Sachsen

Leipzig : Neues Einkaufszentrum "Höfe am Brühl" eröffnet

In der Leipziger Innenstadt ist am Dienstagvormittag das neue Einkaufszentrum "Höfe am Brühl" eröffnet worden. Nach Angaben des Betreibers bieten auf 27.500 Quadratmeter Verkaufsfläche etwa 120 Geschäfte und gastronomische Einrichtungen ihre Produkte an. Dabei feierten drei Firmen ihre Deutschland-Premiere, ein Dutzend weitere sind erstmals in Ostdeutschland beziehungsweise in Sachsen vertreten. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung lobte den Einkaufskomplex als attraktiven neuen Ort. Er sei sich sicher, dass die Leipziger ihn lieben würden.

Impressionen von den Leipziger "Höfen am Brühl"

Neueröffnung der Höfe am Brühl Neueröffnung der Höfe am Brühl Neueröffnung der Höfe am Brühl

Seit 25. September hat die Einkaufspassage "Höfe am Brühl" in Leipzig geöffnet. Sehen Sie hier Eindrücke vom neuen Shopping-Tempel in der Innenstadt. [Bilder]


In der "Blechbüchse" wird jetzt auch geparkt

Für den neuen Shopping-Tempel ist in den vergangenen zwei Jahren das große Areal am Brühl im Leipziger Stadtzentrum komplett umgestaltet worden. So verschwanden mehrere große Wohnblöcke. Vom ehemaligen "Konsument"-Kaufhaus, später eine "Karstadt"-Filiale, blieb nur die markante Blechfassade erhalten. Dahinter verbergen sich neben Läden jetzt auch ein Teil des Parkhauses und die Büros des Center-Managements. Der Großteil der Geschäfte ist im Neubauteil neben der "Blechbüchse" untergebracht. Dieser besteht aus hohen Passagen und vier Lichthöfen, die zugleich "thematische Einkaufsschwerpunkte" wie zum Beispiel Mode und Multimedia bilden. Die Kosten für das Gesamtprojekt betrugen dem Investor zufolge mehr als 200 Millionen Euro.

Am Montagabend hatten 1.000 Teilnehmer einer Facebook-Aktion sowie 1.000 weitere geladene Gäste bereits die Möglichkeit, den neuen Einkaufstempel vorab zu testen, wobei die Bewertungen zur Architektur und den vorhandenen Geschäften unterschiedlich ausfielen. Den Abschluss der Eröffnungswoche bildet ein verkaufsoffener Sonntag. Danach haben die Geschäfte in den "Höfen am Brühl" montags bis sonnabends bis 21 Uhr für die Kunden geöffnet.

Kaufkraftgewinn für die City oder nur Umverteilung?

Passanten gehen in Leipzig durch das neue Einkaufszentrum Höfe am Brühl.
Schon kurz nach der Eröffnung hatten viele Kunden die neuen Einkaufmöglichkeiten genutzt.

Die Betreiber hoffen, mit dem neuen Komplex Menschen aus den Einkaufszentren auf der grünen Wiese in die Leipziger Innenstadt zu locken und auch überregional neue Kundschaft anzuziehen. Einige Einzelhändler auch im Stadtzentrum äußern sich dagegen kritisch. Sie befürchten Einbußen, weil die Kaufkraft kaum steigen, sondern sich ledliglich verlagen werde. "Es wird enger für die Händler", bestätigte Gunter Engelmann-Merkel vom Handelsverband Sachsen auf Anfrage des MDR. Die Händler in und um den Leipziger Stadtring müssten sich stärker anstrengen und mehr auf sich aufmerksam machen, um ihre Umsätze zu halten.

Andere Projekte werden diesen Konkurrenzkampf weiter anheizen. So steht das Projekt "Hainspitze" in unmittelbarer Nachbarschaft der "Höfe am Brühl" schon in den Startlöchern. Mit ihm wird die Verkaufsfläche in der Innenstadt dem Handelsverband zufolge auf mehr als 210.000 Quadratmeter wachsen. Zudem schliefen auch die Konkurrenten am Stadtrand nicht, erklärte Engelmann-Merkel unter Verweis auf die Umbaumaßnahmen im Paunsdorf-Center und bei "Nova Eventis" in Günthersdorf.

Neuer Anziehungspunkt gut für die Innenstadt

Qualitativ sind die "Höfe am Brühl" nach Ansicht des Handelsverbands ein Gewinn für die Innenstadt. Sie seien optisch ansprechend und böten center-affinen Kunden einen zusätzlichen Anreiz, ins Leipziger Stadtzentrum zu kommen, meinte Engelmann-Merkel. Dieses habe durch solche Projekte inzwischen eine sehr gute Entwicklung im Kampf mit den großen Einkaufzentren im Umland genommen. Das sieht auch der Verein "City Leipzig Marketing e.V." so. Die Vorsitzende Marlies Göllnitz-Gellert sagte, es sei gut für die Innenstadt, dass die Brachfläche am Brühl endlich verschwunden sei. Dass es zu Pleiten von Einzelhändlern kommt, befürchtet sie trotz des höheren Wettbewerbsdrucks nicht. Das Stadtforum Leipzig hätte sich dagegen ein lebendiges und vielfältiges Stadtviertel statt eines weiteren Einkaufstempels gewünscht. Diese Chance sei am Brühl vertan worden.

Zuletzt aktualisiert: 25. September 2012, 22:19 Uhr

4. Konsum-Archtiekt:
"Die vielschichtige Fassade..."??? "Die Architektur ist gelungen..."??? "...stylisch..."??? hahaha...früher sahen selbst Getreidespeicher schöner aus.
26.09.2012
19:38 Uhr
3. zwickauer:
noch mehr Einkaufstempel die eigentlich keiner wirklich braucht. Jeder tut so, als wenn mehr gekauft werden würde als wie vorher. Die Leute haben immer weniger Geld zur Verfügung, aber immer mehr Einkaufzentren entstehen. Man fragt sich nur für wen und für was!
26.09.2012
11:04 Uhr
2. Joseph Schinkel:
MDR-Redaktion: Falsch ihre Aussage ! die markante Blechfassade erhalten. Dahinter verbergen sich neben Läden jetzt auch ein Teil des Parkhauses und die Büros Hinter der Blechbüchse verbirgt sich der "Media-Markt"
25.09.2012
19:22 Uhr
1. Ruth Berghaus:
ich als Wessi muß sagen: Kompliment an den Architekten. Ich war bisher ein Centro fan in Oberhausen, aber das ändert sich ab heute. Jetzt fühl ich mich hier noch wohler. Nova Eventis und Paunsdorf Center kommen da nicht mehr mit. Trotzdem denke ich, daß dadurch mehr Kunden aus dem Umland angezogen werden, und die Innenstadthändler keine Existenzangst haben müssen.
25.09.2012
18:04 Uhr

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