Sachsen

Flughafen Leipzig/Halle : Nachtfluggegner übergeben 2.200 Unterschriften

Die Interessengemeinschaft Nachtflugverbot Leipzig/Halle hat in Dresden eine Petition an den Chef der Staatskanzlei, Johannes Beermann, übergeben. Michael Teske von der Interessengemeinschaft sagte dem MDR, dass rund 2.200 Betroffene die Resolution unterzeichnet haben. Mehrere Hundert Unterzeichner hätten zudem persönliche Anmerkungen beigefügt. Die Nachtfluggegner fordern, dass zunächst besonders laute und alte Maschinen nachts nicht mehr verkehren sollten. Bisher seien diese Vorstöße in Sachsen abgeschmettert worden, während die Landesregierung in Sachsen-Anhalt sich noch mit dieser Thematik beschäftige, erklärte Teske.

Kampf gegen Militärdrehkreuz

Als Beispiel für laute Flugzeuge nannte Teske die Frachtmaschinen vom Typ Antonow 124, die unter anderem schweres Kriegsgerät im Auftrag der NATO nach Afghanistan fliegen. Generell wehrt sich die Interessengemeinschaft auch dagegen, dass Leipzig/Halle als Militärdrehkreuz genutzt wird. Die neue Südbahn sei auch nicht für die schweren Frachtmaschinen gebaut worden, von denen mehrere in Leipzig/Halle stationiert sind und dem Airport entsprechende Gebühren einbringen. Gegen humanitäre Flüge dieser Maschinen nach Katastrophen habe hingegen niemand etwas. "Auch nicht nachts", sagte Teske. Generell befürworte er zwar ein generelles Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr, was jedoch nach seiner Einschätzung derzeit illusorisch sei. Deshalb sollen nach dem Vorbild des Airports Köln/Bonn wenigstens laute Maschinen vom Nachthimmel rund um den mitteldeutschen Flughafen verbannt werden. Köln/Bonn dient nachts ebenfalls als Frachtdrehkreuz, lasse jedoch keine alten und lauten Maschinen zu.

Wirtschaftliche Auswirkungen gering

Das DHL-Drehkreuz bedient nach Aufzeichnungen von Fluglärmgegnern regelmäßig alte Propellermaschinen der Typen Antonow 12, Antonow 188 und Lockheed 188, sagte Teske. In zwei bis sechs Nächten pro Monat steuerten zudem alte Jumbos vom Typ Boeing 747-200 Leipzig/Halle an. Ein Verbot dieser lauten Flugzeuge würde nach Einschätzung der Fluglärmgegner den Airport wirtschaftlich kaum treffen, da nur zwei bis drei Prozent der Nachtflüge durch solche Maschinen abgewickelt würden. Das ergäben die Aufzeichnungen.

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2011, 16:42 Uhr

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