Mehr als 80 Strafanzeigen : Leipziger Jugendbande soll Handwerk gelegt werden
Die Stadtverwaltung Leipzig geht gegen eine Jugendbande vor, die in den vergangenen Monaten zahlreiche Straftaten verübt haben soll. Sie sollen Einbrüche begangen sowie Einzelhändler und deren Kunden belästigt haben. Der Leiter des Jugendamtes, Siegfried Haller, erklärte am Dienstag, die beiden 13-jährigen Köpfe der Bande würden zunächst von Psychologen untersucht. Danach werde entschieden, ob sie außerhalb Sachsens bei professionellen Pflegeeltern oder in speziellen Heimen untergebracht würden. Da sie noch nicht strafmündig sind, kann gegen sie nicht juristisch vorgegangen werden.
Händler begrüßen Vorgehen des Jugendamtes
Wie Amtsleiter Haller weiter mitteilte, sind die 13-jährigen Zwillinge dem Jugendamt seit 2008 bekannt. Damals habe sich die Mutter an die Behörde gewandt, da sie Probleme mit den Kindern hatte, nachdem der Vater die Familie verlassen hat. Derzeit leben sie in einem Heim für betreutes Wohnen.
Insgesamt gehören zu der Gruppe sechs Kinder. Die elf und zwölf Jahre alten Mitglieder sollen nach Angaben von Jugendamtschef Haller zunächst bei den Eltern bleiben. Gegen die Gruppe, die seit Jahresanfang vor allem in der Leipziger Innenstadt aktiv war, liegen insgesamt 80 Strafanzeigen vor, vorrangig von Einzelhändlern, die überfallen und bedroht worden sein sollen. Die Polizei hat inzwischen mit verstärkten Streifen in der Innenstadt reagiert, auch das Ordnungsamt zeigt mehr Präsenz. Die Händler begrüßten am Dienstag die Ankündigung des Jugendamtes, gegen die Bande vorgehen zu wollen.
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