Altstadt Görlitz
Görlitz gilt mit seiner Altstadt als eine der schönsten Städte Deutschlands. Das hat sie auch den Sanierungen der vergangenen 25 Jahre zu verdanken. Bildrechte: IMAGO

Altstadtmillion Görlitz dankt anonymem Spender mit Ausstellung

21 Jahre lang konnten sich die Görlitzer über einen spendablen Gönner freuen. Seit 1995 hatte ein anonymer Mäzen der Stadt insgesamt rund zehn Millionen Euro überwiesen. Mittlerweile ist der Geldfluss zwar versiegt, die sanierten Bauwerke aber werden wohl noch lange bleiben. Mit einer Sonderausstellung dankt die Stadt nun dem großzügigen Geldgeber.

Altstadt Görlitz
Görlitz gilt mit seiner Altstadt als eine der schönsten Städte Deutschlands. Das hat sie auch den Sanierungen der vergangenen 25 Jahre zu verdanken. Bildrechte: IMAGO

Am Sonntag empfangen mehr als 20 private Hauseigentümer in Görlitz Gäste, die sie noch gar nicht kennen. Der Besuch kommt allerdings nicht zum Kaffeetrinken und Kennenlernen. Es geht um die schönen Fassaden der Gebäude, die Sanierungsarbeiten in den vergangenen Jahren und die viele Mühe und Liebe, die in jedem einzelnen Haus stecken. An Gesprächsstoff wird es Gastgebern und Besuchern also trotzdem nicht mangeln.    

Untermarkt 24 (Ratsapotheke) jeweils vor und nach der Restaurierung mit Mitteln der Altstadtstiftung
In den vergangenen 21 Jahren wurden jede Menge Häuser saniert. Auch die Ratsapotheke am Untermarkt 24. Bildrechte: Stadt Görlitz

Beim diesjährigen Tag der offenen Sanierungstür richtet sich der Blick auf 27 Jahre Städtebauförderung - so formuliert es die Stadt Görlitz. Wie jedes Jahr öffnen einige Menschen mit sanierten Häusern am dritten Wochenende in Juni ihre Türen. Neugierige können sich zwischen 10 und 17 Uhr zwischen Hirschwinkel und Dr.-Kahlbaum-Allee auf Besichtigungstour begeben. Die Objekte, die besichtigt werden dürfen, sind mit dem blauen Banner "Tag der offenen Tür" gekennzeichnet.

Zum Dank eine Ausstellung am Kaisertrutz

In diesem Jahr startet zeitgleich zum Tag der offenen Sanierungstür aber auch eine Ausstellung am Kaisertrutz mit märchenhafter Geschichte. Jedes Kind in der ostsächsischen Stadt kennt ihn: den Görlitzer Millionenspender. Über Jahre hatte er der Stadt insgesamt rund zehn Millionen Euro für Sanierungen zur Verfügung gestellt. Die Präsentation mit dem Titel "Das Wunder der Görlitzer Altstadtmillion" sei als "großes Dankeschön" der Stadt an eine unbekannte Person zu verstehen, sagte Kurator Matthias Franke.

Peterstraße 6 jeweils vor und nach der Restaurierung mit Mitteln der Altstadtstiftung.
Das Haus in der Peterstraße 6 im Vorher-Nachher-Vergleich. Bildrechte: Stadt Görlitz

Vorgestellt werden 19 mit dem Geld geförderte Denkmäler. Sie stünden stellvertretend für rund 1.200 Objekte, die mit Hilfe der anonymen Schenkung saniert werden konnten. Profitiert hatten von der Spende zahlreiche Bürgerhäuser in der historischen Altstadt, der Nikolaivorstadt und im Gründerzeitviertel sowie mehrere Kirchen. Neben Modellen, historischen Aufnahmen und aktuellen Detailfotos ist in der Ausstellung auch der Überweisungsträger mit der Gutschrift der ersten Altstadtmillion zu sehen - damals eine Million D-Mark.

Das bestgehütete Geheimnis von Görlitz

Wer hinter der großzügigen Spende steht, bleibt ein wohl gehütetes Geheimnis. Auch bei seinen Recherchen für die Ausstellung habe er kein Indiz gefunden, das auf den Spender schließen lässt, sagte Kurator Franke. Die anonymen Spenden wurden im April 2016 mit einer letzten Überweisung von 340.000 Euro eingestellt.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.06.2017 | 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juni 2017, 20:10 Uhr

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