Sachsen

Wettgeschäfte : Flöha klagt gegen LBBW wegen Zinsgeschäften

Die sächsische Stadt Flöha wird gegen die Landesbank Baden-Württemberg klagen. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, hat das der Stadtrat am Donnerstagabend beschlossen. Hintergrund ist eine Zinswette, die über die frühere Sachsen LB vermittelt worden war. Die Bank wurde 2008 von der LBBW übernommen und damit vor der Pleite gerettet.

Stadt wettet mit viereinhalb Millionen Euro

Nach MDR-Informationen setzte die Stadt Flöha für die Wette auf die künftige Zinsentwicklung 4,5 Millionen Euro ein. Oberbürgermeister Friedrich Schlosser sagte, nun drohe wegen des gesunkenen Zinsniveaus ein Verlust von mehr als 40 Millionen Euro. Die Stadt fühle sich falsch beraten, sagte der CDU-Politiker. Unter anderem haben die Stadt Falkenstein und der Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland sowie der Landkreis Mittelsachsen die LBBW in selber Sache verklagt.

Zinswetten funktionieren nach einem einfach Prinzip. Die Wette dreht sich um die künftige Zinsentwicklung. Die Bank wettet de facto gegen ihren eigenen Kunden. Der Gewinn der einen Seite ist der Verlust der anderen. Wenn das Zinsniveau steigt, hätte Flöha Kasse gemacht. Bei sinkenden Zinsen profitiert allerdings die andere Seite - in diesem Fall die Bank. Momentan ist der Zinssatz extrem niedrig, weshalb eine Kommune wie Flöha nun Verluste hat.

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2012, 17:06 Uhr

2. Mario:
Erstaunlich. Eine Kleinstadt, die gerne größer sein möchte und sich Hochstraßen als angebliche Verkehrsentlastung leistet, ist beim Gang ins Casino bitter enttäuscht worden. Das ist tragisch. Und komisch. Und nun als Spielverderber den Croupier haftbar machen, der solch einen Wetteinsatz angenommen hat (annehmen mußte). Lachhaft. Psychologisch sehr interessant. Der Gernekaiser Schlosser leidet an Selbstüberschätzung... Wer zu lange in einem Amt feststeckt und mangels Alternativen und mangels kritischer Presse unentdeckt weiter klüngeln kann, verdrängt die Realitäten. Seien Sie nicht so streng zu sich, OB Schlosser. Sie waren lange Zeit selbstgekrönter Friedrich der Große. Zeigen Sie Anstand und treten Sie ab. Wir meinen es gut.
21.07.2012
12:08 Uhr
1. Markus:
Und wenn Flöha die Zinswette gewonnen hätte - wären sie zufrieden? Oder die Herren aus der Stadtverwaltung verstehen das Wort "Spiel" nicht? Sie wollten spielen und gewinnen. Sie haben gespielt und verloren. Wer ist hier schuldig außer Flöha selbst?
21.07.2012
08:58 Uhr

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