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Nach Brückenfest mit 190.000 Besuchern : Auf der Waldschlößchenbrücke rollt der Verkehr

Auf der Dresdner Waldschlößchenbrücke rollt seit Montag der Verkehr. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Brücke gegen 1 Uhr nachts freigegeben. Allerdings kam es bereits am Vormittag auf beiden Seiten der Elbquerung zu Staus. Ob das eine Folge des normalen Berufsverkehrs ist oder die Zahl schaulustiger Autofahrer für Stopp-and-Go verantwortlich waren, ließ sich kurz nach Eröffnung der Brücke noch nicht sagen. Kritiker des Bauwerks hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass es vor allem auf Altstädter Seite beim Abfluss des Verkehrs Probleme geben könnte.

Bildergalerie: Erster Verkehr rollt über die Waldschlößchenbrücke

Erster Verkehr auf der Waldschlößchenbrücke. Erster Verkehr auf der Waldschlößchenbrücke. Erster Verkehr auf der Waldschlößchenbrücke.

26. August 2013: Ab 1 Uhr nachts rollt der Verkehr über die neue Elbquerung. Im Morgengrauen erwachte dann das Leben auf der Brücke. [Bilder]


Bildergalerie 2: 190.000 Menschen feiern Brückenfest

Eröffnungstag der Waldschlößchenbrücke in Dresden Eröffnungstag der Waldschlößchenbrücke in Dresden Eröffnungstag der Waldschlößchenbrücke in Dresden

Mit einem Brückenfest ist am Wochenende die Waldschlößchenbrücke eingeweiht worden. Der Andrang war enorm. [Bilder]


Bildergalerie 3: Luftbilder - die Waldschlößchenbrücke von oben

Luftbilder Einweihung Waldschlößchenbrücke Dresden Luftbilder Einweihung Waldschlößchenbrücke Dresden Luftbilder Einweihung Waldschlößchenbrücke Dresden

Die Waldschlößchenbrücke ist fertig und Dresden hat das ausgiebig gefeiert. Sehen Sie hier imposante Luftaufnahmen vom ersten Tag des Brückenfestes. [Bilder]


190.000 Menschen feiern auf der Brücke

Vor der Verkehrsfreigabe war das seit Jahren umstrittene Bauwerk mit einem zweitägigen Brückenfest offiziell eingeweiht worden. Dazu kamen nach Angaben der Dresdner Stadtverwaltung mehr als 190.000 Menschen. Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz und Ministerpräsident Stanislaw Tillich hatten am Sonnabend die Waldschlößchenbrücke mit dem Durchschneiden eines Bandes freigegeben. Danach gingen sie gemeinsam mit Tausenden Menschen über die neue Elbquerung. Der CDU-Regierungschef sagte dabei, statt "Mut zur Lücke", wie ihn die Unesco gefordert habe, hätten die Dresdner "Mut zur Brücke" gezeigt.

Verärgerte Nachtschwärmer

Eröffnungsfest der Waldschlößchenbrücke
Großer Andrang beim Brückenfest.

Die Brückenfans machten die 636 Meter lange Stahlbetonkonstruktion zur Partymeile. Zu Fuß konnten sie die Brücke, Tunnelröhren und die Blitzeranlage erkunden - allerdings nur bis zum Abend. Schaulustige Nachtschwärmer standen da verärgert vor Absperrungen, denn die Brücke war über Nacht, nach Polizeiangaben aus Sicherheitsgründen, vorerst wieder dicht gemacht worden. Als letzte durften Inlineskater auf dem frischen Asphalt über die Elbe flitzen, aber auch nur in Richtung Altstädter Seite. Zurück mussten sie einen Umweg über die Albertbrücke in Kauf nehmen. Am Sonntag nutzten dann noch einmal rund 55.000 Menschen die Gelegenheit, in Ruhe über die Waldschlößchenbrücke zu flanieren. Für den Kraftfahrzeugverkehr wurde die Verbindung zwischen dem Preußischen Viertel und dem Stadtteil Blasewitz am Montagmorgen freigegeben.


