Sachsen

Ausstellung im Museum für Druckkunst Leipzig : Falschgeld als Kunstobjekt

"Echt oder falsch?" – unter diesem Titel widmet sich das Leipziger Museum für Druckkunst bis zum 7. Dezember 2012 einem klassischen Thema der Kriminalgeschichte. 150 Exponate erzählen von echten und falschen Banknoten und Staatspapiergeld aus 33 Ländern. Das älteste Ausstellungsstück stammt dabei aus dem Jahr 1805. Zu sehen sind aber auch aktuelle Fälschungen. Die Gegenüberstellung von Original und Kopie ermöglicht den direkten Vergleich zwischen einfachen und aufwändigen Fälschungen.

Exemplar des "Fälscher-Rembrandts" zu sehen

100 Deutsche Mark-Schein, 1989, Fälschung links, Original rechts
Ein 100 D-Mark-Schein aus dem Jahr 1989. Links gefälscht, rechts echt.

Zu den Glanzlichtern der Ausstellung gehören ein handgemalter 1.000-D-Mark-Schein von Günter Hopfinger. Er ging als "Fälscher-Rembrandt" in die Kriminalgeschichte ein. Der Münchner zeichnete in den 1970er- Jahren 1.000 DM-Scheine nach. Er brachte rund 80 Exemplare in Umlauf, bevor er gefasst wurde. Als besonders gelungene Fälschung gilt auch der sogenannte "Superdollar". Die 100-Dollar-Note wurde so originalgetreu nachgemacht, dass es Spekulationen darüber gab, ein anderer Staat habe den USA mit der Verbreitung der Noten schaden wollen.

Das Papier ist das Problem

Polnischer 200-Złoty-Schein, 1976, Original oben, Fälschung unten
Dieser polnische 200-Złoty-Schein ist aus dem Jahr 1976. Das Original oben, die Fälschung unten.

Für den Vorsitzenden des Museums-Fördervereins, Ludwig Devrient, sind Geldscheine ohnehin "wahre Kunstwerke". Devrient, der auch Experte für den Druck von Banknoten ist, sieht im Weg von der Gestaltung der Geldscheine bis zur Übertragung auf die Druckplatten ein Gesamtkunstwerk. "Der Banknotendruck muss gewährleisten, dass die Scheine vom ersten bis zum letzten einer Serie gleich aussehen und sich gleich anfühlen", erklärte er. Fälschungen fielen meist nicht durch mangelnde Druckqualität, sondern durch das Papier auf, das benutzt werde, erklärte Devrient. Denn echtes Banknotenpapier sei nahezu unmöglich zu erlangen.

Die in der Ausstellung gezeigten Banknoten stammen überwiegend aus der HVB Stiftung Geldscheinsammlung. Ein Teil wurde aber auch von den Landeskriminalämtern aus Sachsen und Bayern zur Verfügung gestellt. Ein Bereich der Schau beschäftigt sich zudem mit Geldscheinen, die zu Kunstobjekten umgearbeitet wurden. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Joseph Beuys und Thomas Baumgärtel.

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2012, 15:46 Uhr

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