Sachsen

Dresden am 13. Februar : Gedenken auf dem Heidefriedhof, Menschenkette und Kerzenmeer

Am 13. Februar, dem 67. Jahrestag der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg, sollen im Gedenken an die Opfer neue Akzente gesetzt werden. So steht auf dem Heidefriedhof in diesem Jahr erstmals die 2010 errichtete Skulptur "Trauerndes Mädchen am Tränenmeer" im Mittelpunkt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, beginnt an der Skulptur um 15 Uhr ein stiller Gedenkgang, der über das Rondell mit den Gedenkstelen für sieben Konzentrationslager und sieben zerstörte Städte bis zur Sandsteinmauer für die Opfer der Angriffe auf Dresden führt. Eine offizielle Kranzniederlegung gibt es nicht, vielmehr werden an dem Mahnmal in diesem Jahr individuell weiße Rosen abgelegt. Bürgermeister Dirk Hilbert begründete, man wolle so einen "Überbietungswettbewerb um die bessere Trauer verhindern".

Schützendes Band um das Stadtzentrum

Eine Menschenkette in Dresden
Tausende Dresdner werden als Protest gegen die Neonazis wieder eine Menschenkette bilden

Um 17 Uhr soll sich dann als Protest gegen einen Aufmarsch von Neonazis eine Menschenkette formieren und sich symbolisch als schützendes Band um das Stadtzentrum legen. Sie verläuft vom Rathaus parallell zur St. Petersburger Straße bis zum Rathenauplatz, vorbei an der Synagoge und auf der Carolabrücke über die Elbe. Von dort aus vor dem Finanzministerium am Elbufer entlang bis zur Augustusbrücke, weiter zur Hofkirche, am Zwinger entlang über Postplatz und Wallstraße zurück zum Dr.-Külz-Ring. Begleitet vom Läuten der Kirchenglocken soll sich die Menschenkette um 18 Uhr schließen und in Stille verharren. Die Veranstalter der Menschenkette rechnen mit bis zu 10.000 Teilnehmern. Auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich rief die Bürger im Land dazu auf, sich zu beteiligen und so ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. "Dresden und Sachsen sind kein Aufmarschplatz für Ideologen und rechtes Gedankengut", sagte der CDU-Politiker.

Spuren des 13. Februar 1945 in Dresden

Die Dresdner Frauenkirche Beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche nicht wieder verwendetes Bruchstück der Steinkuppel Originales Turmkreuz der Dresdner Frauenkirche

In der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945 wurde fast die gesamte Innenstadt von Dresden durch Luftangriffe angloamerikanischer Bomber zerstört. Welche Spuren sind fast 70 Jahre später noch zu sehen? [Bilder]


Meer aus 10.000 Kerzen am Neumarkt

Am Montagnachmittag soll auf dem Neumarkt zudem ein Meer aus 10.000 Kerzen entstehen, das sich insgesamt zum Bild einer großen Kerze fügt. Dazu sind alle Bürger aufgerufen. Gegen 18.20 Uhr wird Bürgermeister Hilbert eine Kerze entzünden und Gedenkworte sprechen. Da Oberbürgermeisterin Helma Orosz erst Anfang März ins Amt zurückkehrt, nimmt sie privat an dem Gedenken teil.

Bereits im Vorfeld des Gedenktages ist am Sonnabend der mit 25.000 Euro dotierte Dresdner Friedenspreis an den US-amerikanischen Fotografen James Nachtwey übergeben worden. Damit wird sein herausragendes Friedensengagement gewürdigt. Nachtwey gilt als der bedeutendste Kriegsfotograf der Gegenwart.

In der Dresdner Frauenkirche erlebt ein Requiem der russisch-amerikanischen Komponistin Lera Auerbach seine Uraufführung. Die "Ode an den Frieden" wird von der Sächsische Staatskapelle unter Leitung von Vladimir Jurowski gespielt.

Menschenkette Dresden

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2012, 13:04 Uhr

1. Beobachter:
Vielleicht hätte man die Stadt eher gegen die Linksextremisten schützen sollen, die sich nicht zu blöd waren, die öffentliche Trauerfeier am Heidefriedhof für ihr Polit-Spektakel zu mißbrauchen!
14.02.2012
11:10 Uhr

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