Bau von Protesten begleitet

Sechs Jahre dauerte der Bau der Brücke. Er war von vielen Emotionen, Protesten und Gerichtsprozessen begleitet. Im Mittelpunkt stand dabei die Aberkennung des Welterbetitels durch die Unesco im Jahr 2009. Die Unesco sah durch die neue Elbquerung das Landschaftsbild im Elbtal zerstört. Nach dem Baubeginn im November 2007 machten Massenproteste, Sitzblockaden oder auch Besetzungen von Baugeräten Schlagzeilen. Zum Symbol des Widerstands wurde eine 200 Jahre alte Rotbuche, die Naturschützer tagelang besetzten, bis die im Geäst angeketteten Aktivisten heruntergeholt wurden und der Baum gefällt wurde. Derzeit ist noch ein Revisionsverfahren am Bundesverwaltungsgericht anhängig. Drei Naturschutzverbände fordern den Bau eines Tunnels statt der Brücke, um den Lebensraum von Tieren und Pflanzen zu schützen. Der Dresdner Grünen-Fraktionschef Thomas Löser sprach angesichts der Brückeneröffnung von einem schwarzen Tag in der Geschichte der Stadt.

Orosz hofft auf Versöhnung mit der Brücke

Doch nicht nur die Demonstrationen und Gerichtsprozesse um den Bau der Brücke hatten die Fertigstellung immer wieder verzögert und verteuert. Planungspannen und ungünstiges Wetter spielten ebenfalls eine entscheidende Rolle. Am Ende dauerte der Bau zweieinhalb Jahre länger als geplant. Die Kosten erhöhten sich von 137 auf fast 181 Millionen Euro.

Vor der Eröffnung: Die Waldschlößchenbrücke im August 2013

Waldschlößchenbrücke Waldschlößchenbrücke Waldschlößchenbrücke

Sehen Sie hier die vorerst letzten Aufnahmen der Waldschlößchenbrücke ohne Autos, Radfahrer oder Fußgänger. [Bilder]


Für Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz ist die neue Elbquerung trotz allem bereits ein Wahrzeichen der Stadt geworden. Sie verwies bei der Eröffnung auf die Mehrheit für die Brücke bei einem Bürgerentscheid 2005. Orosz räumte auch ein, dass der neue Verkehrszug und die Aberkennung des Welterbetitels Politik und Bürger gespalten habe. Sie wünsche sich aber, dass diese Konfrontation nun überwunden werde. Aus Sicht der Oberbürgermeisterin haben viele Kritiker längst ihren Frieden mit der Brücke geschlossen. Für Orosz steht auch nach Fertigstellung der Brücke fest: "Das Dresdner Elbtal ist welteberwürdig." Zur Eröffnung waren auch Vertreter des Welterbekomitees eingeladen.

