Bildrechte: MDR/Klaus Becker

Am Mittwoch wurde versucht, die Ladung mit Hilfe eines Saugbaggers zu leichtern. Dieser sollte vom Altstädter Ufer aus die 800 Tonnen Kalisalz aus dem Inneren des Schiffes zu entladen. Doch der Versuch scheiterte. Der Grund: Die Ladung hat Feuchtigkeit gezogen und klumpt. Seit Donnerstagmorgen läuft der nächste Versuch. Wie Karsten Wild vom Wasser- und Schifffahrtsamt MDR SACHSEN sagte, wurde ein stärkerer Saugbagger angefordert. Ob das Entladen diesmal gelingt und wie lange das sogenannte Leichtern des Schiffes dauert, ist unklar. Das Salz soll zu einem Zwischenlager im Dresdner Hafen gebracht.

Komplizierte Planspiele

Erst wenn die "Albis" entladen ist, wird es einen neuen Versuch geben, den Frachter freizuschleppen. Schon am Dienstag hatten drei Schiffe aus Tschechien versucht, das Motorgüterschiff von der Brücke wegzuziehen - vergeblich. Neben dem Abladen werden zur Zeit verschiedene Varianten des Freischleppens untersucht. Diese seien abhängig von dem möglichen Bereitstellungstermin der dafür erforderlichen Technik, sagt Wild. "In Betracht kommen schwimmende Fahrzeuge in Kombination mit schwerer Berge- und Räumtechnik von Land aus." Eine Entscheidung dazu soll am Donnerstag in Abstimmung mit den verantwortlichen Behörden der Stadt Dresden getroffen werden.

Ob durch das havarierte Schiff Schäden an der Albertbrücke entstanden sind, ist derzeit noch unklar. Eine Schadensanalyse kann laut Wild erst erfolgen, wenn die Brücke wieder frei zugänglich ist. Für diese Schäden aber auch für die Kosten der Bergung muss der tschechische Reeder oder dessen Versicherung aufkommen.

Dresden Lastkahn legt sich an Elbbrücke quer

Nichts geht mehr auf der Elbe in Dresden. Grund ist ein Frachter. Er liegt an der Albertbrücke quer im Fluss. Wie es zur Havarie kam, ist unklar. Schubschiffe versuchten zunächst vergeblich, das Schiff freizuschleppen.

Ein Großmotorgüterschiff liegt auf der Elbe in Dresden quer zur Strömung an einer Elbbrücke.
Auf der Elbe in Dresden durfte seit Montagabend kein Schiff mehr fahren. Wegen einer Havarie des Großmotorgüterschiffs (GMS) "Albis" hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden den Fluss auf sechs Kilometer Länge komplett gesperrt. Bildrechte: MDR/Klaus Becker
Ein Großmotorgüterschiff liegt auf der Elbe in Dresden quer zur Strömung an einer Elbbrücke.
Auf der Elbe in Dresden durfte seit Montagabend kein Schiff mehr fahren. Wegen einer Havarie des Großmotorgüterschiffs (GMS) "Albis" hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden den Fluss auf sechs Kilometer Länge komplett gesperrt. Bildrechte: MDR/Klaus Becker
Ein Großmotorgüterschiff liegt auf der Elbe in Dresden quer zur Strömung an einer Elbbrücke.
Die 80 Meter lange GMS "Albis" hatte laut Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden 800 Tonnen Salz geladen und war am späten Montagabend flussaufwärts in Richtung Tschechien unterwegs, als der Unfall passierte. Bildrechte: MDR/Klaus Becker
Ein Großmotorgüterschiff liegt auf der Elbe in Dresden quer zur Strömung an einer Elbbrücke.
Nachdem der Lastkahn unter der Albertbrücke in Dresden durchgefahren war, geriet er aus der Fahrrinne, legte sich quer und wurde von der Strömung gegen die Brückenpfeiler gedrückt. Die Ursache für die Havarie ist noch unklar. Bildrechte: MDR/Klaus Becker
Ein Großmotorgüterschiff liegt auf der Elbe in Dresden quer zur Strömung an einer Elbbrücke.
Der tschechische Frachter lag seitdem an der Albertbrücke fest - genau vor den beiden für die flussauf- und abwärtige Schifffahrt freigegebenen Brückenbögen. Ob die Albertbrücke Schaden genommen hat, kann erst festgestellt werden, wenn der Frachter weggeschleppt wurde. Die 139 Jahre alte Elbquerung wird derzeit generalsaniert. Bildrechte: MDR/Klaus Becker
Zwei Schleppschiffe liegen auf der Elbe vor der Altstadtkulisse von Dresden vor Anker
Am Mittag trafen der Heckradschlepper "Beskidy" und das Großmotorgüterschiff "Vera" aus Tschechien sowie das Schubschiff "Rio 2" aus Riesa ein. Sie sollten die "Albis" mit vereinten Kräften freischleppen. Zwei Versuche schlugen allerdings fehl. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch
Ein Großmotorgüterschiff liegt auf der Elbe in Dresden quer zur Strömung an einer Elbbrücke.
Das Wasser- und Schifffahrtsamt will nun das havarierte Schiff leichtern. Das heißt, ein Teil oder die gesamte Ladung Salz soll umgeladen werden, um den aktuellen Tiefgang von 1,90 Meter zu verringern. Ob und wie dies geschehen soll, berieten alle Beteiligten am Mittwochmorgen. Bildrechte: MDR/Klaus Becker
Alle (6) Bilder anzeigen

Zuletzt aktualisiert: 17. März 2016, 13:59 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.