Plakate, Lesung, Gedenktafel : Zwickau ehrt Gert Fröbe zum 100. Geburtstag
Mit einer Reihe von Veranstaltungen feiert die Stadt Zwickau seit Sonntag den 100. Geburtstag von Gert Fröbe. So sind dem berühmten Sohn eine Sonderausstellung, ein Gert-Fröbe-Abend und eine szenische Lesung gewidmet. Fans des Schauspielers konnten schon am Sonntag im Puppentheater Zwickau quasi in den Geburtstag reinfeiern. Unter dem Titel "Ein Zwickauer in Hollywood" luden Regieassistentin Ulrike Sorge und Schauspieler Michael Schramm zu einer szenischen Lesung mit musikalischer Begleitung ein.
Filmplakate im Rathaus-Foyer
Am Montag setzen sich die Feierlichkeiten im Rathaus fort. Am Nachmittag des 100. Geburtstages wird im Foyer eine kleine Sonderausstellung mit Filmplakaten eröffnet. Die Plakate stammen aus der Sammlung des Dortmunder Fröbe-Fans Markus Grieb, der sich nach eigenen Angaben zufolge seit 1988 mit Leben und Schaffen des weltweit erfolgreichen Mimen beschäftigt. Im Rathaus-Foyer werden auch die Originalplakate von "Es geschah am hellichten Tag" von 1958 und vom "Räuber Hotzenplotz" aus dem Jahr 1975 zu sehen sein. Die Auswahl für die Zwickauer Sonderschau traf die Galerie am Domhof. Deren Leiterin Alexandra Hortenbach musste dabei zwischen verschiedenen Varianten der einzelnen Plakate wählen. Sie habe sich für die Plakate entschieden, "die am besten zu Gert Fröbe passen", erklärte Galeristin Hortenbach.
Den Abschluss der offiziellen Feiern der Stadt Zwickau bildet der Gert-Fröbe-Abend am 2. März. Nach der Vorführung des Films "Der Räuber Hotzenplotz" wird der Leiter der Ratsschulbibliothek, Lutz Mahnke, aus Werken von Joachim Ringelnatz, Christian Morgenstern und Erich Kästner rezitieren, "so wie es auch Gert Fröbe einst tat“. Anschließend wird Fröbes wohl bekanntester Streifen "Es geschah am hellichten Tag" gezeigt. Neben Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß hat auch der Fröbe-Neffe Eckehart Baumann sein Kommen angekündigt.
Hilfe vom Filmmuseum Düsseldorf
Im Laufe des Jahres werden sich noch weitere Veranstaltungen in Zwickau dem berühmten Schauspiel-Sohn widmen. So steht der Wirtschaftsball am 27. April unter dem Motto "Gert Fröbe - von Zwickau bis Goldfinger". Der Verein Kontraste plant eine Wanderausstellung "Eine Filmlegende aus Zwickau", die ab dem 28. Februar zunächst in einem Zwickauer Einkaufscenter zu sehen ist. Mit Hilfe des Düsseldorfer Filmmuseums soll es im Mai eine erweiterte Schau geben. Und auch die Kunst- und Kulturmeile Mitte Juli nimmt Bezug auf "Bösewicht" Gert Fröbe.
1964 erlangt Fröbe Weltruhm
Fröbe spielte bis zu seinem Tod 1988 in mehr als 100 Kino- und Fernsehfilmen mit. 1958 stand er an der Seite von Heinz Rühmann vor der Kamera. In dem nervenzehrenden Schwarz-Weiß-Kriminalfilm "Es geschah am hellichten Tag" verkörperte Fröbe einen psychopathischen Kindermörder. Als Gegenspieler von James Bond erlangte der gebürtige Zwickauer 1964 im Film "Goldfinger" Weltruhm.
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Gert Fröbe
Gert Fröbe wurde als Karl Gerhart Fröbe am 25. Februar 1913 in Oberplanitz, dem jetzigen Stadtteil Zwickau-Planitz geboren. Im Haus in der Edisonstraße 11, in dem Gert Fröbe auch zur Welt kam, unterhielt der Vater im Erdgeschoss ein Geschäft für Lederwaren und eine Schuhreparaturwerkstatt. Im oberen Geschoss lebte die Familie. Zum 100. Geburtstag des Schauspielers erhält das Geburtshaus eine Gedenkplakette. Noch heute wohnen in dem Haus Familienmitglieder von Gert Fröbe. Die beiden Neffen Wieland und Eckehart Baumann halten die Erinnerung an ihren berühmten Vorfahren wach.



