Wettgeschäfte : Flöha klagt gegen LBBW wegen Zinsgeschäften
Die sächsische Stadt Flöha wird gegen die Landesbank Baden-Württemberg klagen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, hat das der Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen. Hintergrund ist eine Zinswette, die über die frühere Sachsen LB vermittelt worden war. Die Bank wurde 2008 von der LBBW übernommen und damit vor der Pleite gerettet.
Stadt wettet mit viereinhalb Millionen Euro
Nach MDR-Informationen setzte die Stadt Flöha für die Wette auf die künftige Zinsentwicklung 4,5 Millionen Euro ein. Oberbürgermeister Friedrich Schlosser sagte, nun drohe wegen des gesunkenen Zinsniveaus ein Verlust von mehr als 40 Millionen Euro. Die Stadt fühle sich falsch beraten, sagte der CDU-Politiker. Unter anderem haben die Stadt Falkenstein und der Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland sowie der Landkreis Mittelsachsen die LBBW in selber Sache verklagt.
Zinswetten funktionieren nach einem einfach Prinzip. Die Wette dreht sich um die künftige Zinsentwicklung. Die Bank wettet de facto gegen ihren eigenen Kunden. Der Gewinn der einen Seite ist der Verlust der anderen. Wenn das Zinsniveau steigt, hätte Flöha Kasse gemacht. Bei sinkenden Zinsen profitiert allerdings die andere Seite - in diesem Fall die Bank. Momentan ist der Zinssatz extrem niedrig, weshalb eine Kommune wie Flöha nun Verluste hat.
2 Kommentare
Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.
