Dresden : Fraunhofer-Institut wird zur Abteilung degradiert
Am Fraunhofer-Center für Nanoelektronische Technologien (CNT) in Dresden wird weiter geforscht. Wie Fraunhofer-Forschungsvorstand Ulrich Buller am Mittwoch mitteilte, verliert die Einrichtung aber ihre Eigenständigkeit. Ab 2013 sollen demnach die profitablen Bereiche in das ebenfalls in Dresden ansässige Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) eingegliedert werden. Dessen Chef Hubert Lakner wurde mit der Neuausrichtung des CNT beauftragt.
Kundenverlust durch Krise der Halbleiterindustrie
Das Nanotechnologie-Center forschte und entwickelte bisher vor allem auf dem Gebiet von Speicherchips. Es war 2005 während der Boomphase der Halbleiterbranche in Dresden gegründet worden. Zu den Partnern zählten AMD (heute Globalfoundries) und Infineon. Nach der Pleite der früheren Infineon-Tochter Qimonda 2009 wurde das Center für weitere Kunden geöffnet. Zuletzt kamen jedoch zu wenige Aufträge aus der Industrie - die Betriebskosten des Reinraumes für das CNT wurden zu hoch. Eine komplette Aufgabe des Centers sie dennoch nicht geplant, betonten Lakner: "Abschließen und Schlüssel wegwerfen steht nicht zur Debatte."
Mitarbeiter sollen bleiben
Der Institutschef will die Zusammenarbeit mit den bisherigen Schlüsselpartnern fortsetzen, sich auf neue Technologien im Mikroelektronikbereich konzentrieren und neue Kunden gewinnen. Diese verspreche er sich unter anderem durch Aufträge zur Prüfung von Maschinen und Anlagen für die Halbleiterproduktion im derzeit schlecht ausgelasteten Reinraum. Die strategische Neuausrichtung wird Lakner zufolge etwa zwei Jahre dauern. Die 47 Mitarbeiter sollen möglichst gehalten werden. Derzeit verhandelt die Fraunhofer-Gesellschaft nach eigenen Angaben über eine Sonderfinanzierung des Freistaats für die Umstrukturierung.
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