Sachsen

Umweltschutz : Moore an deutsch-tschechischer Grenze sollen wiederbelebt werden

Die von Austrocknung bedrohten Moore am Erzgebirgskamm sollen wiederbelebt werden. Das sieht ein von der EU mit einer Million Euro gefördertes Projekt tschechischer und deutscher Partner vor. Seit heute werden die betroffenen Flächen entsprechend behandelt. Der Leiter des Forstbezirkes Marienberg, Ingo Reinhold, erklärte, entscheidend für das Torfwachstum sei, das Niederschlagswasser im Moor zu halten. Deshalb müssten etwa Entwässerungsgräben verschlossen werden. Die Moorgebiete wurden durch den Bergbau und die jahrhundertelange Torfnutzung geschädigt.

Hochmoore als besonderer Lebensraum

Moos
Jens Nixdorf, vom Forstbetrieb Marienberg zeigt Torfmoose, die hier wieder angesiedelt werden sollen

Über die Jahrtausende nach dem Ende der letzten Eiszeit haben sich im kühlfeuchten Klima des Erzgebirgskammes zahlreiche Hochmoore entwickelt. Schicht für Schicht entstanden aus Torfmoosen und anderen Pflanzen bis zu mehrere Meter mächtige Torfschichten. Auf diesen extrem nassen und nährstoffarmen Standorten konnte sich kein geschlossener Wald bilden. Stattdessen fand eine hoch spezialisierte Pflanzen- und Tierwelt hier ihren Lebensraum. Ein intaktes Moor wirkt außerdem wie ein Schwamm, der große Mengen Niederschlagswasser aufnehmen kann und es nur langsam in die Umgebung abfließen lässt. In Hochwasserentstehungsgebieten wie dem oberen Erzgebirge ist diese Pufferfunktion besonders wichtig, schätzen Forstexperten ein.

Moor
Erste Aufgabe zur Rekultivierung: das Niederschlagswasser im Moor zu halten. Dafür werden Entwässerungsgräben verschlossen.

Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2012, 17:22 Uhr

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