Sachsen

Folgen der Urangewinnung : Dresden schließt Sanierung in Gittersee ab

In Dresden ist ein ökologisches Großprojekt fertiggestellt worden. Wie Oberbürgermeisterin Helma Orosz am Montag mitteilte, ist die im Jahr 1993 begonnene Sanierung einer ehemaligen Anlage zur Uranaufbereitung offiziell abgeschlossen. "Damit wurde eine tiefe Wunde in unserer Umwelt geheilt", sagte Orosz. Die Sanierung der radioaktiv belasteten Fläche im Ortsteil Coschütz-Gittersee habe knapp 46 Millionen Euro gekostet. Bezahlt wurde sie von Bund, Land und Stadt.

Schlammteiche wurden radioaktiv verstrahlt

Der im Rahmen der Sanierung des "Oekologischen Grossprojektes Dresden Coschuetz/Gittersee" neuangelegte Kaitzbach-Teich am Montag (13.08.12) in Dresden.
Der Kaitzbach liegt jetzt idyllisch zwischen grünen Kuppen.

Auf dem Gelände waren bis in die 1960er- Jahre rund 3,8 Millionen Tonnen Uranerz aufbereitet worden. Die Wismut hatte kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Uran verarbeitet, das aus den Kohleschächten in Freital stammte. Dazu wurde die "Uranfabrik 95" errichtet. Später wurde dort in einem chemischen Verfahren das Uranerz aus dem westlichen Erzgebirge aufbereitet. Insgesamt wurden 7.000 Tonnen Uran gewonnen. Die stark radioaktiven Abfälle wurden in zwei Schlammteiche im Tal des Kaitzbaches gekippt. Dadurch war das Erdreich metertief verseucht. In die Gebäude zogen später ein Reifenwerk und ein Chemiebetrieb ein.

Nach der Wende erwarb die Stadt das Areal von der Treuhand, um es zu sanieren. Bis 2001 wurde zunächst die Industriebrache beseitigt. Dazu musste der verseuchte Boden bis zu zwölf Meter tief abgetragen werden. Die kontaminierten Böden und Abbruchreste wurden seither zu zwei Halden aufgetürmt, mit denen die ehemaligen Schlammteiche überdeckt wurden. Nach Aussage des Chefs des Dresdner Umweltamtes, Christian Korndörfer, sind in den Halden 1.500 Tonnen Uran und 10.000 Tonnen Schwermetalle so sicher verwahrt, dass weder radioaktive Gase noch Sickerwasser austreten könnten. "Bis zur nächsten Eiszeit droht keine Gefahr für Bevölkerung, Natur und Umwelt", sagte Korndörfer. Heute befindet sich auf dem Areal ein Gewerbegebiet mit 56 ansässigen Firmen.

"Das ist der Preis dafür, dass der Umweltschutz in der DDR keine Rolle spielte oder wirtschaftlichen Interessen ungeordnet wurde."

Helma Orosz, Oberbürgermeisterin Dresden

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2012, 16:45 Uhr

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Die Sanierung in Zahlen:

- Stadt, Land und Bund haben 46 Millionen Euro investiert
- Sanierung dauerte von 1993 bis 2012
- in den Halden sind 1.500 Tonnen Uran und 10.000 Tonnen Schwermetalle sicher verwahrt
- die ökologische Überwachung kostet bis 2037 rund 3,5 Millionen Euro
- 1,7 Millionen Kubikmeter Abfälle und Erde wurden umgeschichtet
- 70.000 Bäume wurden gepflanzt
- in der Fabrik wurden zu DDR-Zeiten 7.000 Tonnen Uran gewonnen
- inzwischen haben sich 56 Firmen mit insgesamt 2.500 Mitarbeitern angesiedelt

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