Sachsen

Sonderausstellung im Hygiene-Museum : "C'est la vie - Das ganze Leben" in Dresden

Das menschliche Dasein in Malerei und Fotografie - im Hygiene-Museum Dresden treffen seit Freitag zwei völlig verschiedene Kunstwelten aufeinander. Unter dem Titel "C'est la vie - Das ganze Leben" werden in der Sonderschau 50 Meisterwerke aus dem 14. bis 19. Jahrhundert 80 zeitgenössischen Fotografien gegenüber gestellt. Die Kunstwerke aus fünf Jahrhunderten, die aus dem Kölner Wallraff-Richartz-Museum sowie aus der Sammlung des Bielefelder Unternehmers Lutz Teutloff stammen, bilden dabei den Spiegel menschlichen Lebens.

Bildergalerie: "C'est la vie - Das ganze Leben" im Deutschen Hygienemuseum

 "C'est La Vie"  "C'est La Vie"  "C'est La Vie"

Bei der Sonderausstellung "C'est la vie - Das ganze Leben" im Deutschen Hygienemuseum stehen sich Werke Alter Meister und neue Arbeiten gegenüber. Zu sehen ist die Inszenierung vom 21. September 2012 bis 7. April 2013. [Bilder]


Von der Schwangerschaft bis zum Tod

Die Bilder wurden in neun Themenabschnitten als Paare oder Gruppen arrangiert - angefangen von der Schwangerschaft über die Geburt, Kindheit, Jugend, Schönheit, Leid und Schmerz bis zum Tod. Verblüffende Parallelen zwischen den neuen und alten Kunstwerken treten auf. Der Rundgang führt von modernen Schwangeren und Heiligen in freudiger Erwartung über Ecce Homo und leidendem Christus bis zur Bildtradition der Pietà. Neben Gemälden von Tizian, Tintoretto oder Floris hängen Fotos von Robert Lebeck, Helmut Newton oder Herlinde Koelbl.

Die Ausstellung zeigt wiederkehrende Motive der Kunstgeschichte, wobei die Bezüge nicht immer gewollt sind. Nach Ansicht von Kurator Roland Krischel entstehen die Ähnlichkeiten rein zufällig, weil die Bildsprache weitergetragen wurde. Als Beispiel nennt er das Foto eines Kriegsreporters. Das Bild einer Frau mit ihrem Kind auf dem Arm habe eine starke Wirkung, weil sie an eine schwarze Madonna erinnere. Neue Themen wie Sexualität und Körperbewusstsein müsse man in der alten Kunst dagegen "mit der Lupe suchen".

Sonderschau bis zum 7. April zu sehen

Museumsdirektor Klaus Vogel hält die Sonderausstellung im Hygiene-Museum für gut aufgehoben. Es gebe viele Anknüpfungspunkte zur Alltagskultur und damit zu den Themen, die im Museum behandelt werden. "Wir versuchen immer wieder, unsere Dauerausstellung auch mit künstlerischen Positionen anzureichern, als Ergänzung zur naturwissenschaftlichen Sichtweise." Anlässlich der Sonderschau wurde die ständige Ausstellung des Museums zum "Abenteuer Mensch" mit aktueller Videokunst aus der Sammlung Teutloff bestückt.

Die Ausstellung wurde bereits in Köln gezeigt und ist bis zum 7. April 2013 in Dresden zu sehen. 2014 wird sie bei den Salzburger Festspielen präsentiert.

Zuletzt aktualisiert: 30. Oktober 2012, 16:45 Uhr

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