Sachsen

Dresden : Chinesen machen Weg für A330-Umrüstung frei

Der Einstieg der ST Aerospace aus Singapur bei den Elbe Flugzeugwerken (EFW) in Dresden ist perfekt. Die EFW teilten mit, nachdem auch die chinesische Kartellbehörde die Verträge zwischen den Konzernen EADS, Airbus, ST Aerospace und EFW genehmigte, übernimmt die Firma aus Singapur 35 Prozent der EADS-Anteile in Dresden. EADS behält die restlichen 65 Prozent. Damit ist der Weg frei für das geplante Umrüstprogramm von Airbus-Passagiermaschinen des neueren Typs A330 zu Frachtern. Rund 200 Ingenieure werden nach Firmenangaben an der Entwicklung der künftigen A330-Umrüstung arbeiten.

Erste umgebauter A330-Frachter soll 2016 abheben

Airbus  A330P2F
So sollen die umgebauten A330-Maschinen einmal aussehen.

Die erste Maschine soll 2016 umgerüstet werden. Dazu sind am Standort am Flughafen in Klotzsche Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe geplant. EFW-Chef Andreas Sperl sagte, für den Dresdner Traditionsbetrieb hätten sich neue Perspektiven eröffnet. "Mit voller Kraft" könne nun die Entwicklung der Umrüstung von Passagiermaschinen des Typs A330 zu Frachtflugzeugen begonnen werden. Bisher bietet Airbus die A330 in zwei Größen als Passagierjets sowie als reine Neufrachter ab Werk an.

Die EFW am Airport in Dresden-Klotzsche rüsten bis jetzt ohne Beteiligung fremder Firmen ältere Airbusse der Typen A300/310 um, von denen allerdings nur noch wenige Passagiermaschine überwiegend im asiatischen Raum als potenzielle Umrüstkandidaten weltweit im Einsatz sind.

1.100 Mitarbeiter in drei Geschäftszweigen

Die Zustimmung der Kartellbehörden ist nach Angaben eines Unternehmenssprechers erforderlich, weil die beiden Mutterkonzerne EADS und ST Engineering bei einer Kooperation wirtschaftliche Kenngrößen überschreiten. Damit beide Unternehmen künftig ungehindert auf den einzelnen nationalen Märkten agieren können, werden Zusammenschlüsse oder Beteiligungen solchen Ausmaßes üblicherweise den nationalen Kartellbehörden angezeigt. Die Kartellbehörden der EU, Brasiliens und der Türkei hatten bereits vor den Chinesen zugestimmt.

Die Elbe Flugzeugwerke beschäftigen aktuell 1.100 Mitarbeiter. Neben der Umrüstung ausrangierter Passagiermaschinen zu Frachtern werden in dem Werk auch Flugzeuge gewartet und Leichtbau-Komponenten für die Luftfahrt, den Schiffs- und Fahrzeugbau hergestellt. Vor anderthalb Jahren war ein Joint Venture mit einem russischen Partner aufgegeben worden. Ziel war es, kleinere Airbus-Maschinen der A320-Familie zu Frachtern umzurüsten. Allerdings gab es nach der Wirtschaftskrise im Luftfrachtgeschäft keinen Bedarf für weitere Frachtflugzeuge dieser Größe.

Zuletzt aktualisiert: 04. Februar 2013, 20:21 Uhr

1. Jochen Koehler:
Wieso ist bei diesem Geschäft die "chinesische Kartellbehörde" beteiligt. Ist mir da etwas entgangen?
05.02.2013
18:59 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

© 2013 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK