Ein Mädchen hat sich bei hochsommerlichen Temperaturen im Strandbad mit Sonnencreme eine Sonne auf den Rücken gemalt.
Bildrechte: dpa

Kein Schnappschuss von fremden Bikinis im Freibad Fotografierverbot in Sachsens Badeordnungen

Ein Strand liefert verlockende Fotomotive. Da ist schnell das Handy gezückt und das Foto im Internet gepostet, auch wenn man das gar nicht möchte. In vielen Bädern Sachsens gilt deshalb ein Fotoverbot. Wie wird es kontrolliert?

Ein Mädchen hat sich bei hochsommerlichen Temperaturen im Strandbad mit Sonnencreme eine Sonne auf den Rücken gemalt.
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Mit der Sonne kommen die Badegäste in die Freibäder und mit ihnen die Smartphones. Ein Foto ist da schnell gemacht, ebenso schnell kann es im Netz landen. Gerade im Bad, wo viel nackte Haut gezeigt wird, ist das ein sensibles Thema.

Badeordnung regelt Fotografierverbot

In den meisten sächsischen Freibädern ist das Fotografieren anderer Besucher ohne deren Zustimmung verboten. So steht es in viele Badeordnungen. Auch in den Hallen- und Freibädern der Städte Chemnitz und Dresden gilt ein Fotografierverbot. Die Bademeister sind angewiesen, darauf zu achten und gegebenenfalls einzugreifen. Laut Dörte Gregor vom Dresdner Bäderbetrieb gebe es aber keine hundertprozentige Kontrolle. Es sei auch eine Gratwanderung, wann man eingreife und wann nicht. Wenn Eltern einen Schnappschuss von ihren Kindern machen, sei das schließlich vollkommen in Ordnung.

Plakat mit Baderegeln für Chemnitzer Bäder
Plakate mit Hinweisen in drei Sprachen und entsprechenden Piktogrammen weisen in Chemnitzer Bädern auf die Baderegeln hin. Bildrechte: Stadtverwaltung Chemnitz

Damit auch Badegäste, die kein Deutsch verstehen, das Fotoverbot kennen, hängen in den Dresdner und Chemnitzer Bädern Plakate mit den Baderegeln. In Deutsch, Englisch und Arabisch ist dort nachzulesen, dass nicht fotografiert werden darf. Dazu gibt es ein entsprechendes Piktogramm. Antje Becher von der Chemnitzer Stadtverwaltung sagt, dass die Plakate eingeführt wurden, als sich im vergangenen Jahr in den Schwimmhallen einige Asylbewerber mit Fotohandys aufhielten. Dort fotografierten sie Badnutzer ohne deren Zustimmung. Inzwischen habe es aber keine weiteren nennenswerten Beschwerden mehr gegeben. Ähnlich sieht es auch in den Dresdner Bädern aus.

Bisher kaum Probleme mit unerwünschten Schnappschüssen

An den drei Strandbädern der Talsperre Malter habe es ebenfalls noch keine Probleme mit unerwünschten Fotos gegeben, sagt Klaus Kaiser von der Weißeritztal-Erlebnis GmbH. Alle drei Bäder hätten jeweils einen abgetrennten FKK-Bereich, aber auch dort habe es bisher keine Beschwerden gegeben. Die Bademeister würden auf das Verbot achten. Im schlimmsten Fall könnte man den Badegast dann auch des Geländes verweisen. Das sei aber noch nie vorgekommen. Ähnlich sieht auch in anderen angfragten Freibädern aus, beispielsweise im Spreebad in Bautzen: "In den letzten Jahren gab es keine nennenswerten Vorkommnisse mit unerwünschtem Fotografierern", so eine Sprecherin.

Keine Kontrolle an Badeseen

Erholungsgebiet Olbersdorfer See
Der Olbersdorfer See bei Zittau hat ebenfalls ein Strandbad. Das ist frei zugänglich, ein Fotografierverbot gibt es nicht. Bildrechte: IMAGO

Noch weniger Kontrolle gibt es an Seen, an denen es kein offizielles Strandbad gibt. Am Olbersdorfer See bei Zittau zum Beispiel ist der Strandbereich ohne Eintrittsgeld öffentlich zugänglich. Laut Steffen Roy vom Verein Freizeit-Oase Olbersdorfer See gebe es keinen, der solch ein Fotografierverbot kontrollieren könnte: "Wir haben deshalb keine Reglementierung vorgesehen." Auch am Berzdorfer See bei Görlitz spielt ein Verbot am frei zugänglichen Badestrand keine Rolle. Laut Bürgermeister Christian Hänel von der zuständigen Gemeinde Schönau-Berzdorf wären Kontrollen am See ohnehin nicht möglich. Viel wichtiger sei, dass die Rettungsschwimmer regelmäßig vort Ort sind.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im Radio: MDR AKTUELL | 18.05.2017 | 06:11 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2017, 09:53 Uhr

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2 Kommentare

20.05.2017 21:17 Mediator @Bademeister(1) 2

Ach Bademeister, du lebst anscheinend in einer sehr einfach strukturierten Welt.

In der gibt es anscheinend die Deutschen, die edel hilfreich und gut sind und die Ausländer die sich selbstverständlich in ihren Augen nicht benehmen können.

Weil muslimische Flüchtlinge die Hauptzielgruppe des MDR sind wurde deshalb genau für diese Leute hier noch mal klargestellt was geht und was nicht!

Mal ehrlich: Es gibt genügend deutsche Rüpel ohne Sinn für Anstand und die Privat- und Intimsphäre anderer. Seit jeder Mensch einen Fotos bei sich trägt erhöht sich einfach die Zahl der gemachten Fotos exponential. Dass jeder Depp heute Dateien im Internet veröffentlichen kann, macht es nicht leichter. Eine der sichersten Möglichkeiten Ärger zu provozieren ist es einem Jugendlichen zu sagen, dass er irgendwas mit seinem Daddelgerät nicht machen darf. Manche Leute telefonieren ja selbst in einer Kirche.

19.05.2017 16:59 Bademeister 1

Freibäder sind zum Baden und Erholen da, nicht zum Fotografieren! So einfach ist das. Es ist ein Leichtes, das eindeutig zu verbieten. Und Fotos ins Netz stellen geht schon mal überhaupt nicht. Letztlich stört das Ganze die öffentliche Ordnung - ist also im Grunde schon jetzt verboten.
Dann geht es dabei eigentlich um Asylbewerber und andere Fremde, die sich hier nicht benehmen können. Für Kulturen, wo die Frauen und Mädchen nicht schwimmen und Sport treiben dürfen, sich verhüllen müssen, Männer aber Frauen in Bikinis fotografieren, wenn nicht gar belästigen, darf es bei uns keinen Platz geben!