Intendantin der Semperoper : Trauerfeier für Ulrike Hessler
Die Ende Juli gestorbene Intendantin der Dresdner Semperoper, Ulrike Hessler, ist heute in der Münchener Markuskirche mit einer Trauerfeier geehrt worden. Die 57-Jährige hatte vor ihrem Amt in Dresden 26 Jahre bei der Bayerischen Staatsoper gearbeitet. Die Semperoper plant Ende August eine Trauerfeier für Ulrike Hessler. Die Urne soll im Familiengrab ihres Mannes auf dem Friedhof in Dresden-Tolkewitz bestattet werden.
Die Predigt hielt Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Über Ulrike Hessler sagte sie, ihr Leben sei von "warmherziger Menschlichkeit, musikalischem und literarischem Esprit, wacher Zeitgenossenschaft und sozialem Engagement" geprägt gewesen.
Zu den Trauergästen zählten Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière, Dirigent Christian Thielemann und der frühere Intendant der Bayerischen Staatsoper, Sir Peter Jonas. Als Vertreter der sächsischen Landesregierung nahmen Henry Hasenpflug, Staatssekretär im Kunstministerium, Landtagspräsident Matthias Rößler und Johannes Beermann, Chef der Staatskanzlei, an der Trauerfeier teil. Beermann erklärte nach dem Gottesdienst, die Feier habe ihn zutiefst bewegt. "Es war ein würdiger Abschied." Zudem sei ihm noch einmal bewusst geworden, mit welchem Engagement und welcher Kraft Hessler die Semperoper in den vergangenen beiden Jahren erfolgreich vorangebracht habe. "Die Lücke, die sie hinterlässt, ist riesig."
Im Mai wurde Krebserkrankung öffentlich
Hessler hatte ihr Amt als Intendantin der Semperoper zu Beginn der Spielzeit 2010/11 angetreten. Wegen ihrer schweren Erkrankung ließ sie bereits seit Anfang Mai ihr Amt ruhen. Damals hatte Hessler öffentlich bekannt gemacht, dass sie an Krebs erkrankt ist. Nach sofortiger Operation eines bösartigen Tumors im Januar 2011 und nachfolgender Betreuung habe die Erkrankung einen wechselhaften Verlauf genommen, hieß es damals. Am Morgen des 30. Juli verstarb Hessler in München. Ihr Tod löste nicht nur unter Politikern und Kunstschaffenden in Deutschland große Anteilnahme aus, sondern auch in Österreich.
Von der Bayerischen Oper an die Semperoper
Vor ihrer Zeit an der Dresdner Semperoper war Hessler viele Jahre an der Bayerischen Staatsoper München tätig. Hessler studierte Neuere deutsche und französische Literatur und hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Eichstätt gearbeitet. Sie promovierte 1984 mit einer Arbeit zur deutschen Exilliteratur. Bis 1988 war sie freie Journalistin, ehe sie Pressesprecherin der Münchner Staatsoper und später Chefin der Öffentlichkeitsarbeit wurde. Von 2006 an war sie als Mitglied des Direktoriums an der kommissarischen Leitung des Opernhauses beteiligt. Nach 26 Jahren in München wechselte sie 2010 an die Elbe, zuvor hatte sie allerdings bereits einen Zweitwohnsitz in der Stadt, in der ihr Mann an einer Klinik arbeitet.
Neben zahlreichen Ehrenämtern und Kuratoriumsmitgliedschaften war Ulrike Hessler Honorarprofessorin der Hochschule für Bildende Künste Dresden und Mitglied des Sächsischen Kultursenats. Sie etablierte während ihrer Intendanz die Sparte "Junge Szene", engagierte den Regisseur Stefan Herheim regelmäßig an der Dresdner Oper und setzte sich für die Verpflichtung von Christian Thielemann als Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle ein. Die Zusammenarbeit der Sächsischen Staatskapelle mit den Osterfestspielen Salzburg geht auf ihre Initiative zurück.