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2013, 06:18 Uhr

145. christian broschei:
Schöne Brücke, überflüssige Diskussion, dumme Kommentare. Was oder wer sollte hier aber entlastet werden?! Hab es heut mal probiert Richtung Fetscher Platz. Hat man irgendwie eine Weiterplanung des Ausbaus der Zufahrts. und Ausfahrstrassen vergessen? Die ersten hundert Meter schon, aber weiter? Eigentlich werden hier Staus verlagert. In die Stadt zweispurig und raus eine spur? Ich muss irgendwie über das Bauwesen oder Bauplanung in Dresden schmunzeln ;)
28.08.2013
19:23 Uhr
144. Hallo Dresdner:
Die Brücke verbindet die Stadteile Johannstadt und Radeberger Vorstadt, nicht Blasewitz und Preußisches Viertel. Hat der mdr außer einer [...] App jetzt auch keine Reporter mit bisschen Ortskenntnis mehr ? Zum Glück kommt das nicht auch noch in HD. ;-)
26.08.2013
23:07 Uhr
143. ulli:
Zu E. Pelocke - Ich hoffe das sie nie auf einen Krankenwagen oder Feuerwehr angewiesen sind,so wie sie immer gegen Autos hetzen.Und Übrigen`s es kann auf den Radweg keiner Entgegen kommen,es gilt die selbe - STVO - auch für RADFAHRER.Es ist Rechts & Links genug Platz für Fußgänger (Paragraph 1) wie Radfahrer.Also mal schön TIEF Durchatmen.Auch ich bin Trotzdem mehr für den Ausbau der Bahn,es hat sich ja auch schon viel getan. Na denn
26.08.2013
22:35 Uhr
142. Der 5te Reiter:
@ 128: Rund um die Zufahrtsstraßen zum Krankenhaus scheppern die Rettungswagen immer noch über holpriges Kopfsteinpflaster, auch wegen des Straßensanierungsstaus infolge der WSB-Millionen. Weiß nicht, was dran ist, aber ich habe mal aus anscheinend recht zuverlässiger Quelle gehört, dass die Akademie wegen der sensiblen Instrumente die WSB-Planung heftig kritisiert hat und mit bestimmten Versprechungen ruhiggestelllt wurde. Wenn sich die befürchteten Staus rund um WSB/Fetscherplatz bewahrheiten sollten, braucht man doch eher wieder den Hubi... Zu Ihrer Beruhigung: Falls Sie auf der Neustädter Seite wohnen und kein Spezialfall sind, werden Sie vermutlich ohnehin zuerst ins Diako verlegt...
26.08.2013
21:51 Uhr
141. Roger:
Herzlichen Dank für ein Stauchaos mit Ansage. Das ist der Morlok-Vaatz-Gedächtnis-Stau. Dass der eh schon volle Knoten Stauffenberger-/Königsbrücker nun vollends verstopft, konnten diese Herren natürlich nicht ahnen!
26.08.2013
19:08 Uhr
140. brasilero:
Viele Kommentare hier sind wirklich dumm Natürlich hat dieses Bauwerk nicht nur Freunde aber............... soviel Hass und Missgunst, ahhhhhh, das ist wieder mal typisch Deutsch Schade
26.08.2013
17:48 Uhr
139. Vor und Nachdenker:
Die Menschen haben jedes Maß verloren, können es nicht ertragen, wenn irgentwo noch keine Straße ist, kein Auto fährt. Die Natur wird uns noch zeigen, wer stärker ist - könnte bald passieren.
26.08.2013
17:11 Uhr
138. Die Seufzerbrücke:
Der Weihnachtsbaum wurde seinerzeit ebenfalls als ein grob unflätig unchristlich Ding bezeichnet, welches nicht in die gute Stuben der Leut passt. Und Jeder rennt jedes Jahr danach einen solchen zu Weihnachten anzuputzen und zu benutzen, offensichtlich um die weihnachtlichen Familienstreitereien zur stillen Nacht besser ausführen zu können! Wer Streit sucht, braucht immer ein Objekt! Dieses Mal war es eine Brücke...
26.08.2013
16:02 Uhr
137. Nico Walter:
Ehrlich gemeinte Frage: Ich war schon lange nicht mehr in den Gegenden, aber ich habe werde die Fetcherstraße einschließlich Fetcherplatz noch die Stauffenbergallee, besonders zwischen Königsbrücker und Radeberger, als in besonders gutem Zustand in Erinnerung. (Für Nicht-Dresdner: das sind links- und rechtsseitig der Elbe die geradlinigen Zufahrtsstraßen zur neuen Brücke.) Hat man die inzwischen saniert? Es wäre ja nicht gerade clever das zu tun, nachdem man sich mit der neuen Brücke zusätzlichen Verkehr auf diese Straßen gezogen hat.
26.08.2013
15:42 Uhr
136. schelhorn:
ntv: "Waldschlößchenbrücke floppt" Ich würde sogar spenden wenn damit der Abriß dieses Schandflecks und dieser "Blammagsche" finanziert werden könnte.
26.08.2013
13:36 Uhr

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Daten und Fakten zur Dresdner Waldschlößchenbrücke

• Stadtratsbeschluss zum Brückenbau: 1996
• Bürgerentscheid zum Brückenbau: 2005
• Sieger des Archtitektenwettbewerbs: Kolb Ripke Architekten Planungsgesellschaft bmH Berlin
• Baubeginn: 19. November 2007
• Fertigstellung: August 2013
• Länge: 636,10 Meter
• Breite: 24,40 Meter/28,80 Meter
• Gewicht: rund 59.000 Tonnen
• Fläche: rund 16.220 Quadratmeter
• Höhe: rund 21,5 Meter zwischen Widerlager und Oberkante Bogen über der Flussmitte
• Verbauter Stahl: 6.800 Tonnen
• Verbauter Stahlbeton: 98.000 Tonnen
• Aufgebrachter Asphalt: 39.000 Kubikmeter
• Zahl der Bauleute: 15 bis 550
• Kosten: rund 180,5 Millionen Euro, davon 62 Millionen Euro für die Brücke
• Förderung: rund 127 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen

Quelle: dpa

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