Sachsen

Freie Fahrt ab September : Bahnverbindung nach Unfall bei Hosena weiter gesperrt

Nach dem Zugunfall Ende Juli bei Hosena wird die gesperrte Strecke voraussichtlich Anfang September wieder befahrbar sein. Wie Bahnsprecherin Erika Poschke-Frost mitteilte, könnten Reisende bis dahin weiterhin Busse zwischen Ruhland, Hosena und Hoyerswerda nutzen. Ursprünglich sollte die Strecke am Donnerstag wieder freigegeben werden.

Alle bei dem Unfall beschädigten Waggons sind mittlerweile weggeräumt, nur eine umgekippte Lok liegt noch für Untersuchungen auf dem Bahnhofsgelände. Die 3.500 Meter lange Oberleitung soll bis Donnerstagabend instandgesetzt sein. Ab Montag werden dann die neuen Weichen am Bahnhof Hosena eingebaut. Es handelt sich dabei um Sonderanfertigungen. Damit verbunden sind weitere Gleisarbeiten.

Da das Stellwerk bei dem Unfall komplett zerstört wurde, wird der Zugverkehr ab September vorübergehend über das benachbarte Stellwerk gesteuert. Die Planungen für ein neues Stellwerk laufen bereits, allerdings wird es laut Poschke-Frost noch mehrere Monate dauern, bis der Bau beginnen kann.

Stellwerksmitarbeiter stirbt in den Trümmern

Auf dem Bahnhof Hosena waren am 26. Juli zwei Güterzüge kollidiert. Durch die Wucht des Aufpralls verkeilten sich etwa sechs Wagen und stürzten um. Sie wurden gegen das Stellwerk geschleudert, das daraufhin einstürzte. Die Lok des Schotterzugs entgleiste ebenfalls und kippte um. Der Lokführer des beladenen Zuges konnte noch vor dem Zusammenprall aus dem Zug springen. Er brach sich dabei die Beine. Der andere Lokführer erlitt einen Schock. Der Stellwerksmitarbeiter konnte nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Cottbus gegen den Lokführer des auffahrenden Zuges. Er soll die Lok entgegen der gängigen Praxis allein vor die Waggons gespannt haben. Dabei habe er nicht bemerkt, dass die Hauptbremsleitung zwischen Lok und Waggons geschlossen war. Dadurch konnte der in den Bahnhof einfahrende Schotterzug nicht abbremsen und das eingebaute System der automatischen Zugbremsung beim Überfahren eines Haltesignals nicht wirksam werden. Der Mann liegt noch immer schwer verletzt im Krankenhaus und konnte bisher nicht vernommen werden.

Zuletzt aktualisiert: 16. August 2012, 17:47 Uhr

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