Hochwasserschutz : Experten: An der Elbe ist es sicherer geworden
Internationale Elbe-Experten haben einen besseren länderübergreifenden Hochwasserschutz angemahnt. Man habe zwar schon viel erreicht, doch müsse weiter in die Sanierung und Neubau von Deichen investiert werden, hieß es von der Internationalen Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE). Diese hatte sich am Freitag in Dresden getroffen, um Bilanz zum Hochwasserschutz des vergangenen Jahrzehnts zu ziehen. Es könne keinen perfekten Schutz gegen das Hochwasser geben, die Auswirkungen könnten aber eingedämmt werden, so die Experten.
Rund eine Milliarde Euro in Hochwasserschutz investiert
Seit 2003 sind laut Kommission rund 650 Hektar Überflutungsflächen an der Elbe wieder hergestellt und 513 Kilometer Deiche saniert und neu errichtet worden. Zu den größten laufenden Projekten gehört u.a. die Deichrückverlegung Lödderitzer Forst in Sachsen-Anhalt. Es soll bis 2018 abgeschlossen sein. An der Elbe zwischen Dessau-Roßlau und Barby soll dabei rund 600 Hektar mehr Raum zum Überfluten entstehen.
Auch Magdeburg sei besser gerüstet denn je, erklärte am Freitag Oberbürgermeister Lutz Trümper. Den Beweis habe man beim Winterhochwasser 2011 erlebt, wo der Pegelstand nur wenige Zentimeter unter dem von 2002 gelegen habe. Magdeburg war bei der Jahrhundertflut 2002 nur knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Der höchste Wasserpegel war in der Landeshauptstadt in der Nacht vom 19. auf den 20. August mit 6,72 Metern gemessen worden. Große Gebiete rund um Bitterfeld waren damals hingegen überflutet worden.
Kritik kam unterdessen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dass die Maßnahmen zum Hochwasserschutz zu langsam voranschritten. Das verwundert die Experten nicht. Größtes Problem der vergangenen Jahre: Die Flussanrainer und Landwirte sperren sich verstärkt gegen den Schutz – aus Angst wertvolles Bau- und Anbauland zu verlieren. So würden die Einsprüche der Bürger komplizierter, hieß es von der Kommission. Insgesamt sind laut Experten seit 2003 rund eine Milliarde Euro in den Hochwasserschutz investiert worden.
Deutsche und Tschechen stimmen sich besser ab
Die Kommission aus deutschen und tschechischen Experten wurde bereits nach der Wende im Oktober 1990 gegründet. Nach der Jahrhundertflut verabschiedete sie einen Aktionsplan. Seither stimmen Deutsche und Tschechen jeden Schritt beim Hochwasserschutz gemeinsam ab und tauschen Informationen aus, um bei etwaigen neuen Gefahren früher zu informieren. In Sachsen waren im Mitte August 2002 zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten, nachdem es zuvor auch in Tschechien nach sintflutartigen Regenfällen zu Hochwasser gekommen war. Der Pegel der Elbe in Dresden stieg am 16. August 2002 auf 9,40 Meter. Das öffentliche Leben in der sächsischen Landeshauptstadt kam dadurch fast vollständig zum Erliegen. Die Landesregierung bezifferte den dabei entstandenen Schaden auf 6,2 Milliarden Euro.

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