Sachsen

Entscheidung : Uni Halle entzieht Leipziger Jugendamtschef endgültig den Doktortitel

Die Universität in Halle entzieht dem Leipziger Jugendamtsleiter Siegfried Haller endgültig den Doktortitel. Die Martin-Luther-Universität teilte mit, dies habe der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät auf einer Sondersitzung entschieden. Hallers Widerspruch gegen den Entzug des Titels wurde somit zurückgewiesen. An den eindeutigen Prüfergebnissen des Ausschusses habe sich nichts geändert. Das Gremium hatte im April einstimmig entschieden, Haller den Titel zu entziehen. Er habe diesen durch Irreführung und Täuschung erworben, grob gegen die Regeln und Standards wissenschaftlichen Arbeitens verstoßen und seitenweise abgeschrieben, hieß es zur Begründung.

Stadt will sich zur Zukunft Hallers nicht äußern

Eine Sprecher der Hochschule sagte: "Die Universität wird nun einen offiziellen Bescheid erstellen, dieser wird ihm in den nächsten Wochen zugestellt." Bei Erhalt des Bescheides habe Haller einen Monat Zeit, dagegen Klage beim Verwaltungsgericht einzureichen, hieß es zu den rechtlichen Möglichkeiten.

Haller selbst war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Stadt Leipzig ließ vorerst offen, ob sie disziplinarisch gegen den Jugendamtschef vorgeht.

Die Plagiatsvorwürfe waren im Sommer 2011 auf der Online-Plattform VroniPlag bekanntgeworden. Haller hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Er war im Jahr 2000 ohne Doktortitel Jugendamtsleiter in Leipzig geworden. Später schrieb er die Dissertation. Die Arbeit mit dem Titel "Das Sanierungsgebiet Hemshof in Ludwigshafen am Rhein. Eine Bilanz von 30 Jahren baulicher Erneuerung und sozialer Veränderung" war an der philosophischen Fakultät der Universität Halle im Jahr 2003 geprüft worden. Der Doktortitel wurde ihm nach Angaben der Universität 2004 verliehen.

Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2012, 19:26 Uhr

1. Heinz Faßbender:
Nu ja - alles nicht so schlimm - ist ja ein Beamter - und der darf das....
21.07.2012
09:08 Uhr

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