Sachsen

Zu knapp konzipiert : Lange Wartezeiten in der Landesfeuerwehrschule

Der Landesfeuerwehrverband Sachsen hat den Ausbau der Landesfeuerwehrschule in Nardt gefordert. Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Ronald Voigt sagte am Sonnabend in Riesa, die Kapazitäten in der Ausbildungsstätte in der Nähe von Hoyerswerda müssten dringend vergrößert werden. "Die Wartezeiten auf bestimmte Lehrgänge, die zwei bis drei Jahre betragen, sind viel zu lang."

Verband hofft auf mehr Internatsplätze

Hydrant gefunden, Standrohr eingestellt - jetzt werden die Schläuche ausgerollt und angeschlossen.
In Sachsen ist Feuerwehrnachwuchs gern gesehen.

Nach Angaben von Verbandssprecher Voigt wurde die 1973 gegründete Feuerwehrschule seit 2006 umgebaut. Bis 2009 wurden das Lehr- und Verwaltungsgebäude, das Internat und ein Werkstattkomplex mit Garagen errichtet. Laut Voigt wurden dafür rund 13,5 Millionen Euro ausgegeben. Er bemängelte jedoch, dass die Kapazitäten des Internats und der Schulungsräume bei den Planungen zu gering konzipiert worden sind. Er hoffe darauf, dass bis zum kommenden Jahr weitere Plätze für Übernachtungen und Unterrichtsräume eingerichtet und die Teilnehmerzahlen der Lehrgänge deutlich erhöht werden können.

Zufrieden zeigte sich Voigt damit, dass ab Herbst dieses Jahres einheitliche Unterlagen für die Schulung von Feuerwehrleuten verwendet werden sollen. Bisher habe es für die zweijährige Ausbildung, die für jedes Feuerwehrmitglied verpflichtend ist, unterschiedliche Schulungsmaterialien gegeben, erläuterte der stellvertretende Verbandsvorsitzende.

"Diejenigen Feuerwehren, die sich intensiv um ihren Nachwuchs bemühen, sind natürlich gut beraten. Allerdings braucht es dafür auch Leute, die sich intensiv um die Jugendlichen kümmern."

Ronald Voigt, stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes

Ab 2013 Digitalfunk

Feuerwehrmann
Die technische Ausrüstung der Feuerwehren in Sachsen ist gut.

In Sachsen sind 43.000 Feuerwehrleute in den freiwilligen Feuerwehren organisiert. Nächstes gemeinsames Ziel ist der Digitalfunk, auf dessen Einführung sich die Mitglieder derzeit vorbereiten. Damit sollen ihre Einsätze wie die der Polizei koordiniert werden. Bei der Umstellung von analoger auf die digitale Technik ist es laut Voigt zu Verzögerungen gekommen. Grund sei die schwierige Suche nach geeigneten Standorten für die Sendemasten in den Gebirgsregionen Sachsens gewesen. Ab 2013 soll der Digitalfunk in ganz Sachsen genutzt werden. Er wird derzeit in der Region Leipzig getestet.

Den Stand der technischen Ausrüstung der freiwilligen Feuerwehren beurteilte Voigt als sehr gut. Etwa zwei Drittel der Fahrzeuge seien seit der Wiedervereinigung neu gekauft worden. "Inzwischen müssen die ersten Fahrzeuge, die 1990 angeschafft worden waren, schon wieder erneuert werden", erläuterte er. Bei manchen Feuerwehren seien aber auch noch Barkas-Kleinbusse und IFA-Lastwagen aus DDR-Produktion im Einsatz.

Zuletzt aktualisiert: 04. August 2012, 17:38 Uhr

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Mitgliedschaft bei der Freiwilligen Feuerwehr

In Sachsen ist die Mitgliedschaft in den freiwilligen Feuerwehren ab dem 16. Lebensjahr möglich. Ab einem Alter von neun Jahren können Mädchen und Jungen Mitglieder bei den Jugendfeuerwehren werden. Neu in Sachsen ist die Möglichkeit der Doppelmitgliedschaften am Wohnort und Arbeitsort. Damit können die Mitglieder jederzeit zu Einsätzen ausrücken, egal ob sie gerade arbeiten oder zu Hause sind. Während der Arbeitszeit ist die Absprache mit dem Arbeitgeber erforderlich. Die Arbeitgeber bekommen die ausgefallene Arbeitszeit als Lohnersatz vergolten.

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