Polizei hebt Evakuierung auf Fliegerbombe in Heidenau entschärft

Sprengmeister Holger Klemig mit der entschärften Fliegerbombe aus Heidenau auf der Ladefläche eines Transporters.
In Heidenau ist eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. 4.000 Menschen mussten zuvor ihre Wohnungen verlassen. Bildrechte: Marko Förster

In Heidenau haben Sprengstoffexperten eine Weltkriegsbombe entschärft. Das teilte die Polizei in der Nacht zu Dienstag via Twitter mit. Punkt 3:24 Uhr gaben demnach die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Entwarnung. Die Bombe soll nun in der zentralen Sammelstelle in Zeithain entsorgt werden. Die Polizei erklärte die Evakuierungsmaßnahmen und die Straßensperrungen für beendet. Mehr als 4.000 Menschen hatten zuvor ihre Wohnungen verlassen müssen. Der unmittelbare Fundort war sofort am Montagnachmittag abgesperrt worden.

Bildergalerie Weltkriegsbombe in Heidenau gefunden

Auf einem ehemaligen Gewerbegelände im Zentrum von Heidenau wurde am Montag eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Für die Entschärfung müssen Tausende Anwohner ihre Wohnungen und Häuser verlassen.

Bombe Heidenau
Gegen 16 Uhr wurde die Bombe bei Baggerarbeiten entdeckt. Bildrechte: MDR/Marko Förster
Vorbereitungen zur Bombenentschärfung in Heidenau
Sofort wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst gerufen. Bildrechte: MDR/Marko Förster
Vorbereitungen zur Bombenentschärfung in Heidenau
Die Einsatzkräfte mussten entscheiden, in welchem Umkreis evakuiert wird. Bildrechte: MDR/Marko Förster
Vorbereitungen zur Bombenentschärfung in Heidenau
Am Ende wurde entschieden, im Umkreis von 650 Metern zu evakuieren. Das bedeutete für 4.000 Anwohner, dass sie am Abend ihre Wohnungen verlassen mussten. Bildrechte: MDR/Marko Förster
Altenheim in Heidenau wird evakuiert
Auch ein Altenheim ist betroffen. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Vorbereitungen zur Bombenentschärfung in Heidenau
Krankenwagen halten sich bereit. Bildrechte: MDR/Marko Förster
Bombe Heidenau
Gegen 16 Uhr wurde die Bombe bei Baggerarbeiten entdeckt. Bildrechte: MDR/Marko Förster
Bombe Heidenau - Bürgermeister Opitz vor Ort
Bürgermeister Jürgen Opitz (2.v.r.) eilte an den Fundort, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Bildrechte: MDR/Tino Plunert
Entschärfte Fliegerbombe aus Heidenau auf der Ladefläche eines Transporters.
Entwarnung in Heidenau: In den frühen Dienstagmorgenstunden wurde eine Fliegerbombe aud dem Zweiten Weltkrieg entschärft. 4.000 Menschen wurden zuvor evakuiert. Bildrechte: Marko Förster
Sprengmeister Holger Klemig mit der entschärften Fliegerbombe aus Heidenau auf der Ladefläche eines Transporters.
Sprengmeister Holger Klemig präsentiert die entschärfte Fliegerbombe. Bildrechte: Marko Förster
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Bombe musste vor Ort entschärft werden

Sprengstoffexperten untersuchten am Montagabend den Fund, den ein Bagger freigelegt hatte. Demnach handelte es sich um eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe deutscher Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie war mit einem Zünder ausgestattet und musste vor Ort entschärft werden. Dies sollte nach ersten Aussagen der Polizei eigentlich noch am Abend geschehen, verzögerte sich aber um einige Stunden. Ein Reporter sagte MDR SACHSEN nach einem Gespräch mit dem Sprengmeister, die Bombe sei sehr verwittert.

Das ist eine Bombe deutscher Bauart, aber ausgerüstet mit einem russischen Zünder. Es könnte sich dementsprechend um Kriegsbeute handeln beziehungsweise um eine fremdeingesetzte Bombe.

Marko Laske Polizeisprecher Dresden

Notunterkünfte in den Grundschulen Mügeln und Dohna

In einem Radius von 650 Metern um den Fundort in der Mühlenstraße mussten für die Entschärfung die Anwohner ihre Häuser verlassen. Nach Polizeiangaben waren mehr als 4.000 Menschen betroffen. Sie sollten bis 22.00 Uhr die Gebäude verlassen. Es wurden Busse bereitgestellt, um die Betroffenen in die Notunterkünfte zu fahren. In den Grundschulen Mügeln und Dohna wurden diejenigen Bewohner untergebracht, die nicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommen konnten. In Heidenau leben etwa 17.000 Einwohner.

Bombe Heidenau - Bürgermeister Opitz vor Ort
Bürgermeister Jürgen Opitz ist vor Ort eingetroffen und informiert sich über die zu treffenden Maßnahmen. Er forderte die Einwohner auf, ihre Tiere zu versorgen oder notfalls mitzunehmen, falls sich der Einsatz länger hinzieht als geplant. Bildrechte: MDR/Tino Plunert

Bürgertelefon Die Stadt Heidenau hat ein Bürgertelefon eingerichtet: 03529 5710

Betroffen war auch der Bahnverkehr. Laut Deutscher Bahn fielen die Linien zwischen Pirna und Dresden um 00:07 Uhr und 00:37 Uhr (Abfahrt Pirna) sowie in der Gegenrichtung um 00:12 Uhr und 01:00 Uhr (Abfahrt Dresden) aus. Die Polizei bat zudem Autofahrer, Heidenau weiträumig zu umfahren.

Zahlreiche Straßenzüge waren von der Evakuierung betroffen:

  • Am Mühlgraben
  • Am Obergraben
  • August-Bebel-Straße
  • Bahnhofstraße
  • Dohnaer Straße
  • Dresdner Straße
  • Einsteinstraße
  • Elbstraße
  • Erna-Scholz-Straße
  • Ernst-Thälmann-Straße
  • Friedrich-Engels-Straße
  • Fritz-Weber-Straße
  • Fröbelstraße
  • Gabelsbergerstraße
  • Haeckelstraße
  • Hauptstraße
  • Heinrich-Heine-Straße
  • Johann-Sebastian-Bach-Straße
  • Körnerstraße
  • Martin-Luther-Straße
  • Mühlenstraße
  • Naumannstraße
  • Pirnaer Straße
  • Richard-Strauss-Straße
  • Ringstraße
  • Robert-Koch-Straße
  • Robert-Schumann-Straße
  • Röntgenstraße
  • Schillerstraße
  • Schulstraße
  • Thomas-Mann-Straße
  • Werner-Seelenbinder-Straße

Quelle: dpa/PM/MDR/dk

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.11.2017 | Nachrichten ab 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2017, 21:20 Uhr